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Endlich Arzt …

13. November 2014 geschrieben von Peter

Ihr Lieben … heute schreibe ich euch zum letzten Mal. Dieser Blog soll enden, wie er begonnen hat. Fröhlich, mit Hoffnung und guten Nachrichten: Mit dem heutigen Tage endet mein Studentenleben. Ich wurde heute in den Stand der Ärzteschaft entlassen, nachdem ich meine mündliche Prüfung nun bestanden habe.

Was in der Zwischenzeit geschah:

Dienstag, 9:00

Um 9 Uhr bogen zwei unserer Prüfer um die Ecke um uns abzuholen. “Wir bringen Sie jetzt zu ihren Patienten. Machen sie sich nicht verrückt, sie werden das alles gut schaffen!”. Damit begann Tag 1 nun also. Auf Station bei meinem Patienten angekommen, zeigte sich schnell, dass ich einen wundervollen kooperativen Patienten zugewiesen bekommen hatte. Er war wirklich unglaublich freundlich und hilfsbereit und vor allem geduldig. Nach gut zwei Stunden war die Anamnese und körperliche Untersuchung unter Dach und Fach. Jetzt hieß es, das ganze noch in Schönform zu Papier zu bringen und einen Bericht zu verfassen.

Um 14 Uhr bekamen wir (ich wurde mit einem weiteren Prüfling geprüft) netterweise von der Stationsärztin Essen hingestellt. “Ihr müsst doch mal was essen und trinken!!!”. Das war sowas von nett :-). Eine knappe Stunde später marschierte das Prüfergespann dann heroisch den Flur entlang sicheren Schrittes auf uns zu. Es wurden Hände geschüttelt und freundliche Gesten ausgetauscht. Doch irgendwie befand ich mich schon in einer Wolke voller Adrenalin und Angstschweiß.

Zunächst begann die Prüfung bei meinem Mitprüfling. Also konnte ich mich noch eine dreiviertel Stunde sortieren und fassen. Doch schneller als ich gucken konnte, stand ich – den Prüfertrott anführend – im Zimmer meines Patienten und stotterte meine Patientenvorstellung runter. Mein Mund war eine einzige Wüste … kein Tröpfchen Speichel weit und breit … und dann plötzlich war ich fertig mit der Vorstellung und es ging an die Untersuchung. Und mein armer Patient musste sich von meinen Sympathikus-geplagten eiskalten Händen am Bauch untersuchen lassen. Selbst die Vorwarnung “ich habe sehr kalte Hände” konnte den Patienten nicht davor schützen was dann kam. Es muss ein neuer Kälteminusrekord gewesen sein…der Arme.

Nach gut 35 Minuten war die Prüfung am Krankenbett dann auch vorbei. Alle waren erlöst: Der Patient, ich und auch der Neurologe, dessen periphere Nervenfragen ich sicher nie vergessen werden :P.

 

Mittwoch, 15:00

Heute also soll es soweit sein? Wirklich? Die aller aller aller letzte Prüfung als Student? Aber ich weiß doch noch garnix? Kann ich nicht nochmal von vorne anfangen?! Mama? Papa? Irgendwer hier? Hiiiiiilllllfffffeeee! Doch kein entkommen. Da biegt auch schon das jüngste Gericht um die Ecke … federnder Gang durch die Ambulanz an den wartenden Patienten vorbei und zielstrebig in unsere Richtung. Ein neben uns sitzender Patient hatte wohl bemerkt, dass wir Prüfung haben und sagte nur: “Da! Da kommen die Herren der Schöpfung!”. Ich murmelte: “Ja, die kommen um uns zu holen” … wie war.

Wir bogen also in den Konferenzraum der Chirurgie. Dort, wo das jüngste Gericht gleich über unsere ärztliche Zukunft richten wird. Das jüngste Gericht war allerdings gemütlich eingerichtet: Kaffee, Tee, Wasser und O-Saft wurden gereicht. Kekse wer mochte auch. Da mein Mund noch vom Vortrag trocken war und auch die sonstigen sympatischen Funktionen meines Körpers alle einwandfrei ihren Dienst taten, entschied ich mich natürlich für: Richtig, Wasser!

