16. Juni 2009 geschrieben von sebastian
So, liebe Leser meines PJ-Blogs: Es geht dem Ende entgegen. Seit gestern läuft die letzte Woche meines Praktischen Jahres. Da ich geschickt meine Fehl- und Lernfreitage kumuliert habe, kann ich fast vier Wochen früher als geplant mein PJ beenden und mich anderen “schönen” Dingen widmen.
Die letzte Woche begann sehr gut: Gestern war ich mit Oberarzt im Urologiesaal bei einer radikalen Blasen- und Nierenentfernung. Und: Es war mein Patient. Meine Intubation, mein ZVK, mein arterieller Zugang. Hat mir sehr großen Spaß gemacht, selbstständig das Ding zu schaukeln.
Heute gabs im HNO-OP viele Mandelentferunung, somit auch viele Kindernarkosen, bei denen ich bislang nur zugeschaut habe. Aber: Auch hier durfte ich ran und intubieren. Obwohl ich mir das bei Kindern als schwierig vorgestellt habe, ging es supergut.
Auf der Agenda für die Restwoche stehen die nächsten Tage die Spinalanästhesien, die ich bislang leider nur selten machen konnte. Ich hoffe, ich kann noch ein paar abgreifen
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10. Juni 2009 geschrieben von sebastian
Diese Aussage eines Allgemeinmediziners (die übrigens stimmt) geht mir immer durch den Kopf, wenn ich im OP der Gefäßchirurgie bin. Teilweise wirklich junge Menschen liegen da auf dem Tisch mit katastrophalen Gefäßen, wirklich schwer krank und: Eigentlich haben alle geraucht. Finde ich eindrucksvoll.
Heute verbrachte ich den Tag mit meinem Lieblingsaltassistenten im Gefäß-OP. Das sollte sich als gute Kombination herausstellen: Der Assi erklärt mir superviel, lässt mich sehr viel machen und im Gefäß-OP gibt es auch immer viel zu tun (arterielle Zugänge und ZVKs legen zum Beispiel). So sollte es auch heute wieder sein. Ich durfte alle Narkosen selber einleiten und führen, bekam wieder sehr viel über die Schwierigkeiten der Narkose bei Gefäßoperationen beigebracht und hatte sehr viel Entscheidungsspielraum. Besonders eins gefällt mir an dem Altassi: Man darf Fehler machen, ohne einen dummen Kommentar oder ähnliches abzubekommen. Vielmehr gibt er mir immer die Möglichkeit, aus meinen Fehlern zu lernen und damit immer ein Stückchen besser zu werden. Highlight heute war das Legen eines ZVKs, was ich sehr sehr gerne mache, nachdem ich dem Patienten eine orangene Braunüle (die ganz dicken Dinger) gelegt habe. ZVKs lassen sich im Regelfall relativ problemlos legen, großer Vorteil: Man bekommt viel Volumen in den Zugang und man kann sie auch bei schockigen Patienten halbwegs gut legen. Von daher ist das eine Fähigkeit, die jeder Arzt mal gemacht haben sollte. Heute war ein guter Tag
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9. Juni 2009 geschrieben von sebastian
Ich bin wieder im OP, sehr gut
Die letzten zwei Wochen meines PJs werde ich damit verbringen, Nadeln in Menschen zu stechen, sie schlafenzulegen und ihnen dabei zuschauen.
Den heutigen Tag verbrachte ich in der Urologie-Ambulanz, wo viele kurze Eingriffe hintereinander stattfinden. Die Patienten werden in der Regel nicht intubiert, sondern mit einer Larynxmaske beatmet. Die Stimmung war gut, die Patienten meist nicht sehr krank und der PJler hatte Spaß am Arbeiten. Somit war der heutige Tag gelungen.
