PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Berufserlaubnis



Seiten : [1] 2

gestern
07.07.2006, 14:31
Hallo,hab grade ´ne Stelle gefunden,aber bin kein EU-Mitglied und deswegen muss mein Arbeitsgeber die Stelle widerholt ausschreiben und Arbeitsamt beteiligen. Das wird er vermutlich nicht tun...Das heisst ich bleibe mehrere Jahren arbeitslos oder muss mich einbürgern lassen,was ohne Arbeit nicht möglich wäre...Hat schon jemand gleiche Probleme gehabt und trotzdem Berufserlaubniss bekommen?

Tombow
07.07.2006, 14:43
Hallo,hab grade ´ne Stelle gefunden,aber bin kein EU-Mitglied und deswegen muss mein Arbeitsgeber die Stelle widerholt ausschreiben und Arbeitsamt beteiligen.
Stimmt nicht. Es genügt, wenn die Stelle für vier Wochen bundesweit ausgeschrieben gewesen ist UND dein Arbeitgeber sich dazu äußert, daß sie entweder keine deutsche/EU-Kandidaten gefunden haben ODER du der am besten qualifizierte Kandidat bist. Ein Anruf vom Chef beim zuständigen Amt genügt meistens. Oder zwei. Hauptsache, der Chef hängt sich rein.

Gilt sowohl für Berufserlaubnis als auch fürs Arbeitsamt. Ausnahme - wenn du nicht-EU-Ausländer bist und dein Abschluß in Deutschland gemacht hast, dann mußt du dich nur an das zuständige Ausländeramt wenden, Arbeitsamt wird dann intern beteiligt. Und wenn die Sachbearbeiter im Ausländeramt dich kennen und du einen guten Draht zu denen hast, dann wird es nicht so schlimm werden.

gestern
07.07.2006, 17:46
Hallo Tombow,
danke für die Information,
so wurde mir in Regierung für Oberbayern gesagt...Ich hab in München studiert, mein Mann hat russ. Staatsangehörigkeit und weigert sich heftig sich einbürgern zu lassen, nur meine Tochter ist deutsche, aber das hilft in meinem Fall nicht. Die Stelle muss sehr snell besetzt werden und ich glaube nicht, dass sie 3 Monate lang warten können. Ich bin jetz in Depression..Wir können Deutschland nicht verlassen und ich hab umsonst hier so viel Jahren studiert...

grey_md
11.07.2006, 17:58
Hallo Tombow,
danke für die Information,
so wurde mir in Regierung für Oberbayern gesagt...Ich hab in München studiert, mein Mann hat russ. Staatsangehörigkeit und weigert sich heftig sich einbürgern zu lassen, nur meine Tochter ist deutsche, aber das hilft in meinem Fall nicht. Die Stelle muss sehr snell besetzt werden und ich glaube nicht, dass sie 3 Monate lang warten können. Ich bin jetz in Depression..Wir können Deutschland nicht verlassen und ich hab umsonst hier so viel Jahren studiert...

Hallo Gestern,

ich kann deine Lage sehr gut verstehen. Mein Mann muss zurzeit auch über diese Berufserlaubnis-Bürokratie-Weg gehen. Wir sind beide keine EU-Bürger.

Die Bezirksregierung in NRW hat sein Berufserlaubnisantrag abgelehnt mit eine Liste von Erklärungen warum er ein BA nicht bekommen kann, obwohl er sein Studium in DE abgeschlossen hat und 2 Jahre FA-Ausbildung in einer DE Uni-Klinik gemacht hat (in dieser Zeit hat er ein BA von Bezirksregierung Niedersachsen bekommen).

Erst nachdem sein zukunftiger Chefarzt mit den "Beamten" (ich nenne sie einfach so, weiss nicht ob es der richtige Begriff ist) gehandelt hat, ist die Hoffnung auf ein Berufserlaubnis zu bekommen wieder da. Leider verlangen die Beamten noch verschiedene Unterlagen von meinem Mann, und sie haben ihre Wünsche erst an ihm mitgeteilt nachdem er ein follow-up anruf gemacht hat :-((.

Die Stelle sollte ab 1. Juli besetz werden. Leider wird der Prozess mit den Beamten an der Bezirksregierung NRW noch länger dauern. Gleichzeitig mussen wir um unseren Aufenthaltsbewilligung und Arbeitsgenehmigung kümmern, d.h. nochmals Bürokratie mit den Beamten von der Ausländerbehörde und (indirekt) Arbeitsamt. Uns bleibt leider nichts anders übrig als weiter mitzumachen mit was die Beamten von uns verlangen, und hoffen dass die Stelle noch warten kann. Es ist anstrengend... aber es könnte am Ende doch noch klappen ;-) .