In der Zwischenzeit wurde mein Mitprüfling vom Neurologen in die Mangel genommen. Plötzlich blickte ich auf und ich war an der Reihe. Mir wurde eine BGA vorgelegt. Offensichtlich war also der Anästhesist an der Reihe. BGA? Sauber, Heimspiel. Joa … sagen wir es so … viele Fragen und Gegenwehr erfolgte nicht mehr. Der Elfmeter wurde sauber rechts oben versenkt.

Und so ging es dann munter weiter. Beim Neurologen angekommen erfolgte dann ein übles Foul: “Nachdem wir ja schon gestern gesehen haben, dass periphere Nerven nicht ihre Stärke sind, werde ich sie heute etwas anderes Fragen!”. Ja vielen Dank, ich war auch dabei ;-). Nein im ernst … das war wirklich ein dunkles peinliches Kapitel. Doch heute durfte ich in Ruhe die Ursachen und Behandlung von Schlaganfällen berichten und erläutern. Auch hier erfolgte nicht all zu viel Gegenwehr ;-).

Zwischendurch habe ich mir vom Internisten noch die Behandlung einer hypoglykämischen Person erklären lassen. Ich hätte ja gerne auch mehr erzählt, aber ich durfe ja nicht … auch gut. Ich stand dennoch gut da :-). Doch zum Schluss stand noch die Königsdisziplin auf dem Programm. Meine geliebte Chirurgie! Auch jetzt war ich wieder als junger in der Ambulanz diensttuender Assistent gefragt, denn der Rettungsdienst brachte mir eine gestürzte Patientin mit verkürztem, außenrotiertem Bein. Bingo: Machen wir also auch das Auswärtsspiel zum Heimspiel. Ich durfte also einmal die Schenkelhalsfraktur rauf und runter beten. Über Lauenstein-Aufnahme über die verschiedenen prothetischen Versorgungsmöglichkeiten und überhaupt: Hey, ich wusste vorher nicht mal, dass ich soviel über Schenkelhalsfrakturen weiß…unglaublich.

Dann kam ein nicht so schönes Kapitel … die Urteilsverkündung. Das jüngste Gericht musste sich beraten und verwies uns des Raumes. Also warteten wir … und warteten und … oh, schon fertig? Ok, wir kommen wieder rein. “Nehmen Sie Platz, [Knecht]” (von der Redaktion ergänzt). Nach eifriger Überlegung haben wir uns entschieden, dass wir sie auf die Menschheit loslassen können. Sie haben bestanden.

 

Mittwoch, 22:32

Ich sitze gerade vor meinem PC und habe geträumt, ich hätte heute meine letzte Prüfung im Medizinstudium bestanden … dabei habe ich doch gerade erst angefangen zu studieren … oder war das nicht so? Warum stehen hier eigentlich so viele Sekt- und Bierflaschen? Ahhh …. warum liegt da ein Anzug? Doch kein Traum? Kann es denn Wirklichkeit sein? Ja … jetzt les ich es gerade … ich bin tatsächlich … ARZT.

 

Ich möchte euch allen recht herzlich für eure Wegbegleitung danken. Ihr ward mir ein tolles Publikum und fandet immer die richtigen Worte. Wie ich bereits angekündigt habe, endet für mich diese Reise heute hier. Ich werde den Blog aus verschiedenen Gründen nicht weiterführen. Dennoch hoffe ich, dass ich euch Einblicke in das Leben eines Medizinstudenten geben konnte. Jetzt beginnt mein neuer Lebensabschnitt … als Assistenzarzt. Danke!

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Bald Arzt?