Langsam aber sicher beginnen meine Vorbereitungen zum Hammerexamen, welches im Oktober ansteht. Abends versuche ich, Altfragen zu kreuzen und ein wenig in Kurzlehrbüchern zu blättern. Zwar hält sich die Begeisterung noch in Grenzen, aber ich denke, dass ich mich da die nächsten Tage noch steigern werde. Alles wird gut
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1. Juni 2009 geschrieben von sebastian
Ein weiterer Grund neben guter Lehre und guter Infrastruktur, hier ein Tertial zu absolvieren, bestand in der Nähe zur Nordsee. Gerade zu dieser Jahreszeit soll es sich dabei ja nicht um das schlechteste Ausflugsziel handeln
Dieses Wochenende unternahm ich mit einem Kommilitonen einen Tagesausflug auf einer der ostfriesischen Inseln, nach Langeoog.
Nach einer Stunde Autofahrt kamen wir am Fähranleger an und eine knapp 40minütige Fährfahrt brachte uns auf die Insel, die uns mit sommerlichen Temperaturen und strahlendem Sonnenschein bereits erwartete. Da Langeoog komplett autofrei ist, mieteten wir uns Fahrräder, um uns auf der Insel schnell bewegen zu können. Landschaftlich ist es ein wunderschöner Flecken in der Nordsee, der jetzt zur Hauptsaison natürlich komplett überrannt wird. Nach einem Besuch in einem friesischen Teehaus verbrachten wir den restlichen Tag auf den Rädern und am Strand, wo ich mir beim Nickerchen in der Sonne nen netten Sonnenbrand eingefangen habe. Nach sechs Stunden Insel brachte uns die vorletzte Fähre wieder ans Festland, wo wir nach dem obligatorischen Fischabendessen komplett müde die Heimfahrt antraten. Ein wunderschönes Wochenende
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1. Juni 2009 geschrieben von sebastian
Die letzte Woche rotierte ich innerhalb der Abteilung und landete nach über acht Wochen OP nun auf der operativen Intensivstation. Dort werden die richtig kranken Menschen nach großen operativen Eingriffen versorgt, wieder fitgemacht und dann auf die Normalstation zurückverlegt. Da es sich um meist um chronisch-kranke Patienten handelt, die mit einer langen Liste an Vorerkrankungen und Vormedikation dort aufschlagen, handelt es sich für die Anästhesie um ein äußert komplexes Arbeitsfeld, welches einem sehr großen Wissen und einer noch größeren klinischen Erfahrung bedarf. Im Gegensatz zum OP betreut man nicht nur einen einzigen Patienten, sondern eine ganze Abteilung, die man im Kopf behalten muss.
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25. Mai 2009 geschrieben von sebastian
Ab heute habe ich noch vier Wochen, also zwanzig Arbeitstage, Praktisches Jahr vor mir (fünfzehn Urlaubstage sowie fünf Studientage habe ich noch auf dem Konto
). Langsam aber sicher rückt das Hammerexamen im Herbst näher, so dass ich mir langsam Gedanken um meine Strategie mache. Ich vermute, die schriftliche Anmeldung alleine, die ich vor ein paar Wochen abgeschickt habe, wird alleine nicht reichen…
Ich habe mir lange Gedanken gemacht, Kommilitonen befragt und Examensabsolventen, wie ich am schlausten an die Sache rangehe. Mein Konzept: Vor der heißen Lernphase versuche ich, möglichst viele Kurzlehrbücher mit examensrelevanten Themen zu lesen, so dass ich bereits vor dem Kreuzen ein gutes Vorwissen habe. Ab Ende Juni, wenn die heiße Phase so langsam beginnt, werde ich mich wohl nur noch mit der Schwarzen Reihe sowie der Mediscript-DVD vergnügen. Das ist der Plan fürs Schriftliche. Man darf gespannt sein
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19. Mai 2009 geschrieben von sebastian
Mein Lieblingsassistent, der die letzte Woche fast komplett in der Anästhesieambulanz weilte und davor Urlaub hatte, ist wieder am Start. Da wir uns gut verstehen und ich in seinem Saal viele Freiheiten habe, war es natürlich klar, dass wir den heutigen Tag miteinander meistern werden.
Im Gefäßsaal, in dem wir beide heute wohnten, gab es mehrere große Eingriffe, die sich aber aufgrund eines flinken Operateurs alle nicht so in die Länge zogen, wie zunächst befürchtet. Das Intubieren geht mittlerweile auch bei schwierigen Verhältnissen gut, was mich natürlich sehr erfreut. Mein nächstes Etappenziel heißt Spinalanästhesie, doch leider sind – insbesondere die Assistenten – sehr scharf darauf, so dass ich vermutlich zum richtigen Zeitpunkt im richtigen Saal sein muss.
