PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Erste Stichpunkte zum Fallbeispiel



Jens
22.06.2005, 19:15
Hallo zusammen,

hier die ersten Stichpunkte zum Fallbeispiel und zu den Testfragen, die wir in einem MEDI-LEARN Telefoninterview in Erfahungen bringen konnten:

27jährige Studentin mit neurologischen Störungen
- charakteristische Bild für Retrobulbärneuritis
- mit vielen Altexamina-Fragen
- "Arzt sieht nichts, Patientin nichts nichts"
- zusätzlich internokuläre Ophthalmoplegie mit Blickparesen
- Nystagmus einseitig
- visuelle induzierte Potentiale verlängert
- Lhermitte-Zeichen positiv dazu haben sie gefragt Abgrenzung zu Kernigzeichen, Prozinski und anderen
- Babinski war positiv
- mit Doppelbildern in den vorhergehenden Monaten schon öfter aufgetreten
- dann lief es wieder darauf hinaus herauszufinden was es für eine Erkrankung ist und dann auch Fragen zur Diagostik und Therapie (war bei allen Fragen so)


Welche weiteren Dinge wurden im Fallbeispiel erwähnt?
Wie sahen die Fragen zum Fallbeispiel aus?

Wenn ihr noch mehr Infos zum Fall habt, tragt sie gerne als Antwort auf diesen Beitrag ein!

:-top Vielen Dank für Euer Engagement! :-top

Matti
22.06.2005, 21:36
Ich erinnere mich noch an die letzte Frage: Welcher Verlauf der Erkrankung ist anzunehmen, wenn die Frau schwanger wird?

Sorpresa
22.06.2005, 22:49
und welcher befund ist typisch für MS im liquor? (igG erhöhung)

dann waren mrt bilder zur auswertung gegeben. das sollte man auswerten (waren das periventrikuläre ... och, wie heißt das noch?) und eine mögliche differentialdiagnose anhand eines befundes im rückenmark erstellen. (syringomyelie; funikuläre myelose; kleinhirnverkalkung o.ä. und 2 syndromnamen die ich noch nie gehört hatte)...

dann die frage nach der behandlung des akuten schubes, die zur kurzfristigen besserung geführt hat...

die blickparesen sollten gedeutet werden (doppelbilder bei blick nach links, nystagmus li.; adduktionsschwäche re. auge; beim normalen geradeausblick unauffällig, visus war bei 1 bds.(das paßt doch eigentlich gar nicht zu einer retrobulbärneuritis, wie sie jens erwähnte?))

dann war im bild ein positives gordon zeichen abgebildet, was man benennen sollte...

und für welches symptom die störung der tiefensensibilität verantwortlich ist (ataxie?)

ja und die visuell evozierten verlängerten potentiale sollten gedeutet werden (auf was beruhen die? - axonale schädigung oder demyelinisierung der markscheiden)

ja, und die schwangeren frage...

Endspurt
23.06.2005, 11:11
In Gruppe B wurden hier kaum Fragen zum MRT gestellt und gar keine zum Rückenmark. Und schwanger war die Patientin bei uns auch nicht (oder ich hab es überlesen). Dafür kam sie bei uns 3 Monate nach dem MS-Schub mit übermäßig geröteten Wangen, einem Pleuraerguss und Nierenproblemen (Erys, Leukos, Nitrit im Urin) wieder. Lupus?

Unregistriert
23.06.2005, 15:24
Ausserdem wurde zum Liquorbefund noch nach einem weitern wegweisenden Befund gefragt (zusätzlich zur IgG-Erhöhung).
Antworten waren Antikörper gegen verschiedene Virusinfektionen,
Eiweißerhöhung, IgA und IgE Erhöhung (und eine habe ich vergessen).
Ausserdem wurde sehr dezidiert nach der Therapie gefragt:
(Welche Initialtherapie, welche Dauertherapie) und dabei auch durchaus zu den neuesten Medikamenten.

Gaja
29.06.2005, 16:22
13 der wahrscheinlichsten Ursache der Augenbewegungsstörung der Patientin (beim Blick nach links: mangelhafte Adduktion des rechten und Nystagmus des linken Auges) bei regelrechter Konvergenzreaktion

internukleäre Ophthalmoplegie


14 der Funktionsstörung, unter der die Patientin aufgrund der nachgewiesenen Störung der Tiefensensibilität leidet

Stand- und Gangataxie


15 der Information, die die Untersuchung der visuell evozierten Potentiale (VEP) in diesem Fall liefert (Latenzzeit der VEP (P100) rechts 130 ms, links 101 ms, Amplituden regelrecht)

Hinweis auf eine vorwiegend demyelinisierende zentralnervöse Erkrankung


16 der Lokalisation der in den dargestellten Magnetresonanztomogrammen des Gehirns sichtbaren Hirnläsionen

in periventrikulären Marklager


17 der Differentialdiagnose, die bei isolierter Bewertung des magnetresonanztomographischen Rückenmarksbefundes (beidseitige zervikale Hinterstrangläsionen) am ehesten in Betracht kommt

funikuläre Myelose durch Vitamin-B12-Mangel


18 dem Bereich, in welchem der Liquordruck liegen dürfte, der bei der Lumbalpunktion der in Seitenlage befindlichen Patientin gemessen wurde

5 - 20 cm Wassersäule (0,5 - 2,0 kPa) = Normalbereich


19 dem weiteren Liquorbefund, der die Diagnose der multiplen Sklerose am ehesten erhärten würde

pathologisch erhöhte Antikörper-Spezifitätsindizes (ASI) für Antikörper gegen Masern-, Röteln-, Zosterviren (MRZ-Reaktion)

20 der Behandlungsoption, die sich am besten zum Therapiebeginn beim ersten Klinikaufenthalt der Patientin eignet

Gabe von Methylprednisolon als Stoßtherapie für wenige Tage bis Wochen


21 dem Namen eines abgebildeten Phänomens: Kneten einer Wade führt zur Dorsalextension der Großzehe, Plantarflexion und Spreizung der 2. - 5. Zehe

Gordon-Zeichen (I)


22 der weiteren Therapieoption, die im vorliegenden Fall am wenigsten in Betracht kommt

Interferon-gamma


23 der psycho-organischen Störung, die im weiteren natürlichen Erkrankungsverlauf bei dieser Patientin am wenigsten zu erwarten ist

delirante Episoden


24 der Auskunft, die die Patientin auf die Frage nach der Möglichkeit einer Schwangerschaft bei multipler Sklerose nach dem heutigen epidemiologischen Kenntnisstand am ehesten erhalten hat

Der Langzeitverlauf der Erkrankung wird durch Geburten nicht signifant veränder