Detox- Betty Ford für Arme

Für die Diät zu spät

Für die Diät zu spät

Um drei Uhr ging das los. Ein schwer beladener Bluttanker schwirrte an meinem Ohr herum. Das der schwer beladen war merkte ich am Jucken meines Handrückens. Verdammtes Vieh. Unter den Decken schaute doch schon nur noch mein Ohr hervor und um mich noch zu verspotten flog es das Ohrloch immer wieder an. Gierig, um noch ein Tröpfchen gegen etwas juckendes auszutauschen. Wenn diese Mistviecher es doch wenigstens mit irgendwas Betäuben würden, wie die Zecken. Aber nein, dieses helle Surren und dieser unglaubliche Juckreiz. Ich glaube, der Fußrücken hat auch was abbekommen. Hätte nicht eine Stelle zum volltanken gereicht. Also. Gegenmaßnahme. Das Buch von Arnold Schwarzenegger ran, die Fliegenklatsche neben dem Kopf und das Moskitovertreibungsdingens in die Steckdose. Nochmal kurz auf die Toilette und mit hellwachem Sinn halb im Buch und mit einem Auge in Richtung Lampe. Ohren auf maximale Leistung, Rachegedanken. Da, die 32 Seite sehe ich etwas aus dem Augenwinkel, träge das Miststück. Ein Weibchen, winzig klein, viel kleiner als erwartet. Vielleicht eine Tochter. Blitzschnell, etwa so wie Garfield könnte, der griff zur Klatsche und im Flug eine verpasst. Nachsuche. Da lag das zerbrechliche Geschöpf. Klar hätte ich einen Tropfen abgeben können, aber so. Gefühlsarm greife ich sie und lege sie in das Buch. Ein ordentlicher roter Fleck ensteht, die Blutmahlzeit, ihre letzte. Unauffälligkeit hätte sich ausgezahlt, ein dicker Wabbel auf meinem Handrücken. Sicher, ich habe überreagiert, noch ein Kontrollblick in die Gegend, Licht aus, Schlaf. Unser Anatom der Woche ist der Kiesselbach. Mit dem habe ich immer meinen Anatomie-Tisch erschreckt, aus dem Memorandum: „ Dinge und Orte, die man nicht unbedingt Wissen muss“.
Kiesselbach, Wilhelm (1839-1902), deutscher Otoryhnolaryngologe (auch so ein Wort). Dem verdanken wir den Locus Kiesselbachii, den Kiesselbach Ort. Als Locus Kiesselbachi bezeichnet man einen Ort im anterior-inferioren Drittel des Nasenseptums, an dem zahlreiche kleinere Arterien und Venen in der Nasenschleimhaut durch Anastomosen einen kapillaren Plexus bilden.
Zu den zuleitenden Gefäßen des Kiesselbach-Plexus zählen unter anderem die Arteria sphenopalatina, die Arteria ethmoidalis anterior, die Arteria labialis superior sowie die Arteria palatina major.
Im Gebiet des Locus Kiesselbachi ist die Nasenschleimhaut besonders reich vaskularisiert und daher stark durchblutet. Es ist eine Prädilektionsstelle für das Auftreten von Epistaxis (Nasenbluten).
Beim letzten Mal sprachen wir über die Milz und die sie umgebenden Organe. Es stellt sich jetzt die Frage, ob sie denn palpierbar wäre. Das ist sie in der Regel nicht, außer bei einer, durch verschiedensten Ursachen bedingt, vergrößerten Milz. Dann spräche man von einer Splenomegalie. Das soll es von der Milz für heute auch mal sein.
Wir sind ja immer noch bei der Anamnese, daher kommen wir zur Gesichtsfarbe. Die gibt uns auch Hinweise auf bestehende Erkrankungen.
Blässe kommt bei Anämie, konsumierenden Erkrankungen und Schockgeschehen vor. Ich will mal behaupten, das die Menschen, die ständig eine Burka tragen auch keine besonders ausgeprägte Hautfarbe haben.
Röte finden wir bei Polyglobulie, Aufregung, Hypertonie, Cushing Syndrom und auch bei Diabetes.
Ikterus kann man als Vollbild sehr schön erkennen, ein Zeichen von Lebererkrankungen, Gallenblasenerkrankung oder Hämolyse.
Auffällige Bräune finden wir bei langen Auslandsaufenthalten, bei Hämochromatose oder auch bei Morbus Addison. Natürlich auch bei Urlaubern.
Jetzt erst mal genug, einen schönen Beginn des Mais, schöne Woche.

Sommerziele

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