Langsam aber sicher beginnen meine Vorbereitungen bezüglich des Projekts Hammerexamen Herbst 2009 mit lockerem Kreuzen in den Abendstunden. Hier zahlt sich die Abgeschiedenheit meines Lehrkrankenhauses deutlich aus, da ich mich in Ermangelung an Ablenkung dankbar auf den Stoff stürze
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12. Mai 2009 geschrieben von sebastian
Es ist echt komisch: Fast keine Patienten auf unserer Intensivstation, ein Großteil der Abteilung ist auf einem Anästhesistenkongress, die Ober- und Fachärzte machen sich rar. Sprich: Wenig Arbeit für mich. Eigentlich ist das sehr schade, zumal mich das Fach sehr sehr sehr interessiert und ich mir nichts anderes wünsche, als praktisch arbeiten zu können. Wie dem auch sei, jammern nützt nichts. Also mache ich aus der Not eine Tugend
Ich hängte mich heute an einen der Assistenten, die mir freie Hand beim Intubieren und Narkoseführen lassen, und durfte bei einem sehr kranken Mann bei einem sehr großem Baucheingriff Narkose machen. Schwierige Intubationsbedingungen, Zahnruinen, aber: Ich durfte intubieren. Und ich konnte erfolgreich intubieren. Es sind die kleinen Dinge, die das Leben schön machen, gerade in einem Fach wie der Anästhesie. “Wenn man sich nicht selber lobt, dann tut es keiner” sagte letztens ein Kollege mit fast 20 Jahren Berufserfahrung in diesem Fach.
Eine weitere Tagesaufgabe in der Anästhesie besteht darin, Patienten vor ihren Operationen zu untersuchen und sie über den Eingriff aufzuklären (inklusive Risiken und Komplikationen). Da diese Erkenntnisse weitreichende Folgen für den zuständgien Kollegen haben, ist es sehr wichtig, dass dieser Part sehr exakt verläuft und korrekt dokumentiert wird. Aus diesem Grunde schaute ich nach dem großen Baucheingriff in die Anästhesieambulanz, wo sich die Operationskandidaten vorstellen. Kurze Untersuchung, Blick auf den Aufklärungsbogen (was hat der Patient für Vorerkrankungen und Medikamente angegeben), ein kurzes Gespräch über die Narkose. So sieht ein Narkosegespräch aus
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6. Mai 2009 geschrieben von sebastian
Sie sind wieder da! Die Fach- und Oberärzte haben den Weg zurück ins Krankenhaus gefunden und machen wieder Narkose, bzw: Lassen mich Narkose machen
Der Tag begann gut. Ich verzog mich in die gynäkologischen OPs, wo heute kurze Eingriffe anstanden, so dass ich viele Patienten in die Narkose einleiten und wieder ausleiten konnte. Das Intubieren klappt immer besser, selbst bei schwierigen Patienten wird es professioneller und immer erfolgreicher. Und: Es wird mir viel mehr zugetraut. Das fördert den Spaß an der eigenen Arbeit und lässt das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten wachsen. Ich muss sagen, so kann und soll es weitergehen
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4. Mai 2009 geschrieben von sebastian
Das war heute ein öder Tag: Kaum Fachärzte da, viele Assistenten, die Oberärzte rotierten und irgendwie kam ich zu nichts. Da es gerade die Fach- und Oberärzte sind, die mich viel praktisch machen lassen und mich wie einen Jungassi behandeln, durfte ich heute kaum praktisch tätig werden. Zwar sind alle sehr nett und niemand ist wirklich maligne, aber doof ist es allemal. Ich bekam zwar viel erklärt und konnte viel Theorie mit nach Hause nehmen, doch richtig zufriedenstellend war der Tag heute nicht. Wäre ich mal im Bett geblieben
Einziges Erfolgserlebnis: Erfolgreiche Intubation einer über 120 kg schweren Patientin, und das ohne große Probleme. Ich hoffe, morgen bläst wieder mehr Wind
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