Ohje – wo ist die Zeit nur hin??

22. November 2011 geschrieben von Maren

Liebe Leute!! – Es ist November und in Lübeck ist gestern schon der Weihnachtsmarkt gestartet. Das Jahr ist fast vorbei und ich kann es immernoch nicht glauben, dass so viel wichtiges geschafft ist in diesem Jahr.

Nur kurz im Klartext: Physikum war guuut :)

Und Physikum haben ist noch viiieeel besser!! Ich werde noch mehr dazu schreiben, wie alles so abläuft (hab es einfach nicht geschafft). Nach viel zu kurzen Sommerferien ist es nun vor einem Monat schon wieder weiter gegangen mit dem 5. Semester. Das Erste Klinische Semester – meine Güte klingt das gut :D Aber tatsächlich habe ich mich in den ersten Wochen wieder ein wenig wie ein Erstsemester gefühlt. Man musste sich echt erstmal orientieren: Veranstaltungen in Gebäudeteilen des Zentralklinikums, in denen ich noch NIE zuvor gewesen bin; Ganz andere Dinge, die es zu erlernen gilt, z.B. PRAKTISCHE Fertigkeiten wie Perkussion, die man NICHT aus Lehrbüchern lernen kann – mein Gott ich war kurz desorientiert – schlimm^^

So langsam findet sich alles und spätestens bis heute um 15:45 sollte sich alles gefunden haben, denn dann stelle ich mich dem U(ntersuchungskurs)-Testat. Allgemeine körperliche Untersuchung in 10 min…..wird schon irgendwie :)

Mein Mantra für heute also:

- Der Patient/Die Patientin wird grundsätzlich immer von rechts untersucht. (Sonst ist mit tötenden Blicken des Prüfers zu rechnen)

- Beim Auskultieren des Herzens den Puls palpieren. (Ist einfach tatsächlich wichtig, um ein Pulsdefizit [Herz schlägt, Puls kommt aber in Peripherie nicht an] festzustellen)

- UND: Die rektale Untersuchung ist einfach uuunheimlich wichtig! (Auch hier ist mit tödlichen Blicken des Prüfers zu rechnen)

Ist das bestanden, dürfen wir uns dann ab nächster Woche im Untersuchungskurs auf “richtige” Patienten stürzen und echte Befunde erheben. Die Schatzsuche beginnt…

Das war: Die Vorklinik – weiter geht es für Sie mit einem kleinen Ausflug in die Vorhölle…

19. Juli 2011 geschrieben von Maren

ICH BIN’S AUCH !!! YIPPIEHJAYEAH !!!

Scheinfrei… unglaublich… es hat wirklich geklappt. Am Ende war nochmal Zittern angesagt; in der letzten Physiologie-Klausur sind nochmal 48% des Semesters durchgefallen. Physikumsplanung für viele adé… Das ist echt übel. Ich hingegen habe mich jetzt irgendwie in eine Menge Arbeit hinein manövriert…..

Aber zunächst einmal die beste aller Nachrichten: Die Vorklinik ist vorbei :D

Nie wieder mit Mörderschädel und laufender Nase im Präpsaal um jede Sekunde auf den eigenen Beinen kämpfen. Von Woche zu Woche ums Testat bangen. Nie wieder von der Biochemie wegen irgendwas anscheißen lassen, nie wieder ein dämliches Praktikumsprotokoll schreiben. Nie wieder bei den bekloppten Physiologen jede Woche für irgendnen Scheiß (bei dem man doch nichts lernt) sein Blut hergeben, in Messbecher pinkeln, irgendworaus atmen usw.  Never again! Was für ein tolles Gefühl.

Und gleichzeitig hat sie doch Spaß gemacht; diese Zeit mit tollen Kommilitonen, mit einigen Lehrenden, die sich wirklich Mühe mit uns geben, in einer Gemeinschaft, die zusammen auch singend durch die gelb-schwärzeste Nacht geht. Letztendlich ist es auch schön, Dinge lernen zu dürfen, die einen interessieren (meistens zumindest^^). Was hätte ich in der Schule manchmal dafür gegeben.. Und wie viele andere in meinem Alter haben nicht die Chance dazu. Manchmal, wenn ich über unseren Campus radle, merke ich, dass ich nicht vergessen habe, was für ein Geschenk es ist, eigentlich jeden Tag meinen Traum leben zu können.