10. November 2014 geschrieben von Peter

Die letzte Prüfungswoche des Studiums hat begonnen. Wenn alles gut läuft, bin ich ab Donnerstag kein Student mehr. Damit enden 2237 Tage Studium, wenn man den Chemievorkurs am 29.09.2008 mitrechnet. Eine unglaublich lange aber interessante und abwechslungsreiche Zeit mit sehr vielen Höhen aber natürlich auch Tiefen. Man was hab ich in der Vorklinik geschwitzt, von Klausur zu Klausur gezittert … hab ich bestanden? hat es wohl gereicht? Boa in 3 Tagen ist schon Anatomieklausur?

Heute, gut 6 Jahre später steht sie also an: die hoffentlich letzte Prüfung meines Studiums. Am Mittwoch und Donnerstag noch einmal alles geben und die Prüfer davon überzeugen, dass man es verdient hat Arzt zu werden. Die Vorgespräche mit den Prüfern sind gelaufen. Jetzt liegt es an mir, noch die letzten 2-3 Tage zur effektiven Vorbereitung zu nutzen um noch ein paar grobe Lücken zu schließen und sich nochmals einige Dinge vor Augen zu führen.

Im Laufe der letzten Woche habe ich auch über das Dekanat schon mal erfahren, dass die schriftliche Prüfung bestanden ist. Dank fast 20.0000 Studenten, die dieses Jahr am Examen teilgenommen haben, brauchte das IMPP eine gefühlte Ewigkeit um die Auswertung an die Dekanate / LPAs weiterzuleiten. Wenn alles klappt, treffen daher mein Prüfungsergebnis der mündlichen und schriftlichen Prüfung zeitgleich hier ein. Der Antrag auf Approbation ist auch schon auf den Weg gebracht … fehlt also am Mittwoch und Donnerstag “nur noch” die Kür. Dann also bin ich vielleicht wirklich bald Arzt … ?!

Der letzte Countdown

2. November 2014 geschrieben von Peter

Nun also ist es bald soweit: übernächste Woche Mittwoch und Donnerstag, also am 12. + 13.11.2014 steht also meine hoffentlich letzte Prüfung an. Im Moment versuche ich mich noch mehr oder weniger erfolgreich auf die mündliche Prüfung vorzubereiten. Allerdings ist die Luft doch schon arg raus. Ich warte zwar immernoch auf die offiziellen IMPP-Ergebnisse, dennoch ist die Prüfung wohl bestanden und es hängt jetzt nur noch an der Mündlichen.

Bekanntlich soll die mündlich-praktische Prüfung nicht mehr die große Hürde sein sondern eher die Kür der erfolgreichen schriftlichen Prüfung. Dennoch mag man sich natürlich auch nicht blamieren und möchte nochmal zeigen, dass man nicht umsonst 12 Semester Medizin studiert hat.

Daher hoffe ich, dass ich bei meinen Prüfern auch die richtigen Themen “kann” und mich noch einmal gut verkaufen werde. Ich würde mich darüber freuen, wenn ihr mir auch dieses Mal und hoffentlich zum letzten Mal die Daumen drücken würdet. Das wäre wirklich erste Sahne :-). Ich werde also in ein paar Tagen ein letztes Mal berichten, wie es gelaufen ist!

Der Examens-Showdown … ein Drama in drei Akten

19. Oktober 2014 geschrieben von Peter

Puh was bitte war das für eine schriftliche Examensphase … zunächst vorweg: Es gibt natürlich noch keine offiziellen Ergebnisse, aber MEDI-LEARN und dem Examensauswertungstool sei Dank, sieht es nach sicherem Bestehen aus. Doch zurück zum Anfang der Phase … haltet euch fest, denn es war wirklich ein Drama.

Angefangen hat alles am Freitag vor der Prüfung. Die letzten Fragen waren gekreuzt, die letzten Karten gelernt und wiederholt und die Lernmotivation hatte ein neues Allzeittief erreicht. Meine Aufregung hielt sich allerdings überraschenderweise sehr in Grenzen. Vielleicht waren das die gemachten Erfahrungen aus dem Physikum. Doch je mehr es in den Freitag Abend ging, umso mehr “Bauchgrummeln” bekam ich … leider war das aber nicht die Aufregung sondern ein von Fieber begleiteter Bauchschmerz im rechten Unterbauch … Temperaturen bis 38,8 °C trieben mir nicht nur deswegen den Schweiß auf die Stirn.

