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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zahnärzte und Rückenschmerzen



Roxi
16.01.2006, 21:31
Hallo!

So, wie gehts euren Rücken? Mir wurde öfter schon davon abgeraten Zahnmedizin zu studiern, weil man sich dort wohl den Rücken kaputt machen soll. Stimmt´s oder stimmt´s nicht?
Auch habe ich gehört, dass man jetzt an den Unis total ergonomische Behandlungsmethoden vermittelt bekommt...

Danke schonmal für jede Meldung.
Gruß,
Roxi

baybee
16.01.2006, 22:22
Mir ist ständig die linke Schulter taub geworden und wenn man erstmal den ganzen Tag im Labor sitzt und man mal wieder unter Zeitdruck steht, kommen verkrampfte Haltung und Rückenschmerzen von ganz allein. Also viel Ausgleichssport machen -> windsurfen und joggen!

TheDentist1+2
16.01.2006, 22:45
Will dir nicht den Studienwunsch vermiesen aber unsere zahnärztliche Praxis bezeichne ich gerne als "Invalidenpraxis", unsere Helferinnen(alle 3) haben Bandscheibenvorwölbungen oder zumindest Rückenschmerzen (und das mit 2x22 und 1x40), ich arbeite als Assistent seit einem Jahr und hab höllische Schmerzen, trotz 6 Stunden Ausgleichssport pro Woche, in der BWS, seit kurzem zieht auch mein Nacken. Mein Chef hatte vor 2 Jahren den 2ten Bandscheibenvorfall(den ersten mit 40 und den zweiten mit 50). Das Problem an unserer Arbeit ist die Tatsache das du quasi "freischwebend" über dem Patient hängst, dich also nicht mit Ellenbogen oder anderen Körperteilen abzustützen vermagst, es sei denn du kannst es verantworten deinen Ellenbogen in den Busen deiner Patientin zu rammen und zum zweiten musst du manchmal 1-4 Stunden(z.B. Präparation für eine 14-gliedrige Brücke) in dieser Position verharren ohne grosse Bewegungsspielräume auszuführen. Weiterhin musst du dich ordentlich krumm machen um alle Flächen eines Zahnes einsehen zu können, da helfen auch die indirekte Sicht über Spiegel oder Ergonomieregeln wenig. All dies ist Gift für die Bandscheiben und die umgebende Rückenmuskulatur. Der Mensch ist zwar an schwere aber durchgehend dynamische Arbeitsweise evolutionsbedingt angepasst.

Abschliessend betrachtet musst du schon über eine robuste Konstitution verfügen, speziell was die Wirbelsäule angeht, ansonsten wirst du in diesem Job nicht alt. Denke aufgrund meiner gesundheitlichen Problematik darüber nach mich als Kieferorthopäde weiterbilden zu lassen, hierbei hat man es mehr mit dem Drumherum zu tun als permanent in der Mundhöhle zu agieren.

flopipop
17.01.2006, 01:12
aber man kann doch auch vorbeugen, indem man die rückenmuskulatur stärkt...der prolaps kommt durch die schwächung der muskulatur zustande, die ja mit der beschriebenen arbeitsweise zusätzlich geschwächt wird. wenn man regelmäßig sport macht, z.n. schwimmen,joggen,fitness und damit der muskelschwäche entgegenwirkt, kann die bandscheibe auch mehr verkrümmungen aushalten...

ich spüre übrigens auch oft den rücken, wenn ich lange rumsitze(bin erst im 3. semester, fängt ja gut an, wahr :-)), aber nach etwas bewegung gehts wieder und die arbeit macht wieder spass.

also wenn du zahnmedizin studieren möchtest, würde ich es daran nicht scheitern lassen, wenns das einzige ist was dich abhält. aber falls du dich doch dafür entscheidst, solltest du die problematik immer im kopf behalten und auf richtige arbeitsweise achten, denn das problem ist allgegenwärtig und das kann man nicht leugnen.

außerdem: der patient kommt und geht, aber du musst den ganzen tag gektümmt aushalten...also auf ergonomie achten. :-top