Mir verbleiben nun zur Wiederholung von allem relativ genau 30 Tage (freie Tage gehen davon noch ab). Wenn man diesen Zeitraum in die gängigen Physikums-Lernplaner eingibt, bekommt man zügig den Eindruck, die nächste psychatrische Klinik aufsuchen zu müssen. Entweder man bekommt angezeit, dass man noch     – (in Worten “Minus”!) 25 Tage Zeit hat, oder es wird ein abstruser Lernplan vorgeschlagen, laut dem man z.B. von Anatomie nur Extremitäten und Kopf lernen soll (Rumpf?, Situs?, Neuro?, Embryo?, Histo? – Hallo??). Will mir in Kürze sagen: Es geht nicht.

Aber es muss gehen, sich in nur einem Monat aufs Physikum vorzubereiten! Die Jahrgänge vor uns haben das auch irgendwie geschafft. Und von den hier in der Stadt überhaupt erst zugelassenen (was ja die eigentliche Hürde ist..) Studenten fallen ja schließlich auch nur ca. 7% durch. Deshalb mache ich mir jetzt meinen eigenen Plan! Und gehe das Ganze an, wie schon so vieles in den vergangenen 2 Jahren:

Unmögliches wird sofort erledigt, Wunder dauern eine Weile.

Und vielleicht wird ja auch dieses Mal alles gut werden.

Anatomie in 5 Tagen

16. Juni 2011 geschrieben von Maren

Diese Veranstaltung ist eine Lübecker Spezialität!

Dieses Jahr findet sie zwischen dem 14. und 18. Juni (ja…richtig erkannt, auch Samstags^^) statt und ich finds eine tolle, aber furchtbar anstrengende Sache.

35 Stunden, 3 motivierte Anatomen (die sich noch nichtmal von einem Stromausfall gestern in der Region Lübeck aufhalten ließen), Wiederholung von eineinviertel Jahren Anatomie-Wissen, Prüfungscoaching, roter Faden und eine Menge IMPP-Fragen. Da raucht einem Abends echt die Birne..

Das Ganze gibt es inzwischen zum 9. Mal und alles ist perfekt organisiert: Kaffee, Kekse und Sonnenschein für alle :D Schreibutensilien und essenzielle Gummibärchen sponsored by Deutsche Ärzte Finanz.  Einfach jeder ist da, auch die sonst so eisernen Vorlesungs-Fernbleiber. Und am letzten Abend wird sogar noch gegrillt. Irgendwie kommt da glatt ein bisschen Klassenfahrt-Atmosphäre auf :D

Ich kann nur sagen: Thumbs up – Gute Sache. Und für einen gewissen Beitrag kann auch jeder andere Studierende aus dem Bundesgebiet dabei sein.

back to the roots

19. Mai 2011 geschrieben von Maren

Was war denn nochmal ganz am Anfang…. das Studium begann mit der Anatomie. Das erste mal auf  Tuchfühlung mit dem menschlichen Körper und mit viel Stoff zum Auswendiglernen. Folgerichtig: Mit 1-2 vergangenen Jahren ist dieser Stoff verdammt lang her!! Und gerade, wenn es um irgendwelche Fitzeläste und Plexus geht – da weiß ich nichts mehr..

Um das zu ändern, schaue ich jetzt wieder regelmäßig in den guten alten Präpsaal rein und versuche mich an so einiges zu erinnern. So auch gestern: Im Moment geht es um den Kopf (gestern: Orbita, Gesicht und Kauapparat), was ich immer ein nicht ganz leichtes, aber interessantes Thema fand. Darüber hinaus bespreche ich den aktuellen Stoff gemeinsam mit einer Kommilitonin mit einer Gruppe “Anatomie-Patenkinder” aus dem 2. Semester. Das ist echt hilfreich und bringt uns allen richtig viel. Aber ohne vorheriges Wiederholen geht es leider trotzdem nicht.

Hach… was tut man nicht alles für das liebe Physikum..