Also, such Dir ein Chefarzt der für Dich einsetzen würde. Ich würde Dir auch Raten, in anderen Bundesländern eine Stelle zu suchen, vielleicht sind die Beamten dort weniger anspruchsvoll als in Oberbayern :-meinung .

mit freundlichen Grüssen,
Grey

Tombow
12.07.2006, 07:21
@greymd:

Um welche Bezirksregierung in NRW handelt es sich? Bei der Bezirksregierung Düsseldorf dürfte ich nicht einmal meine Unterlagen einreichen, sondern bekam zu hören vom Stand weg, daß "wir haben hier kein Ärztemangel"..."es besteht kein öffentliches Interesse"...."daß die Stelle bundesweit für 4 Wochen ausgeschrieben ist, reicht nicht, um ein Ärztemangel festzustellen"..."wenn ihr CA hier anrufen würde, würde ich ihm zum Beispiel die Addresse der Ärztekammer Wien geben, da warten zig EU-Ausländer, um die Stelle zu besetzen"....

Gibt es eigentlich ein Weg, gegen diese Beamtenwillkür vorzugehen? Oder jemanden, der sich damit auskennt?

Und soweit ich verstehen kann, mit einem deutschen Abschluß und ohne Approbation darf man wohl nirgendwo ins Ausland gehen (dort wird ja in der Regel die Approbation verlangt). Stimmt es so oder irre ich mich?

grey_md
12.07.2006, 11:04
@ Tombow,

es ist die Bezirksregierung die zuständig für Region Westfalen-Lippe ist (also an der NRW-Niedersachsen Grenze).

Ich denke Düsseldorf, Bonn, Köln, etc. sind bekannt für "Mission Impossible" wenn es um die Erstellung einer Berufserlaubnis geht. Es sei denn der Chefarzt hat eine sehr gute Beziehung mit den decision-making Beamten... vielleicht kriegt man am Ende doch noch ein BE (?).

Wenn mein Mann nur mit seinem DE Abschluss zurück in unserer Heimat geht (Süd-Ost Asien), muss er 1-2 Jahre an einer Uni-Klinik studieren/arbeiten damit er eine Approbation bekommen kann. Erst dann darf er als Allgemeinarzt/Hausarzt arbeiten. Eine Facharztausbildung dort zu machen ist sehr teuer und die Qualität ist mit DE nicht zu vergleichen.

Das Medizinstudium kostet ja sehr viel Geld für die Steuerzahler (fast 30.000 Euro pro Jahr pro Kopf, http://www2.onwirtschaft.t-online.de/dyn/c/08/73/59/873598.html ). Wenn DE-Unis so viele non-EU ausländische Medizinstudenten ausbilden, aber danach die Bezirksregierungen die Berufserlaubnisse nicht erstellen wollen, obwohl die Chefärzte diese Medizinstudenten im Arbeitsteam haben möchten... ist es nicht am Ende nur Geld verschwendung? Einige Chefärzte haben für ihre non-EU Kandidat/Kandidatin durchgesetzt, d.h. Briefe geschrieben und/oder Anrüfe gemacht an den Bezirksregierungen. Wenn am Ende doch ein BE erteilt würde, dann muss man auch die Chefarztstunde (und sein Lohn) mitberechnen :-meinung

Leider fürchte ich dass unsere Meinungen hier nicht vieles ändern können. Wer kann schon gegen diese Beamtenwillkür vorgehen, besonders da wir ja kein DE-/EU-Bürger sind? Bin leider kein Optimist wenn es um DE-Beamten geht :-winky

gestern
12.07.2006, 13:36
...und ich kann auch nicht in Rußland mit deutschem Abschlüß arbeiten (ohne Vit B).
Hab bei dem Hartmannbund nachgefragt, sie schicken mich zum Anwalt...

grey_md
14.07.2006, 12:10
Neuigkeiten, ein Freund (non-EU Bürger, aus Südost-Asien, kein DE-Medizinabschluss, 3,5 Jahre FA-Weiterbildung in DE) hat gerade sein BE für Niedersachsen nach wenigen Wochen (!) bekommen. Und dass obwohl er sein Aufenthaltstitel und Arbeitsgenehmigung für die neue Stelle noch nicht geändert hat. Toll nicht wahr?

