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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wo habt ihr eure internistischen Weisheiten her...?



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Thomas24
13.07.2005, 00:51
Hallo dies ist ein Thread an alle, die sich für ein Fach abseits vom "Mainstream" der grossen vier Fächer Innere/Chirurgie/Pädiatrie/Gyn entschieden haben.
(So wie ich zum Beispiel :-)) ).

Mal angenommen, ihr seid frisch approbierte aber in der "richtigen Medizin" leider völlig ahnungslose (mal bis auf die paar Famulaturen, ein paar Hospitationen, Kurse und das PJ) Mediziner und werdet als Diensthabende auf die Menschheit losgelassen... :-nix

Das mag ja für das eigene Fach noch nicht so schlimm sein- wenn die schwierigste Differentialtherapeutische Entscheidung des Tages am ehesten lautet: "Hm... nehmen wir Tropfen...oder doch lieber eine Salbe" *g*? Oder wenn´s mal schlimm kommen sollte: "Wo hab ich eigentlich die Handynummer von meinem Oberarzt gelassen?" ;-) Nee mal im Ernst, das eigene Fach bereitet euch keine (schlimmen) Schweißausbrüche und Kopfschmerzen mehr, und man hat genügend Leute um sich herum, die man immer fragen könnte.

Aber...leider ist das stationäre Patientengut aber recht betagt (z.T. hochbetagt), und deswegen ist es ab und an durchaus möglich, das mal der ein oder andere Ausflug in die Gefilde der "richtigen Medizin" vorkommen könnte- und die eigenen Kolleginnen und Kollegen der gleichen Fachrichtung sind in dieser Hinsicht auch nicht sehr beschlagen, und kommen als Quelle von Wissen und Erbauung also nicht unbedingt in Betracht.
Andererseits will man nicht unbedingt bei jeder kleinen RR Krise gleich den Internisten annerven (der ist ja eh´ meistens schon im Stress...im Gegensatz zu mir *ähem*). Aber dafür ist er ja auch ein *richtiger Arzt* geworden...da soll Stress nunmal dazugehören (hab ich mal gehört) ;-)

Also ihr lieben Dermatologen, Orthopäden, Urologen, Hals-Nasen-Ohrenärzte, Psychosomatiker etc...: wo habt ihr eure gesammelten internistischen Weisheiten hergeholt, die ihr im täglichen Stationsalltag so braucht? (Z.b. Wie stelle ich einen Diabetes oder einen art. Hypertonus ordentlich ein, wenn dieser beispielsweise unter systemischen Steroiden mal entgleisen sollte, wie handhabe ich effektiv systemisch Immunsuppressiva, was tue ich im Notfall wann, wie und in welcher Reihenfolge... etc.).

Kamen diese Weisheiten einfach über euch, oder wie habt ihr euch am Anfang durchgehangelt? Das PJ und die paar Famulaturen waren ja nicht unbedingt die solideste Basis für das echte Leben in freier Wildbahn. Auch diejenigen, die später mal in die Innere oder Allgemeinmedizin gehen wollten und spezifisch ihr Studium und ihre Praktika danach ausgerichtet haben, kommen am Anfang ja ganz schön ins Schwimmen. Wie geht es dann erst allen, die *nicht* in die Innere wollen, trotzdem ab und zu damit zu tuen haben. Learning by doing? Altgediente Schwestern fragen? In der Checkliste Innere schmökern...oder doch zum Telefonhörer greifen und immer wieder nachfragen?

Und falls es mal dicke kommt, und es schnell gehen soll...Hat jemand von euch schon Erfahrungen gesammelt mit den Kursen, die beispielsweise im rheinischen Ärzteblatt angeboten werden? (Z.B. Kardiologische Notfälle in der Praxis/MEGACODE oder Respiratorische Notfälle in der Praxis)
War schon mal jemand in einem der Kurse?