Am Samstag morgen dann war ich völlig platt: Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen und vor allem Bauchschmerzen. Da ich meinen Blinddarm schon einige Jahre los war, konnte dies nicht die Ursache des Übels sein. Doch wie Medizinstudenten so sind … jetzt so knapp vor der Prüfung möchte ich einfach nicht in die Klinik gehen und mich auf den Kopf stellen lassen.

Also habe ich mich mit konservativem Behandlungswunsch einer Kollegin anvertraut, die mich erstmal antibiotisch und mit diversen weiteren konservativen Behandlungsansätzen abgedeckt hat. Als Sonntag Abend – 2 Tage vor der Prüfung – das Fieber trotz Antibiose immernoch über 39 °C lag, haben wir nochmals Blutwerte kontrolliert und nach Erhalt am Montag gleich das Antibiotikum umgestellt. Aber die Beschwerden waren unverändert … genauso das Fieber und alles was damit sonst noch so zu tun hatte.

Tag 1

Gegen Montag Abend habe ich mich dann mit Ibuprofen auf die Nacht vor dem 1. Tag eingestimmt. An Kreuzen oder Lernkarten überfliegen war nicht zu denken. Das einzige was in meinem Kopf schwirrte war: Du musst diese Prüfung irgendwie schaffen. Am Dienstag Morgen in der Früh erwachte ich dann immernoch fiebernd und nassgeschwitzt. Nach einer Dusche und 400mg Ibuprofen samt 600mg Clont ging es dann in Richtung Aachen in das AGIT-Technologiezentrum. Dort sollte also der erste Tag seinen Lauf nehmen. Um 9 Uhr hielten wir also pünktlich unsere IMPP-Prüfungshefte samt Bild- und Laborbeilage in den Händen und mussten uns mit den ersten 105 Fragen unseres HEX Herbst 2014 abmühen. Mir ging es so lala … die Kekse und Trauben die vor mir lagen wagte ich aus Angst vor der Reaktion meines Verdauungstraktes nicht anzurühren bis ich nicht mindestens 90% der Fragen beantwortet hatte. So versuchte ich möglichst konzentriert aber zügig meine Pflicht zu erledigen. Nach rund 3 Stunden von insgesamt 5 Stunden war ich fertig. Ich habe dann nur noch schnell abgegeben und den Prüfungsraum erstmal verlassen. Mit einem Kommilitonen konnte ich nachher ein paar der Fragen nochmal durchgehen und wir stellten schnell fest, dass es wohl ein ordentlicher Tag gewesen sein musste. Um kurz nach 14 Uhr kam dann mein Abholservice und brachte mich schnell ins heimische Bett … wenigstens das Fieber war runter.

Tag 2

Der Tag 2 begann wie Tag 1 aufgehört hatte. Ich hatte zwar kein Fieber mehr, aber die Bauchschmerzen und auch die unerträglichen Kopf- und Gliederschmerzen wollten einfach nicht weichen. Also spulte ich mein morgendliches Standardprogramm bestehend aus 400mg Ibuprofen + 600mg Metronidazol ab und machte mich in Begleitung meiner besseren Hälfte auf den Weg nach Aachen. Tag 2 lief dann gesundheitlich besser … aber von den Examensfragen hatte ich eher ein maues Gefühl. So erging es auch meinem Kommilitonen, der auch nicht sicher war, wie er diesen Tag werten sollte. MEDI-LEARN bestätigt mir aber nachher mit einer ordentlichen Prozentzahl, dass ich mich zumindest an diesem Mittwoch auf mein Bauchgefühl nicht verlassen konnte. Unterm strich waren die Grundlagen gesetzt um am letzten Tag auch mit einer schwachen Leistung durchzukommen. Gegen Ende des Tages verschwand dann sogar langsam mein Bauchschmerz … lediglich Kopf- und Gliederschmerzen blieben mir treu.