Zu dem ich im übrigen seit heute morgen höchst offiziell, schriftlich-förmlichst und endlos korrekt beim Landesprüfungsamt angemeldet bin…. Mein Abitur, alle bisherigen Scheine mit hart umkämpftem Wissen und Klausuren, Erste-Hilfe Kurs, 3 (in Worten: drei) Monate Pflegepraktikum – alles in einem Hefter und alles auf diese eine Karte. Ist schon irgendwie ein seltsames Gefühl…

Nächste Station: Physikum

13. April 2011 geschrieben von Maren

Vor 9 Tagen ging es nun los mit dem 4. vorklinischen Semester. Und wohl gemerkt, man höre und staune: Mit dem letzten vorklinischen Semester. Es gibt also Licht!! Nicht, dass ich mir wie in einem dunklen Tunnel vorkäme, aber manchmal kommt man sich ja schon vor wie ein blindes Huhn, was versucht möglichst viele und gute Körner zu finden…

Aber der Reihe nach: Das 4. Semester ist bei uns quasi das Qualifying zum Physikum.  Die Lübecker Vorklinik scheint ihre Studierenden recht gut aufs Physikum vorzubereiten, sodass die Bestehensquote deutschlandweit eine der besten ist (habe da irgendwie so Werte um die 90% im Kopf). Diese Tatsache bringt die unschöne Eigenheit mit sich, dass schon vor Antritt der Physikumskandidaten auf die Anzahl der vorhandenen Klinik-Plätze reduziert werden muss, beispielweise durch entsprechend gemeine Klausuren und andere Schikanen (“nein, das eine 6 MC-Fragen enthaltene Zusatzseminar-Testat, das Sie wegen 40°-Fieber versäumt haben, können sie erst im nächsten Wintersemester 11/12 wiederholen, nein ein Attest interessiert uns nicht.”). Sollte man es also bis zur erfolgreichen Anmeldung bzw. Scheinfreiheit geschafft haben, stehen die Chancen nicht schlecht. So zumindest die liebe Statistik…

Was gilt es dieses Semester noch zu bewältigen:

Biochemie II und

Physiologie II

Jeweils mit dem ganzen Regularien-Schein-Trara, wie ich ihn im vorletzten Eintrag schon geschildert habe.

Zusätzlich bieten unsere Anatomen noch die Wiederholungsveranstaltung “Anatomie in 5 Tagen” in der Woche nach Pfingsten an. Einmal Physikums-Crashkurs mit Kaffee und Keksen, bitte! Soll sehr nett sein, hab ich mir sagen lassen, ich freu mich drauf :)

Ferien gibt es anschließend diesen Sommer dann nicht, zumindest wenn alles glatt läuft. Nächsten Monat im Mai ist bereits schon der formale Anmeldetermin mit Einreichen aller bis dato erreichten Scheine. Vorher hat man die ehrenvolle Qual, sich überlegen zu drüfen, mit wem man denn gerne die Höhle des mündlichen Physikums-Löwen betreten möchte. Kommt irgendwie alles schon verdammt nah… und dann auch noch die Klausuren am Semesterende, die man unbedingt bestehen muss und die tausend kleinen Testat-Stolperfallen in denen man nicht hängen bleiben will… Das kann einem schon alles ziemlich Panik einjagen ^^

Aber wie immer gilt das goldene Motto: Nach vorne schauen! “Face the sun and shadows will fall behind you”.

Wird man aufs Thema anstehendes-Physikum angesprochen, so habe ich in den letzten Tagen bzw. Wochen aber tatsächlich auch viele motivierende Worte von älteren Studenten gehört. “Das schaffst du! Ist alles machbar! Nur keine Panik! Ihr macht das schon!” Ich zweifele noch … ein bisschen. Aber das ist schließlich auch gesund und normal. Und die zugehörige Portion Furcht treibt einen schließlich auch dazu das alles zu lernen.

Aber vielleicht wird ja tatsächlich alles gut…

vom immernoch da sein

28. März 2011 geschrieben von Maren

Von diesem eher transzendenten Thema soll dieser Eintrag handeln… =)

