Syndrom der Extreme

Neues Bauprojekt

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Ich hoffe es nervt noch nicht, aber ich will noch etwas tiefer in die ADHD Anatomie eindringen. Draußen regnet es eh, könnte immer noch hybernieren bis zum Sommer und meine Rücken bringt mich auch noch um. Es soll also immer noch um das Syndrom der Extreme gehen, verbunden mit Toret in unterschiedlichsten Ausprägungen und die Abweichung vom Normalfall. Feststellbar ist, dass es einfach keinen Mittelweg gibt, selten Grauzonen im Denken und Handeln und vor allem nicht im Gefühlsbereich. Verglichen wird es oft mit einem digitalen Wahrnehmungs oder Reaktionsstil, alles ist heiß oder kalt, hell oder dunkel, an oder aus. Jede Spontanidee führt zu sofortiger Begeisterung, blitzartig entstehender Wut (bei mir gerne Rohrspatztorret im Privaten) Trauer, Ärger und einfach nicht beherrschbarer Ausdruckmässigung. Ich kann einfach nicht nix sagen. Es muss immer was passieren, fertig, fertig bekommt man nichts. Ich bin immer dem spontan einsetzenden Affekt ausgeliefert. Fast zwanghaft. Natürlich, wie alle Betroffenen gibt es da Bewältigungsstrategien, Obszönitäten entlassen den Betroffenen nur wenn er alleine ist, und dann sind da die rigorosen Tagesrituale, Schlüssel immer an die gleiche Stelle, Morgenrituale, Abendrituale, Rituale und Bewältigungsstrategien, dass passt doch. Fehlende innerpsychische Regulationsmechanismen zur Emotionsmodulation, fast ein wenig Borderline, natürlich immer individuell ausgeprägt, und auch oft nicht lang anhaltend. Emotionaler Kontrollverlust, vor allem unter Substanzeinfluß wie Alkohol, aber das kennen wir auch bei „normalen“ Menschen. In der Partnerschaft findet man auch den dichotonen Bewertungsstil, (entweder positiv für mich oder negativ für mich). Dieser ergibt zu oft einen spontanen Wechsel in der Partnereinschätzung. Verliere ich mich da schon wieder in Gedankenzabelei? Erst mal eine Pause. Wer ist denn unser Anatom der Woche, der Luys.
Luys, Jules Bernard (1828-1897) französischer Neurologe und Namensgeber des Corpus Luysii oder uns besser bekannt als Nucleus subthalamicus. Der Nucleus subthalamicus gehört entwicklungsgeschichtlich zum Diencephalon. Da dieser Kern jedoch eine wichtige Rolle im extrapyramidalmotorischen System (EPMS) spielt, wird er funktionell zu den Basalganglien gezählt.
Der Nucleus subthalamicus ist ein Kerngebiet im ventralen Diencephalon und liegt medial der Capsula interna. Er steht afferent und efferent vor allem mit dem Pallidum in Verbindung. Dabei wird er vom motorikfördernden Teil des Pallidums gehemmt und wirkt auf den motorikhemmenden Teil des Pallidums erregend (exzitatorisch, glutamaterg). Deshalb übernimmt er eine wichtige hemmende Funktion von Bewegungsimpulsen.
Eine Läsion des Nucleus subthalamicus führt zum Krankheitsbild des Ballismus oder bei einseitiger Störung zum Hemiballismus. Beim letzten Mal sind wir über die Galle hergefallen. Damit ist die Lage und Aufgabe im groben abgehandelt und wir gehen weiter zur Atmung. Atmung ist ein biologischer Prozess, bei dem molekularer Sauerstoff aufgenommen, in die Zellen transportiert und dort in der Atmungskette zu Wasser reduziert wird. Im Gegenzug wird Kohlendioxid produziert und abgegeben.
In der Medizin bzw. Biologie wird nach anatomisch-physiologischen und biochemischen Aspekten die äußere und die innere Atmung (Zellatmung) unterschieden:
Äußere Atmung: Der Atemgaswechsel, der bei der Lungenatmung stattfindet. Dabei wird Sauerstoff aus der Umgebung aufgenommen und Kohlendioxid abgegeben. Das Produkt der äußeren Atmung ist der Atem.
Innere Atmung: Der biochemische Prozess der Zellatmung, bei dem organische Verbindungen zwecks Gewinnung von ATP zu energiearmen Stoffen oxidiert werden.
Im folgenden wird nur die äußere Atmung besprochen.
Beim Atmen strömt die Luft über die Atemwege in den Körper. Der Eintritt kann über die Mundhöhle (Mundatmung) oder über die Nase (Nasenatmung) erfolgen.