Tag 3

Am letzten Tag ging es dann weiter. Natürlich fand auch dieses mal das morgendliche Standardprogramm mit 400mg Ibuprofen + 600mg Metronidazol statt. Ergänzt wurde diese Therapie von mir dann um 250ml Kaffee oral. An dem Tag fühlte ich mich sogar so fit, dass ich alleine nach Aachen fuhr. Beim Kreuzen der hoffentlich letzten IMPP-Fragen meines Lebens musste ich dann aber doch einige Male schlucken. Ein Fall zu Parotistumor war nur die Spitze des Eisberges. Klar hatte ich ein wenig Sicherheitspuffer aus den ersten beiden Tagen. Doch als ich den Prüfungsraum verließ war mir kurzzeitig schon etwas anders. Ein wirklich schwerer Tag wie ich fand. Nichtsdestotrotz hab ich mir einen Sekt gegönnt und das Überstehen des schriftlichen HEX gebührend gefeiert. Um 14 Uhr haben wir dann wie jeden Tag noch schnell unsere Prüfungshefte abgeholt und schnell nach Hause gefahren um bei MEDI-LEARN die Ergebnisse abzuschätzen.

Summa summarum

Letztlich bleibt nur noch zu sagen: Egal was mich so gesundheitlich niedergeprügelt hat, das war die bisher spannendste Prüfung in meinem bisherigen Leben. Dieser Gesundheitsstress hat nochmal richtig Pfeffer reingebracht. Denn zumindest Dienstag und Mittwoch aber vor allem die 2 Tage davor sah es eigentlich so aus, als wäre die Prüfung für mich gelaufen … unterm Strich bleibt nur noch zusagen: Nach diesem ersten Akt fehlen jetzt nur noch zwei:

1. das offizielle IMPP-Ergebnis abwarten und

2. die mündliche im November bestehen.

Was für ein Showdown …

Noch 5 Tage

2. Oktober 2014 geschrieben von Peter

Der Countdown ist nun wirklich in seine entscheidende Phase gegangen. Heute sind es noch genau 5 Tage bis zum ersten Tag des Schriftlichen. So langsam wird es auch Zeit, denn Lust habe ich keine mehr. Ich befinde mich aktuell noch in der Wiederholungsphase. Aber sich doch noch mal Lernkarten reinzuziehen oder noch Fragen zu kreuzen fällt jetzt echt schwer.

Ich bin einfach froh, wenn die 320 Fragen geschafft sind und ich dann knapp 5 Wochen später auch endlich die Mündliche überstanden ist. Nach 5 Jahren Studium plus praktisches Jahr ist es Zeit für etwas “Neues”. Endlich Geld verdienen und die reale praktische Medizin erlernen. Ich hoffe, dass ihr mir daher nächste Woche fleißig die Daumen drückt. Dann wird das Ganze auch klappen.

Eine traurige Nachricht möchte ich euch an dieser Stelle aber schon mitteilen: Mit dem Ende Studiums also letztlich mit den Prüfungen endet eben nicht nur mein Studenten-da-sein, sondern auch dieser Blog. Ich habe nach langer Überlegung entschieden, diesen nicht mehr weiter zu führen. Dies hat vor allem den Grund, dass ich aus Datenschutz- und Schweigepflichtsgründen aus der Klinik nicht vieles berichten könnte. Zum anderen gibt es bereits einige Kollegen, die ihre Erfahungen festgehalten haben. Davon abgesehen werde ich auch nicht mehr all zu viel Zeit dafür haben.