Das Thema Medizinstudium beginnt für die meisten Menschen, die sich ernsthaft damit beschäftigen, mit einem Traum. Vielfach dem Traum, seinen Lebensunterhalt damit verdienen zu können, sich mit interessanter Fachmaterie zu beschäftigen und damit anderen Menschen zu helfen und Gutes zu tun, jeden Tag für eine sinnvolle, wichtige Aufgabe aufstehen und zur Arbeit gehen zu können. Oft wird verkannt, dass Träume auch Schattenseiten haben. Die beginnen hier schon beim Erlangen eines Studienplatzes, für den man entweder in der Schule viel tun oder sehr lange warten muss. Und selbst wenn man den bekommt, sieht man sich anschließend verschiedenartigsten Problemen gegenübergestellt. Wer schon einmal Pflegepraktikum gemacht hat weiß, dass das in vielerlei Hinsicht nicht einfach sein kann. Abseits davon, sind viele Unis davon überzeugt, dass es wichtig ist, Medizinstudenten vom ersten Tag an mit den Ausnahmesituationen des beruflichen Alltags unter Zeitdruck, emotionalem Druck und Kompetenzdruck zu konfrontieren und zu testen. Das soll hier soweit auch nur als eine Auswahl stehen…

Wie immer, wenn man sich entschließt, etwas anzugehen, kommt man irgendwann an einen Punkt, wo einen diese Schattenseiten zu der Überlegung treiben, ob das nun alles so richtig is, was man tut. Das ist auch im Medizinstudium so. Für viele (zumindest ist es in Lübeck so) kommt dieser Zeitpunkt im 3. Semester, wo man angesichts der Belastung (s. letzten Eintrag) schon manchmal gefährdet ist, ein wenig wahnsinnig zu werden (*muahargh* irre in der Gegend rumstarr* O.o).

Okay xD … Man muss sich hierzu bitte auch vor Augen halten, dass wir Medizinstudenten nicht ein Haufen Leute sind, die angesichts ein bisschen Arbeit gleich zu jammern anfangen, sondern dass auch psychischer Druck von Seiten der Lehrenden dazu kommt (ständige Gruppentestate, unkonstruktive Kritik, dauernd die Möglichkeit irgendwo in einer Prüfungssituation zu scheitern, Krankheit wird fast nirgendwo als Entschuldigung für Fehlen akzeptiert) und das Ziel, nach 2 Jahren das Physikum machen zu wollen, nicht allzu viele Patzer erlaubt.

An diesem Punkt, wo man anfängt sein eigenes Leben auf Nutzen und Kosten der Erfüllung dieses Traums zu reflektieren, treffen nicht gerade wenige die Entscheidung, abzubrechen. Einige vorübergehend, andere für immer.

Im vergangenen Semester haben nun 2 Kommilitonen aus meinem näheren Umfeld für sich diese Entscheidung getroffen. Und dieser Verlust schmerzt auch mich, macht mir Sorgen darum, wie es mit mir weitergeht und lässt mich immer wieder grübeln, ob es richtig ist, so zu selektieren.

Und Nein, auch wenn ich hier lange nichts habe von mir hören lassen: ich habe nicht inzwischen kapituliert vor der Herausforderung! Sondern versuche, daraus zu lernen, wie ich einiges besser angehen kann. Ich habe bisher zu keinem Zeitpunkt ernsthaft daran gezweifelt, dass das alles hier das richtige für mich ist. Wie man das schafft? Sicher weiß ich es nicht, ich glaube das kann einem nur der eigene Bauch sagen. Und es kann wohl auch nicht bei jedem so sein, dass es das richtige ist…

Ich denke, wer bereit ist, diese Herausforderung mit all ihren Schattenseiten anzunehmen, wird damit einen guten Weg gehen. Und verdient dann, von seinem Umfeld dazu auch Unterstützung zu erfahren. Denn es ist und bleibt ein tolles Studium !

Ich habe gelernt, dass einige Dinge (wie z.B. Freizeit und Ausgleich), mir unentbehrlich sind und schließe heute mal mit einem Bild, was einen ganz wichtigen Moment im Semester zeigt:

FEEEEEEEEERIIIIIIÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄNN   !!!!!!!

Raus nach Travemünde zum feierlichen Torte essen bei Niederegger nach der letzten Klausur im Februar.

ein Lebenszeichen

21. März 2011 geschrieben von Maren

Nach langer, langer Zeit hier mal wieder ein “hallo” von eurer Vorklinik-Bloggerin aus der Hansestadt Lübeck. Dort wo die Stadt einmal wieder vorübergehend den Rentnern gehört, weil sich die meisten Studenten in den Semesterferien in heimischen Gefilden befinden, so auch ich.