Vorher hat er sein FA-Weiterbildung in 3 verschieden Städten gemacht (2 in Niedersachsen und der letzte war in Bad Oeynhausen).

Sieht aus als wäre BE für Niedersachsen nicht so problematisch zu bekommen als die für NRW, BW oder Bayern :-meinung .

-Grey-

Die Niere
14.07.2006, 12:53
Und es liegt nicht viel eher am Aktionismus, den der CA gezeigt hat?

Tombow
14.07.2006, 13:37
Und es liegt nicht viel eher am Aktionismus, den der CA gezeigt hat?

Könnte sein, ist aber nicht immer Garantie. Bei mir hat es leider nicht geklappt, auch wenn der CA alle Register gezogen hat.

grey_md
14.07.2006, 14:34
Und es liegt nicht viel eher am Aktionismus, den der CA gezeigt hat?
Diesmal war eine enorme Aktion des CAs nicht nötigt, im Vergleich zu was mein Mann zurzeit durchmacht für seine neue Stelle in Westfalen-Lippe.

Tombow
14.07.2006, 14:50
Schön zu hören, daß es hier und da doch klappt. Macht ein wenig Hoffnung, auch wenn ich mich zunehmend richtung Forschung/Industrie orientiere.

KriZzy
14.07.2006, 17:50
(Die Niere kann mich ja verfluchen aber ich möchte das mal loswerden:)
-
-
-
-

Dieser Teil des Beitrags wurde verschoben
-
-
-er ist nun an einer anderen stelle anzutreffen
-
-
-
-
:-dance :-dance
:-keks


________________
Ich bin nicht mehr Staatenlos :-dance
hab gestern so 'n weinrotes ding mit güldner beschriftung bekommen

im konsulat dacht ich,ich wär für 45 min in Rußland gewesen...bürokraten

gestern
15.07.2006, 10:53
noch´ ne Frage:
Angenohmenn Russische Regierung stellt mir eine Bescheinigung aus, daß Sie mich als Fachärztinn brauchen und daß ich ein Stipendium bekomme...Ist damit die Sache erledigt? Bekomme ich Approbation? Kann ich dann ein Jahr "ehrenamtlich"(ohne Bezahlung) arbeiten und danach eine bezahlte Stelle finden?Oder muß ich immer nachweisen,daß ich ein Stipendium bekomme?Geben Sie dann in Ausländeramt bescheid, dass ich eine Stipendiantin bin?Ich hab eine Aufenthalterlaubniss und Arbeitserlaubnis und in 2 jahre bekomme eine Niederlassungserlaubniss und hab eigentlich nicht vor nach Russland zurück gehen...Und meine Tochter ist deutsche...Können das die Appobeamten rausfinden? :-???

grey_md
17.07.2006, 15:32
@ Gestern,

viele meine Landsleute die kein DE-Medizinabschluss haben, machen ihre FA-weiterbildung als "Stipendiat", d.h. die haben eine Bescheinigung von unserem Heimatland (so endlich wie was Du unten schon beschrieben hast) und sie arbeiten ohne Bezahlung (sie mussen nachweisen können, dass sie genug Geld für den Lebensunterhalt in DE haben, z.B. Bankkontoauszug oder Sponsorletter einreichen).

Mit dieser Bescheinigung, könnten sie einfacher ein BE bekommen. Aber nicht viel einfacher, denn der CA muss in einigen Fällen doch noch mit den Beamten reden.

Einige von diese Stipendiaten haben Glück und bekommen ihre Bereitschaftsdienste bezahlt, oder nach mehrere Weiterbildungsjahren sogar voll bezahlt -> dies muss/kann nur der CA entscheiden. Dann laut ein DE-Gesetzt (weiss nicht welcher Paragraf), solche Stipendiaten können max. 7 Jahren in DE ihre FA-Weiterbildung machen.

Für non-EU Stipendiaten oder "Assis", sind die Berufserlaubnis, Aufenthaltsbewilligung und Arbeitsgenehmigung ("3 Dokumente") sehr begrenzt, d.h. gültig nur für Krankenhaus X, Stelle Y, und meistens mussen sie diese 3 Dokumente jährlich verlängern.

Ich denke, wenn Du diese Bescheinigung von Russland bekommen kannst, plus Du schon ein unbefristete Aufenthalterlaubnis und unbegrenzte Arbeitsgenehmigung in DE hast, werden die Ausländerbehörde und Arbeitsamt Dir kein grosses Problem geben.