Bei der Nasenatmung werden größere Fremdkörper durch Nasenhaare im Bereich des Naseneingangs aufgehalten. Anschließend strömt die Atemluft durch die Nasenhöhle, wo sie durch die Nasenschleimhaut gereinigt, angefeuchtet und angewärmt wird. Über den Rachen (Pharynx) wird sie weiter zum Kehlkopf (Larynx) geleitet. Dort markieren die Stimmbänder die Grenze zwischen den oberen und unteren Atemwegen. Kaudal des Larynx beginnt die Luftröhre (Trachea). Sie verzweigt sich distal in zwei Hauptbronchien, dann innerhalb der Lunge weiter in zahlreiche Äste, die Bronchien. Aus ihnen entspringen die noch kleineren Bronchiolen. Um den Abtransport von Fremdkörpern zu gewährleisten, die mit der Atemluft aufgenommen werden, sind die Atemwege mit einem spezialisierten Epithel ausgekleidet, dem respiratorischen Flimmerepithel.
Am Ende der Atemwege befinden sich schließlich die Lungenbläschen (Alveolen) der Lunge, durch deren dünne Membran Sauerstoff in die Kapillargefäße übertritt und auf umgekehrtem Weg Kohlendioxid aus dem Blut an die Lunge abgegeben wird.
Im Laufe der Evolution haben Tiere verschiedene Möglichkeiten entwickelt, um an den lebenswichtigen Sauerstoff zu kommen. Man unterscheidet:
Hautatmung, bei der der Gasaustausch über die gesamte Körperoberfläche erfolgt.
Kiemenatmung, bei der der Gasaustausch über dünne, durchblutete Hautausstülpungen, die Kiemen, erfolgt. Sie kommt bei vielen Wirbellosen und bei Fischen vor.
Tracheenatmung über röhrenförmige Einstülpungen der Körperhaut. Sie kommt bei Insekten vor.
Lungenatmung mit Hilfe von in den Körper eingestülpten Säcken, die als Lungen bezeichnet werden. Sie kommt z.B. bei lungenatmenden Schnecken und bei Lurchen, Kriechtieren, Vögeln und Säugetieren einschließlich des Menschen vor.
Beim Menschen ist die Atmung das Ergebnis einer koordinierten Muskeltätigkeit, die zum Heben und Senken des Thorax (Brustatmung) und des Zwerchfells (Bauchatmung) führt. Dabei entsteht ein Atemstrom, der die Atemluft durch die Atemwege in die Lunge befördert, wo der eigentliche Gasaustausch stattfindet.
Bei der Einatmung (Inspiration) vergrößert sich durch die Tätigkeit der Atemmuskulatur und Atemhilfsmuskulatur das Volumen des Thorax. Dabei dehnt sich die Lunge aus und es entsteht ein Unterdruck, Luft strömt durch die Atemwege in die Lunge. Damit die Lunge den Atemexkursionen des Thorax folgt, befindet sich zwischen Lunge und Brustkorb bzw. Zwerchfell eine dünne seröse Gewebeschicht, die aus zwei Blättern bestehende Pleura. Die Lunge wird von der Pleura visceralis umgeben. Ihr gegenüber befindet sich an der Innenseite des Brustkorbs, sowie auf dem Zwerchfell und dem Mediastinum die Pleura parietalis. Beide Pleurablätter kleben unter Einwirkung von Kapillarkräften aneinander wie zwei Glasplatten, zwischen denen sich ein Flüssigkeitsfilm befindet. Das ermöglicht einerseits die Verschieblichkeit der beteiligten Strukturen und verhindert andererseits durch den im Brustraum vorhandenen Unterdruck einen Kollaps der Lungen bzw. ermöglicht deren Entfaltung.
Bei der Ausatmung (Exspiration) entspannt sich die Atemmuskulatur wieder und die Luft strömt durch den Überdruck durch die Atemwege hinaus. Die Exspiration kann durch den aktiven Einsatz der Atemmuskulatur auch forciert werden.
Gesteuert wird die Atmung durch das Gehirn beziehungsweise das Atemzentrum in der Medulla oblongata. Ausschlaggebend ist dabei die Reaktion von Chemorezeptoren auf den Kohlendioxidgehalt, beziehungsweise den Kohlendioxid-Partialdruck des Blutes. Übersteigt dieser einen gewissen Schwellenwert, setzt der Atemreiz ein. Rezeptoren, die auf den pH-Wert des arteriellen Blutes sowie einen Sauerstoffmangel (Hypoxie) reagieren, haben nur eine zweitrangige Bedeutung als Atemreiz.
Eine weitere Kenngröße der Atmung ist die Atemfrequenz. Sie beträgt beim
Erwachsenen 12-15 pro Minute
Jugendlichen 16-20 pro Minute
Kleinkind rund 25 pro Minute
Säugling rund 30 pro Minute
Neugeborenen rund 40 pro Minute
Atemstörungen werden im ICD-10 unter „Symptome, die das Kreislaufsystem und das Atmungssystem betreffen“ in der Diagnosengruppe R06 zusammengefasst.