Zur Einstimmung habe ich gerade mal wieder in den Hallen meines Blog-Kollegen Frank geschmökert und zu meiner großen Erleichterung festgestellt, dass es im vergangenen 3. Semester anderen auch so ähnlich gegangen ist, wie mir: Nicht gut. Warum das so war, wird vermutlich beim Weiterlesen klar.

Hier kurz meine Eckdaten zum vergangenen Semester:

Fächer des 3. Semesters sind in Lübeck Biochemie, Physiologie (beide werden neu begonnen), Med.Psych./Med.Soz und bei mir das Wahlfach “Gesundheit und Wohlbefinden bei Ärzten u. Medizinstudenten”.

Während des Semesters muss in der Biochemie 1 zugeteiltes Referat gehalten, jedes schriftl. Testat zu 3 Zusatzseminaren, und Testate im Praktikum (zu denen die Gruppen spontan gebeten werden) bestanden werden sowie ein ausreichendes Protokoll zum Praktikum abgegeben werden; alles wird benotet.

In der Physiologie muss 1 zugeteiltes Referat im Zusatzseminar und mind.1-2 Referate im Praktikumsseminar (zu denen die Teilnehmer spontan bestimmt werden) gehalten werden, sowie nach jedem wöchentlichen Praktikum das Testat am Ende bestanden werden.

Am Ende folgen dann noch die altbekannten Abschlussklausuren:

04.02.2011 Medizinische Psychologie/Soziologie

07.02.2011 Biochemie I

11.02.2011 Physiologie I Praktikumsklausur/Hauptklausur

15.02.2011 Physiologie I Zusatzseminar-Klausur

Der/Die ein oder andere kann sich vielleicht vorstellen, dass das kein Pappenstiel ist, was sich auch in der Uni-Evaluation darstellt. Auf einer Skala von 1 (= stark unterfordert) bis 5 (=stark überfordert) bewerteten die Studierenden das 3. Semester in HL mit 3,76 im vergangenen Wintersemester (09/10; für dieses WS gibt es noch keine Ergebnisse) als weit schwieriger als das übrige Studium und mit dem Prädikat “überfordert”.

Obwohl das von Seiten der Uni bereits wahrgenommen wird, gibt es nur langsam Veränderungen und wir mussten “einfach durch”. Das habe ich nun geschafft und bin wirklich richtig froh darüber. Nach einem Semester voller “Lübeck kämpft für seine Uni” nun das. Und jetzt folgt als nächstes so langsam aber sicher die konkrete Physikumsvorbereitung; ob man es nun schon wahr haben will oder nicht…

Aber es hat ja auch niemand vorher gesagt, dass das Medizinstudium ein Kindergeburtstag werden würde …

Ich hoffe, euch über all das in der kommenden Zeit wieder ein wenig regelmäßiger berichten zu können. Also auf bald!

Ende gut, alles gut?!

9. Oktober 2010 geschrieben von Maren

Hallo zusammen,

ich gebe zu, 4 Monate kein Lebenszeichen ist eine lange Zeit, aber wie man sich vielleicht vorstellen kann, ist seitdem verdammt viel passiert…

Zum Zeitpunkt meines letzten Blog-Eintrags braute sich gerade einer der, meiner Meinung nach, größten Skandale in der schleswig-holsteinischen und bundesweiten Bildungspolitik an, welcher (und das wirklich nicht nur meiner Meinung nach) eine der größten Protestbewegungen in der jüngeren Geschichte Schleswig-Holsteins ins Rollen brachte.

Ich will mich hier und heute auf das wesentliche beschränken:

Die Uni Lübeck ist gerettet!

Das alles, was ich und andere erlebt haben, hier zu erzählen würde den Rahmen sprengen und ziemlich lange dauern. Ich denke, wer sich für dieses Thema interessiert, wird auf unserer Internetseite www.luebeck-kaempft.de gut fündig geworden sein und werden. Klar ist: Der Kampf ist noch nicht vorbei. Wir haben noch das UKSH vor der Privatisierung zu retten und damit die Maximalversorgung und die Qualität in Ausbildung und Patientenversorgung im Südosten des Bundeslandes zu erhalten. Unsere Uni muss Stiftungsuniversität werden, damit künftig nicht mehr einzelne, Unsachkundige das Schicksal vieler einfach wegwerfen können. Und wir haben einen bereits entstandenen Schaden zu beseitigen. Also ran ans Aufräumen!