Daher möchte ich mich schon jetzt bei allen Lesern und MEDI-LEARN für die tollen sechs Jahre bedanken. Ich hoffe ihr konntet auf diese Weise Einblicke in das Medizinstudium bekommen und an meinem Weg teilhaben. Bis zu den Ergebnissen werde ich euch aber noch auf dem Laufenden halten. Bis dahin also …

Fertig … noch 15 Tage

22. September 2014 geschrieben von Peter

Jetzt wird es ernst. Der 100-Tage-Lernplan ist abgearbeitet und die “Probeexamen” sind gekreuzt … nach über 6800 Übungs-Fragen bleiben mir jetzt noch knapp zwei Wochen um noch ein paar Dinge zu wiederholen, Lücken zu schließen und einfach zu hoffen, dass die Vorbereitung ausgereicht hat. Man … jetzt ist es also bald so weit. Die (hoffentlich) letzten 320 Fragen Examensfragen meines Medizinstudenten-Lebens entscheiden nun, ob ich bald als Arzt arbeiten darf oder noch nicht. Im Anschluss stehen natürlich noch die praktisch-mündlichen Prüfungen an. An zwei Tagen im November muss ich noch mal meinen Mann stehen.

Aber dennoch: die Schriftliche zählt natürlich erstmal als die wichtigere und größere Hürde … denn die zentralen Fragen des IMPP zählen schon auch zu den schwereren Fragen :-). Alles in allem lief meine Vorbereitung einigermaßen gut. Man hat immer das Gefühl, man hätte mehr tun können und natürlich denkt man sich bei vielen der falsch beantworteten Fragen: ach Mensch, hast du doch gestern oder letzte Woche noch gelesen … aber so ist das eben. Ein ständiges auf und ab beim Kreuzen und Lernen.

Am vergangenen Mittwoch hatte ich erstmal die Gelegenheit für meinen neuen Arbeitgeber gleich beim Run & Fun Firmenlauf mitzulaufen … und mit einer guten Zeit von 24:37 über 5km kann ich auch sehr zufrieden sein, denke ich. Eine nette Abwechslung vom Schreibtischprogramm. Jetzt geht es an die heutige Wiederholungsrunde. Mal sehen, wieviel Motivation ich noch so aufbringe … Examensvorbereitung ist eben wie ein Marathon … am Ende ist es dann einfach wichtig durchzuhalten :-).

Noch 4 Wochen …

9. September 2014 geschrieben von Peter

Die Zeit rast … mit dem heutigen Tag sind es noch genau 4 Wochen bis zum 1. Tag der schriftlichen Prüfung. Noch lässt die offizielle Einladung des LPAs auf sich warten, aber die wird schon noch kommen. Mit dem Lernplan bin ich fast durch und ab morgen steht Wiederholung und Übungsexamina auf dem Plan. Die Wiederholung habe ich auch nötig, denn es ist schon wieder lange her, dass ich mich mit Chirurgie und Innere und Co. beschäftigt habe. Dennoch: Die Kreuzergebnisse waren ordentlich, sodass das wohl schon passen wird.

Ich bin auch ehrlich gesagt sehr froh, dass es bald vorbei ist. Die ganze Lernerei ist zwar zum Teil sehr interessant aber es sind einfach zu viele Fächer und zu viele unnütze Dinge, die vom IMPP gefragt werden. Ich freue mich jetzt darauf, wenn alles vorbei ist und im November dann wird wahrscheinlich noch die Mündliche steigen. Wenn alles klappt, kann ich dann ab Dezember “meine” Station übernehmen und wieder bei Null anfangen und lernen, wie Medizin so im Alltag funktioniert ;-).

Heute steht noch Epidemiologie und alternative Heilverfahren auf dem Lernplan … na dann :-(

Tag 62 Neurologie

21. August 2014 geschrieben von Peter

Hallo zusammen,

nach einer längeren Pause melde ich mich heute mal wieder mit frischen Infos von der Lernfront. Es geht gut voran und mit Tag 62 befinde ich nun mitten in der Neurologie. Heute fing der Tag allerdings für mich erstmal als Patient an. Denn heute habe ich mal ausprobiert, wie sich eine Magenspiegelung so anfühlt. Die Stand schon länger im Raum und sollte zur Kontrolle einiger Magenbeschwerden durchgeführt werden. Und ehrlich gesagt: Das schlimmste daran, war das Rachenspray. Vom Rest habe ich nix mitbekommen. Irgendwann wurde ich wach und es war vorbei :-). Alles also halb so wild … Dormicum und Dolantin sei Dank :-).