Jasaa
18.01.2006, 20:35
hm? das ist ja komisch, was habt ihr denn für Patientenstühle?
Bei meinem Vater in der Praxis ist das ganz anders, weder mein Vater noch die Helferinnen (soweit ich weiß) haben Rückenbeschwerden. Aber mein Vater hat auch andere Stühle, in denen die Patienten nicht sitzen, sondern eher liegen. Ich weiß jetzt leider nicht, wie man die nennt.

flopipop
18.01.2006, 21:33
ja,in allen zahnärtzlichen einheiten der heutigen zeit arbeitet man sitzend am liegenden patienten...das hat damit leider nichts zu tun..

Recall8
19.01.2006, 14:42
Man sollte schon einen Ausgleich finden,(Sport)
denn es gab schon einige Studenten, die einen Nucleus Pulposus Prolaps in der Klinik erleben durften!

sir kent
22.01.2006, 13:42
Zahnmedizin und Rückenschmerzen gehören zusammen
wie Bergbau und Staublunge.

flopipop
22.01.2006, 16:39
Zahnmedizin und Rückenschmerzen gehören zusammen
wie Bergbau und Staublunge.

das kann man so auch nicht sagen.

Simon Reif
31.01.2006, 23:53
hm, ich bin seit langer zeit des zweifelns wieder in den (nun zahn-)medizinischen bereich vorgestoßen, habe in 2 monaten wohl mein 2,0 abi in der tasche, also die chance auf nen studienplatz, aber was ich hier lese hört sich ja gar nicht gut an. ich hab eine leichte wirbelsäulenverkrümmung und auch keine wirklich tolle rückenmuskulatur, sollte ich also die finger von der ZM lassen? ich war jahrelang selbst in kieferorthopädischer behandlung, von daher würde es mir schon was bedeuten zahnarzt zu werden, aber wenn ich in 20 jahren meinen rücken völlig kaputtgemacht habe, hab ich ja auch nix davon... ich würde gerne in die chirurgie gehen, in die forschung will ich nicht soooo unbedingt ;). man, ich hab aber immer ein pech wegen dem scheiß rücken.. bei der bundeswehr hat der arzt mich (nach der t-5 musterung) auch davor gewarnt, rettungsassistent zu werden, nicht mal ehrenamtlich am wochenende.. verdammt, sollte ich vielleicht der ganzen medizin den rücken kehren? auch wenn der thread schon ein paar tage alt ist, für ehrlich antworten wäre ich euch echt dankbar!

Roxi
01.02.2006, 21:27
ach simon lass ma den kopf nicht hängen.... also der medizin vollständig den rücken zu kehren halte ich für völlig übertrieben. es sei denn, du hast noch andere gründe und dieser hier gibt nur den ausschlag.

ich denke, dass mit den rückenschmerzen muss man bedenken, aber nicht überschetzen.

wenn du jetzt erst abi machst hast du ja noch genug zeit dich übers ausland zu informieren.... ich mein, falls du dich doch noch für die humanmedizin entscheidest.

gruß,
roxi

Simon Reif
02.02.2006, 11:39
danke, ich glaube auch dass ich nicht zu schnell aufgeben sollte, und wenn's dann halt eines tages die forschung sein sollte, dann ist es halt die forschung.. besser als nichts.

Roxi
02.02.2006, 13:56
eines ist mir noch eingefallen: mein ehemaliger mitbewohner (humani) hatte auch totale rückenprobleme.... skoliosis ohne ende (also richtig mies, früher hatte der auch ein korsett getragen) wenn ich mich recht entsinne war er nicht in der lage n kasten bier zu heben.
trotzdem hat er medizin studiert. hat sich nicht davon abbringen lassen!

(also so gut ist das beispiel auch nicht, weil wir uns alle gewundert haben, was er hier eigentlich macht, also, nicht wegen des rückens mein ich, er war einfach ein totaler vollidiot, der medizin studierte um seinem papi zu zeigen, dass er in wirklichkeit doch nicht soein blödmann ist.... naja, egal)