Das alles was sich nun in unseren Köpfen an Demokratie- und Politikverständnis verändert hat; und das alles was unsere Herzen über Lüge, Enttäuschung aber auch über Zusammenhalt gelernt haben, wird uns wohl noch lange prägen und hier vielleicht demnächst noch einmal Platz finden.

Einmal die verworrene, intrigante und harte Realität der Politik zu verstehen, scheint jedoch etwas zu sein, was in der momentanen Zeit meiner Ansicht nach nicht verkehrt ist. Nur das zeigt einem: Es ist niemals zu früh und niemals zu spät gegen widersinnige Pläne den Mund auf zu machen. Und als Bürger in einer Demokratie darf man sich niemals seiner Meinungsfreiheit berauben lassen. Tugenden, die uns vielleicht im rot-grünen Lübeck näher waren als bisher in Stuttgart. Was dort momentan passiert, macht mir Sorgen, weil es in unglaublicher Form unterstreicht, was in den letzten Jahren in der Politik zu passieren scheint. Die Zeiten, in denen man eine Regierung wählt, und die dann tut, was für die Wähler gut ist; die scheinen sonderbarerweise überholt.

Ich möchte nun mit einer kleinen Bildergalerie in jedem Post zurück finden zu dem, worüber dieser Blog eigentlich sein soll: Nicht über Enttäuschungen, nicht über Ängste und schon gar nicht über Dummheiten; sondern über mein Medizinstudium.

„Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Uni klaut!“

28. Mai 2010 geschrieben von Maren

Wahnsinn.

Sowohl die grenzenlose, blinde Dummheit  der Einsparungsvorschläge an Gesundheit, Bildung und Forschung als auch die Geschwindigkeit und Kraft mit der sich eine Studierendenschaft, eine Universität, ja eine ganze Stadt zusammenrotten kann. Beides Wahnsinn.

Weiterer Aufhänger der Dramatik, die über die bereits thematisierte Privatisierung des UKSH und dessen Folgen noch weit hinaus geht, ist folgendes Bestreben der Landesregierung (offenbar v.a. FDP)

“Ab dem Wintersemester 2011/12 werden deshalb keine neuen Studienanfänger für Medizin in Lübeck immatrikuliert.”

Damit Sterben sämtliche Medizinstudienplätze der Med. Fakultät Lübeck (derzeit über 1.300), stirbt die Universität zu Lübeck, sterben medizinverwandte Studiengänge der Fachhochschule, sterben Arbeitsplätze bei Dräger und weiteren ansässigen Firmen und vielen Zulieferbetrieben (mind. 10.000 Arbeitsplätze direkt bezifferbar).

Kann sich die Region und kann sich unser Land das leisten? Die möglichen Einsparungen schlagen mit einem Vielfachen an Verlusten und Problemen zurück.

Anstatt lange Texte zu schreiben lasse ich das mal für eigenes Nachdenken über die Konsequenzen so stehen.

Die einzig gute Nachricht:  So einfach lassen wir das nicht mit uns machen!

- 25.05.: Vollversammlung der Universität und Demonstration

- 26.05.: Sondersitzung des Senats mit Pressekonferenz; Präsidium und Studierende stehen zusammen

- 27.05.: Spontaner Flashmob von 700 Menschen lässt Kubicki nicht durchkommen und demonstriert lautstark aber friedlich; die Bürgerschaft steht voll hinter der Universität; Aktionsbündnis und Bürgerbegehren auf dem Weg

… to be continued

für mehr seht bitte www.luebeck-kaempft.de

UKSH – Und Keiner Schreit Halt!