Gruss,
Grey



noch´ ne Frage:
Angenohmenn Russische Regierung stellt mir eine Bescheinigung aus, daß Sie mich als Fachärztinn brauchen und daß ich ein Stipendium bekomme...Ist damit die Sache erledigt? Bekomme ich Approbation? Kann ich dann ein Jahr "ehrenamtlich"(ohne Bezahlung) arbeiten und danach eine bezahlte Stelle finden?Oder muß ich immer nachweisen,daß ich ein Stipendium bekomme?Geben Sie dann in Ausländeramt bescheid, dass ich eine Stipendiantin bin?Ich hab eine Aufenthalterlaubniss und Arbeitserlaubnis und in 2 jahre bekomme eine Niederlassungserlaubniss und hab eigentlich nicht vor nach Russland zurück gehen...Und meine Tochter ist deutsche...Können das die Appobeamten rausfinden? :-???

gestern
17.07.2006, 23:50
Hallo Grey,
ich war heute bei dem Anwalt von Hartmannbund, er denkt, daß ich diese Variante (mit Bescheinigung aus der Heimat) durchziehen sollte..."Sonst können Sie die Bayrische Regierung verklagen, aber es wird 2 Jahre dauern und in 2 Jahre kommt es bestimmt zum Arztmangeln in Bayern und sie nehmen Sie einhach so"...Also keine große Hilfe von Hartmannbund...

grey_md
18.07.2006, 10:18
Hallo Grey,
ich war heute bei dem Anwalt von Hartmannbund, er denkt, daß ich diese Variante (mit Bescheinigung aus der Heimat) durchziehen sollte..."Sonst können Sie die Bayrische Regierung verklagen, aber es wird 2 Jahre dauern und in 2 Jahre kommt es bestimmt zum Arztmangeln in Bayern und sie nehmen Sie einhach so"...Also keine große Hilfe von Hartmannbund...

@ Gestern,

dann würde ich Dir raten beides parallel zu machen:
(1) bewerbe Dich weiter in DE. Vielleicht hast Du Glück in anderen Bundesländern/hast ein CA der für Dich einsetzen wird, und bekommst alle Papiere gut geregelt
(2) hole Dir eine Bescheinigung aus der Heimat

-Grey-

suchmeister
18.07.2006, 13:37
@ gestern

vielleicht solltest Du für ein halbes Jahr in den Osten Deutschlands gehen (natürlich kündigst Du das nicht vorher an, daß Du später wieder gehst)

Dort suchen sie Ärzte und hängen sich sehr, sehr stark rein.
Kann Dir Link zur Brandenburger Krankenhausgesellschaft schicken, wenn Du magst.

gestern
18.07.2006, 20:50
Hi, suchmeister,
werde sehr dankbar für den Link...

ak292
27.07.2006, 14:20
hi.
bin neu hier, habe mich extra angemeldet, um von meinen erfahrungen mit der berufserlaubnis zu berichten.
ich habe die berufserlaubnis für bayern und hessen ohne probleme bekommen.
zwar hiess es in bayern, die stelle muss 3 monate lang ausgeschrieben sein, und wenn sich kein geeigneter Deutscher oder EU-Kanditat findet, erst dann können andere Non-EU-Staatsbürger in betracht gezogen werden, aber das scheint in bayern von bezirk zu bezirk anders gehandthabt zu werden.
In münchen sind sie viel strenger als in Unterfranken (Würzburg): in WÜ habe ich meine unterlagen abgegeben zs mit dem Schreiben des Chefs über die Einstellungsnotwendigkeit und in 1 woche hatte ich die erlaubnis.
Die bayerische Berufserlaubnis ist allerdings an eine feste arbeitsstelle gebunden.
In hessen ist es nicht so, es ging viel schneller und einfacher (4 tage).
allerdings muss ich dazu sagen, dass ich für die BRD eine unbefristete Aufenthalts- und Arbeitserlaunis habe. das hat die sache viel einfacher gemacht wahrscheinlich.
Fazit: in hessen geht es ohne grössere probleme und in bayern ist es -zumindest in unterfranken- auch relativ problemlos, wenn man sich gut präsentiert und ein gutes Schreiben vom Chef hat.
viel erfolg und wenn ihr nähere infos braucht (tel.nummern der ansprechpartner o.ä.), meldet euch.