Jetzt bin ich wieder soweit fit und versuche mich an Tag 3 der Neurologie. In den letzten Wochen war ich unter anderem mit HNO und Auge zu gange. Alles eher nicht so meine Themen … daher waren auch die Kreuzergebnisse nicht gerade so dolle. Alles keine Katastrophe aber trotzdem knapp über 50% nur. Alles in allem sollte das dennoch nicht so schlimm sein, es gibt ja auch wesentlich bessere Fächer :-).

Dazu zählt auch die Neurologie. Und genau damit werde ich mich jetzt mal weiter beschäftigen. Stay tuned 😀

Tag 46: Orthopädie

3. August 2014 geschrieben von Peter

Seit meinem letzten Blogeintrag ist wieder einige Zeit ins Land vergangen. Der Juli liegt bereits hinter uns, und damit einer der wärmsten, ein extrem nasser und Gewitter reicher Monat. Dementsprechend viel das Lernen bei den extremen Temperaturen nicht immer leicht leider. Aber man schlägt sich so durch :-).

Mittlerweile steht heute Tag 46 auf dem Plan und das heißt ich bin mitten in der Chirurgie angekommen, nicht gerade eins meiner lieblings Themen, bekanntermaßen. Diese Woche war ich noch schnell beim Landesprüfungsamt meine letzte Tertialbescheinigung abgeben. Damit nehmen die Dinge so ihren Lauf nun.

Ansonsten findet neben der Lernerei natürlich auch noch ein wenig Freizeit statt. Die WM ist als Weltmeister überstanden und nun steht eine fußballlose Zeit ins Land bis in ein paar Wochen endlich wieder die Bundesliga startet. Derweil werden wir ein wenig unsere Freizeit mit Sport und Spaziergängen genießen und die zahlreichen Geburtstage im Juli/August abfeiern. Ansonsten ist das “Medizinerleben” momentan relativ unspektakulär. Außer der Lernerei gibt es nämlich nicht sehr viel zu berichten. Und genau das werde ich dann jetzt mal wieder tun. Bis bald …

Tag 24 … Infektiologie

10. Juli 2014 geschrieben von Peter

Nach einer längeren Pause möchte ich euch heute wieder auf den aktuellen Stand der Dinge bringen. Aktuell habe ich Lerntag Nr. 24 zwischen und das Thema Infektiologie ist dran. Die Innere Medizin ist damit das erste abgeschlossene Fach. Ich muss sagen: Amboss ist wirklich super. Die Inhalte sind auf den Punkt gebracht und toll aufbereitet. Manchmal würde ich mir mehr Übersicht wünschen, da das doch etwas eintönige “Lernkarte durchscrollen” manchmal sehr ermüdend ist. Der absolute Kracher wäre natürlich am Ende der Lernkarten bzw. des Faches ein paar Wiederholungsfragen bzw. Übungsfragen, die nicht aus den Altfragen stammen sondern gesondert für ein Thema gestellt werden. Aber das ist dann vielleicht auch zuviel des Guten :-).

Alles in allem komme ich soweit zeitlich gut voran. Der Stoff ist zeitlich sehr gut zu bewältigen und ich lerne eigentlich nicht länger als 5 Stunden samt kreuzen. Da liegt allerdings auch das Problem: Ich habe das Gefühl, dass ich das ganze nicht sorgfältig genug mache. Ich könnte mehr Wiederholen und entspannter die Themen angehen … :-(. Das Kreuzen jedenfalls gibt mir mehr oder weniger Recht. Innere habe ich – bis auf wenige Ausreißertage – sicher über 70% gekreuzt … teilweise sogar um 85%. Damit wäre ich natürlich als Endergebnis mehr als zufrieden. Infektiologie Tag 1 (als Tag 23 des 100-Tage-Lernplans) hat mich dann allerdings mit 50% direkt wieder auf den Boden der Tatsachen geholt … danke Amboss :P.

Jetzt geht es also an Tag 24 … mal sehen wie das so weiter geht … spannend!