17. Mai 2010 geschrieben von Maren

Oder besser: Stadtregierung, Universität, Klinikmitarbeiter und Studierende, wir schreien alle, aber warum hört uns niemand???

http://www.ln-online.de/artikel/2775047/Land_will_Uniklinik_in_L%FCbeck_komplett_verkaufen.htm?search=UKSH

http://www.ln-online.de/artikel/2775580/L%FCbeck_k%E4mpft_um_seine_Uniklinik_-_Verkaufspl%E4ne_sorgen_f%FCr_Emp%F6rung.htm?search=UKSH

http://stadtzeitung.luebeck.de/aktuell/artikel/id/23566

http://www.hl-live.de/aktuell/textstart.php?id=60971

http://www.ln-online.de/artikel/2774998/Schwarz-Gelb_in_Kiel_will_UKSH_verkaufen.htm

Ihr habt geglaubt, es sei ungerecht, durch einen Numerus clausus junge Menschen daran zu hindern, ihren Traumberuf lernen zu dürfen, nur weil es in Deutschland zu wenige Studienplätze gibt und ihr Abi vielelicht gerad nicht gut genug war? Ihr habt vielleicht auch wie ich geglaubt, wenn man einen Studienplatz ergattert hat sei alles gut und dieser durch Engagement und gute Leistungen zu halten? Falsch gedacht! Anscheinend ist nichts gesichert und es gibt wenige Menschen, die mit einer blinden Entscheidung alles oder viel  kaputt machen könne. Das beste Beispiel ist die Privatisierung des UKSH (Universitätsklinikum Schleswig-Holstein)

Ich kann euch sagen es fühlt sich scheiße an, um seine Zukunft Angst haben zu müssen. Und fast genauso schlimm fühlt es sich an, das letzte bisschen Vertrauen in den gesunden, menschlichen Versand einer Regierung zu verlieren.

Wie kann man bei einem schon so großen und noch wachsenden Ärztemangel in unserem Land auch nur darüber nach denken, noch weitere Studienplätze zu streichen? Das UKSH ist ein Zentrum der Maximalversorgung, beispiellos in der Umgebung. Wo wenn nicht hier sollen Menschen mit seltenen, schlimmen oder schwierigen Krankheiten noch Hilfe finden? Mit was soll Deutschland noch bestehen können, wenn die aktiven Forschungszentren privatisiert und geschlossen werden? Wie kann man einer Stadt, das nehmen, was sie noch zu etwas macht und sie davor bewahrt zu werden, wie andere Gebiete in Deutschland es schon sind: Ein ländlicher Raum aus dem alle jungen Menschen abwandern, in dem es keine guten Ausbildungsperspektiven und schon gar keine Arbeitsplätze mehr gibt? Wie kann man eine bestehende Stadt der Wissenschaft so aufs Spiel setzen? Wie kann man zulassen, dass eine medizinische Ausbildung für deren Verbesserung noch so viel getan werden könnte und müsste, noch schlechter wird, weil nicht mehr Qualität, sondern nur noch Profit zählt? (und das ist nicht alles nur blindlings ausgedacht. In der vor kurzem an einen privaten Klinikbetreiber verkauften Uniklinik Gießen-Marburg wird uns dies beispielhaft vor Augen geführt)

Und das gilt alles zu großen Teilen auch für Kiel.

Wie schon gesagt, die Regierung steht so ziemlich allein da mit ihrer Meinung. Jeder andere, der aufgrund irgendeines Amtes oder Berufes Einblicke hat (oder sei es nur, weil er/sie Lübecker Bürger ist) widerspricht. Und so werden wir ab nächster Woche auf die Straße gehen und uns wehren. Übung haben viele noch von vor einigen Jahren, als dasselbe schonmal vereitelt wurde. Diesmal gehen die Beschlüsse schnell, eingefahrene Wege. Warum lernt die Regierung denn nichts? Erste Demo ist am 25.5. Und jeder, der Medizin studiert (hat) kann sich ausmalen, dass man eingentlich wesentlich besseres zu tun hat, als seine Zeit mit demonstrieren zu verbringen. Und sollte man in keinem Fall um eine Privatisierung herumkommen, so muss diese so gering wie möglich gehalten werden und an Bedingungen geknüpft werden. Die Universität muss am Leben gehalten werden, und die Qualität von Ausbildung und Behandlung darf möglichst wenig darunter leiden! Einzig und allein mein vielleicht kindliches Gerechtigkeitsbewusstsein klammert sich an das was mir auch alle anderen sagen: “Man kann euch nicht einfach so den Studienplatz wegnehmen. Das geht einfach nicht. Das können die nicht so einfach machen.”

Wie können Menschen, die Leben retten wollen, jemals zu teuer sein??

(Aktuelle Infos unter: http://luebeckkaempft.asta.uni-luebeck.de/wordpress/)