Für eure Anregungen wäre ich wirklich dankbar! :-stud

Froschkönig
13.07.2005, 01:34
Mal abgesehen davon, daß ich Pädiatrie und Gyn nicht zum Mainstream rechnen würde muß ich sagen, daß ich vehement den Eindruck habe daß nach dem Studium EGAL IN WELCHER Fachrichtung das meiste "Learning by Doing" ist.....

Gruß,
Der Frosch

die chondropathia
13.07.2005, 09:35
Mal abgesehen davon, daß ich Pädiatrie und Gyn nicht zum Mainstream rechnen würde muß ich sagen, daß ich vehement den Eindruck habe daß nach dem Studium EGAL IN WELCHER Fachrichtung das meiste "Learning by Doing" ist.....

Gruß,
Der Frosch
Päd/Gyn sind AFAIK neben Inn/Chir doch die beiden größten Fächer - also von der Anzahl der beschäftigten Ärzte...
Insofern schon irgendwo Mainstream.

echelle, gerade hinsichtlich der Frage Tablette/Saft vollkommen auf dem Schlauch stehend...

Evil
13.07.2005, 19:42
Mal abgesehen davon, daß ich Pädiatrie und Gyn nicht zum Mainstream rechnen würde muß ich sagen, daß ich vehement den Eindruck habe daß nach dem Studium EGAL IN WELCHER Fachrichtung das meiste "Learning by Doing" ist.....

Gruß,
Der Frosch
Das gilt auf jeden Fall für die Anästhesie: ausprobieren und kucken, was passiert.... :-D .... falls etwas schiefgeht weiß man ja zu reagieren...

Leelaacoo
13.07.2005, 21:55
echelle, gerade hinsichtlich der Frage Tablette/Saft vollkommen auf dem Schlauch stehend...

Am besten Zäpfchen :-D

LG Lee (bei der auf Station letztens der Urologe zum Konsil gebeten wurde...zum Vorhaut zurückstreifen :-)) Herrlich...)

Doktor_No
13.07.2005, 23:04
weisheiten? was für weisheiten? meine mentoren haben es immer nach der methode "see one, do one, teach one" bei mir probiert, hat nicht geklappt, also werd ich urologe. zur frage tabletten/salbe/zäpfchen: finger in den popo hilft IMMER, egal bei was!!!!! :-))

die chondropathia
15.07.2005, 10:09
weisheiten? was für weisheiten? meine mentoren haben es immer nach der methode "see one, do one, teach one" bei mir probiert, hat nicht geklappt, also werd ich urologe. zur frage tabletten/salbe/zäpfchen: finger in den popo hilft IMMER, egal bei was!!!!! :-))
Lass mich deine Prostata tasten und ich sage dir, was für ein Mensch du bist, tehe. DC, ebenfalls ganz und gar uroLOGISCH durchDRUngen, :-top

pottmed
15.07.2005, 10:20
Was treibt einen eigentlich an Urologe zu werden, ich versteh es einfach nicht :-nix

Aber Back to topic

Doktor_No
15.07.2005, 12:14
uns treibt der (harn)drang... :-dance

Bille11
15.07.2005, 12:26
und das anscheinend unsagbare erfolgserlebnis finger in den po. ist das jetzt nach freud anales vergnügen? :-))

die chondropathia
15.07.2005, 12:38
und das anscheinend unsagbare erfolgserlebnis finger in den po. ist das jetzt nach freud anales vergnügen? :-))
Nein, eine prolongierte Anale Phase. Einige kriegen eben nie genug, tehe. Auf zur nächsten Hafenrundfahrt, wie die DRU hier an der Küste heißt...