Eine verminderte Atmung bzw. Lungenbelüftung bezeichnet man als Hypoventilation, eine gesteigerte Belüftung als Hyperventilation. Eine gestörte Atmung nennt man Dyspnoe, die daraus resultierende Beeinträchtigung des pulmonalen Gasaustausches „respiratorische Insuffizienz“. Steht die Atmung vollkommen still, spricht man von einer Apnoe.
Darüber hinaus unterscheidet man eine Reihe vom Atemstörungen, bei denen die Atemtiefe und/oder der Atemrhythmus in charakteristischer Weise gestört ist. Dazu zählen:
Biot-Atmung
Cheyne-Stokes-Atmung
Kussmaul-Atmung
Maschinenatmung
Schnappatmung
Paradoxe Atmung
Inverse Atmung
Pathologische Veränderungen des Atemapparats erfasst man klinisch durch die Auskultation der Lunge, bei der mit Hilfe eines Stethoskops die Atemgeräusche und Atemnebengeräusche abgehört werden.
Weiter gehende diagnostische Aussagen ermöglicht die bildgebende Diagnostik der Lunge (Röntgen, MRT, CT) oder die Bronchoskopie. Die systematische Überprüfung und Analyse der Atemtätigkeit bzw. -funktion erfolgt mit Hilfe der Lungenfunktionsdiagnostik.
Kommen wir zur inneren Atmung, der Zellatmung. Als Zellatmung wird das Zusammenspiel mehrerer kataboler Stoffwechselprozesse in einer Zelle bezeichnet, bei denen die Energie aus organischen Molekülen freigesetzt und für die Synthese von ATP genutzt wird. Man spricht von Atmung, da Sauerstoff in diesem Prozess der finale Elektronenakzeptor ist.
Bei der Oxidation von Kohlenhydraten, Fettsäuren und Aminosäuren werden Elektronen auf die Redoxcoenzyme NAD und FAD übertragen. Diese werden anschließend in der Atmungskette genutzt, um einen Protonengradient über der inneren Mitochondrienmembran aufzubauen. Dieser dient wiederrum als Energiequelle für die Synthese von ATP. Hierbei wird Sauerstoff zu Wasser oxidiert.
Zu den Stoffwechselwegen der Zellatmung gehören im engeren Sinne der Citratzyklus, die Atmungskette und die ATP-Synthase. In der Literatur wird häufig auch die Glykolyse mit zur Zellatmung gezählt. In den Citratzyklus gehen allerdings auch Verbindungen aus der Oxidation von Fettsäuren (β-Oxidation) und aus dem Abbau von Aminosäuren ein. Das bedeutet also, dass in der Zellatmung nicht nur Elektronen aus Glukose auf Sauerstoff übertragen werden.
Abschliessend behandeln wir die Untersuchung der Schulter, hier, mit dem Innenrotationstest durch den sogenannten Schürzengriff. Der Schürzengriff wird in der Orthopädie und der Neurologie zur Feststellung eines Innenrotations- und Adduktionsdefizites der Schulter verwendet. Er ist ein unspezifischer Bewegungstest zur Überprüfung der Gelenkbeweglichkeit.
Der Schürzengriff kann bei stehendem oder sitzendem Patienten durchgeführt werden. Dabei wird der Patient dazu angewiesen seinen Arm nach hinten und innen zu drehen, so als ob er eine Schürze zubinden wollte. Der Griff kann aktiv durch den Patienten selbst oder auch passiv durch den Untersucher ausgeführt werden, der dann die Hand des Patienten entsprechend bewegen soll. Wenn der Patient mit den Handrücken den 7. Brustwirbel berühren kann, so kann von einem normalem Bewegungsausmaß ausgegangen werden. Das erreichte Bewegungsausmaß ist jedoch altersabhängig und sollte mit den Normwerten verglichen werden. Der Schürzengriff überprüft die Funktion des Schultergelenks (articulatio glenohumeralis), des gesamten Schultergürtels, des Ellenbogengelenks, des Handgelenks und des Daumens. Der Test gilt als vergleichsweise unspezifisch, da Funktionseinschränkungen eines Gelenks jeweils durch ein anderes kompensiert werden können und deswegen ein falscher Eindruck entstehen kann. Er wird meist in Kombination mit dem Nackengriff getestet.
Obwohl es sich um einen globalen klinischen Test handelt, dient der Schürzengriff vor allem der Beurteilung der Funktion der Innenrotatoren und Adduktoren des Schultergelenks und somit insbesondere des Musculus subscapularis, des wichtigsten Innenrotators der Rotatorenmanschette. Seitendifferenzen können auf Muskel- oder Nervenschäden in der eingeschränkten Extremität hinweisen. Dann wieder eine schöne Woche, bis zum nächsten Mal.

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