Im Ernst: Man macht als Urologe machmal auch andere Sachen als Vorhäute rejustieren und Hafenrundfahrten... ;o)

Bille11
15.07.2005, 12:44
ja, anderen leuten überall dort schläuche reinstecken, wo sie eigentlich nie welche drin stecken haben wollten :-))

pottmed
15.07.2005, 12:52
naja manchmal darf man ja auch operieren und den ein oder anderen Stein entfernen ;-)

Bille11
15.07.2005, 13:11
naja - damit sie auch was zum spielen haben.. *grins*

- gänzlich unbeliebt mache bei den uros & dazu noch sinnfrei rumspamme -

Doktor_No
15.07.2005, 13:51
ach bille, auch du bist an der kohlrausch`en falte bestimmt sensibel... :-love

Bille11
15.07.2005, 13:57
^^ - DAT hab ich nicht abgestritten.. aber können wir wieder zum thema kommen... *ablenk*

"see one, do one, teach one" ist doch echt die methode der wahl bei den (internistischen) weisheiten, odr?

pottmed
15.07.2005, 14:06
Erspar uns die Details ;-)

*spam*

condorito
15.07.2005, 20:12
Ich wär bestimmt n guter Urologe geworden:-D

Thomas24
21.07.2005, 18:33
"see one, do one, teach one" ist doch echt die methode der wahl bei den (internistischen) weisheiten, odr?


Tscha... vielen Dank für die Anregungen. See one, do one, teach one haben wir bislang auch immer praktiziert (ich persönlich hab´ mich schon immer gewundert, wie erstaunlich robust manche Patienten unsere *Behandlung* wegstecken können- aber das ist ein anderes Thema :-D ).

Seh ich das richtig, das bislang noch niemand auf einer dieser zertifizierten internistischen Fortbildungen der Ärztekammer gewesen ist?
:-stud

LG!

Werwolf
22.07.2005, 19:58
Ich arbeite zwar in einem "Mainstream-Fach" (Chirurgie), bin aber doch gelegentlich mit Fragestellungen anderer Fachgebiete konfrontiert. (Nicht zuletzt deshalb, weil unser Patientengut teilweise auch verdammt geriatrisch und multimorbide ist...) :-))
Was Innere angeht, so traue ich mir die Basics schon zu. Die Basics- wohlgemerkt. Freestyle-Menschenversuche mache ich nicht ;-) :-)) Aber ich find´s irgendwie blöd, für jeden etwas entgleisten Hypertonus gleich einen Konsiliarius ranzuholen. (Die kommen dann auch nur widerwillig und erst nach Ewigkeiten, und wenn man sie dann wirklich mal dringend braucht, lassen sie sich dann womöglich auch 3x bitten- nee danke! :-(( ) Deswegen- Kleinkram do-it-yourself, schließlich bin ich auch Arzt. Für etwas diffizilere Fragestellungen wird vielleicht noch mal Gevatter "Herold" bemüht. Und wenn nix mehr hilft- Konsil! :-nix Dann aber mit einer klar formulierten Fragestellung und nicht "Pat. fühlt sich irgendwie nicht, Bitte um Beurteilung" :-(( :-))
Ähnliches gilt für Neuro- was ich selber untersuchen kann, untersuche ich. Wenn ich dann nicht weiterkomme- Konsil! Und auch dann mit einer klaren Frage und den Befunden, die ich selber schon erheben konnte. Dann kommen die eigentlich auch immer recht bereitwillig.
Was auch ganz gut funktioniert- Konsildoktor anrufen, Konsilwunsch ankündigen, aber Bereitschaft bekunden, das Problem unbürokratisch am Telefon zu lösen. Gut für mich, spart Papierkram, Warterei auf das Konsil. Und gut für den Konsiliarius- er muß nicht antraben, sondern kann meine sensationellen Ideen telefonisch gutheißen oder Verbesserungs- bzw. Lösungsvorschläge unterbreiten. ;-) :-))
Derma- schwierig. Dermatologen gibt´s bei uns nicht. Also wird die schlimme Effloreszenz begutachtet und beschrieben, dann wird scharf nachgedacht, ob ich mich an sowas erinnern kann aus dem Kurs. Im Zweifel wird Cortisonsalbe draufgeschmiert, wenn ich der Meinung bin, daß das helfen könnte. Und wenn´s ein Pilz ist, kommt Canesten drauf. Damit konnte ich sensationelle Erfolge erzielen :-top ;-) :-))
Und insgesamt- viel learning by doing. Aber auch gerne mal :-lesen