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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Geld für Reha-Anträge?



Lava
22.10.2006, 13:14
Wieso bekommt man eigentlich manchmal Geld für Reha-Anträge? Und wieso bekommt man das bei einigen und bei anderen nicht? :-nix

lala
22.10.2006, 14:36
Du bekommst für die Erstellung des Befundberichts bei den Rentenversicherungen (BfA, LVA) zur Zeit 25.20 Euro vergütet. Die sind aber nur dann zuständig, wenn die Patienten auch vorher da eingezahlt haben (also berufstätig sind und noch keine Rente beziehen). Wenn es allerdings um eine Früh-Reha geht sind die auch wieder nicht zuständig, sondern die GKV.
Die meisten Kassen zahlen leider NICHTS und wollen immer einen Befundbericht haben....eigentlich fällt mir KEINE ein, die was zahlt...
BfA und LVA zahlen meist mit zeitlicher Latenz von Wochen bis Monaten, aber egal wie ausführlich der "Bericht" ist ;-)
Hauptsache er ist lesbar und deine Kontonummer stimmt. Achja: die Vergütung musst du natürlich als Honorar bei der Steuererklärung angeben!

psycho1899
22.10.2006, 14:43
Du bekommst für die Erstellung des Befundberichts bei den Rentenversicherungen (BfA, LVA) zur Zeit 25.20 Euro vergütet. Die sind aber nur dann zuständig, wenn die Patienten auch vorher da eingezahlt haben (also berufstätig sind und noch keine Rente beziehen). Wenn es allerdings um eine Früh-Reha geht sind die auch wieder nicht zuständig, sondern die GKV.
Die meisten Kassen zahlen leider NICHTS und wollen immer einen Befundbericht haben....eigentlich fällt mir KEINE ein, die was zahlt...
BfA und LVA zahlen meist mit zeitlicher Latenz von Wochen bis Monaten, aber egal wie ausführlich der "Bericht" ist ;-)
Hauptsache er ist lesbar und deine Kontonummer stimmt. Achja: die Vergütung musst du natürlich als Honorar bei der Steuererklärung angeben!

Kann man den Kassen nicht dreist für das Ausfüllen der Formulare, in denen man sich gar zur Prognose der Reha-Massnahme äussern soll, gemäß GoÄ eine Rechnung stellen? Sollte man einfach mal wagen :-D

Lava
22.10.2006, 17:10
Ich kenne einen Arzt, der das wohl mal gemacht hat. Also unter irgendein Formular "Bitte über weisen Sie 30€ auf folgendes Konto..." geschrieben hat und siehe da, es hat funktioniert! :-)

Doktor_No
22.10.2006, 19:16
das ist die GOÄ ziffer 75. wird auf antrag erstattet. ansosnten einfach immer den antrag zur bfa faxen, egal ob da richtig oder nicht, wenns gut läuft kommt die kohle.

Sorpresa
22.10.2006, 21:57
toll, ich hab verdammt viele ausgefüllt und das klinikum streicht das grundsätzlich für sich ein. wir durften die arbeit machen und die geldanforderung unterschreiben ohne irgendwas dafür zu bekommen. weil man ja so schon so viel bekommt fürs pj. :-dagegen

turinep
23.10.2006, 08:50
toll, ich hab verdammt viele ausgefüllt und das klinikum streicht das grundsätzlich für sich ein. wir durften die arbeit machen und die geldanforderung unterschreiben ohne irgendwas dafür zu bekommen. weil man ja so schon so viel bekommt fürs pj. :-dagegen

Da hatte ich als PJ auf der Inneren mehr Glück - da galt die Regel: Wer ausfüllt, bekommt das Geld. Da hat man dann auch ganz ohne Arbeitsmedizin nach einem Tertial verstanden, wie sich Renten- und Krankenversicherungen unterscheiden.

Picknicker
24.10.2006, 13:39
Das ist mir ja ganz neu. Ich glaube auch, daß das Klinikum das Geld bekommt, ich hab jedenfalls noch nie was bekommen und meine Kollegen (denke ich) auch nicht. Wie läuft das dann ab ?

Doktor_No
24.10.2006, 14:59
hier geht das so: du füllst den antrag aus und faxt den ggf. zusammen mit dem e-brief an die bfa. dann behältst du einen durchschlag und kopierst den rechnungsbogen. diesen gibst du im chefsekretariat ab, denn das geld kommt auf ein gutachtenkonto. und dann bekommst du nach zahlungseingang einmal im jahr deine kohlen.

Lava
24.10.2006, 20:04
Also bei uns trägt man einfach bei den LVA Anträgen unten seine Kontodaten ein. Stempel (und eigentlich auch Arztstempel) drauf und fertig. Allerdings muss iche rst noch abwarten, ob da wirklich Geld kommt. :-)) Rein rechtlich ist das wahrscheinlich auch nicht wasserdicht, da da ausdrücklich steht, dass ein Arzt das auszufüllen hat. :-nix

Lava
26.10.2006, 21:49
So, schon 102€ "verdient" :-D

Tombow
26.10.2006, 21:57
Weitermachen! Zeig's allen, daß man im PJ doch zum Milionär werden kann!!!

alex1
28.10.2006, 13:49
hier geht das so: du füllst den antrag aus und faxt den ggf. zusammen mit dem e-brief an die bfa. dann behältst du einen durchschlag und kopierst den rechnungsbogen. diesen gibst du im chefsekretariat ab, denn das geld kommt auf ein gutachtenkonto. und dann bekommst du nach zahlungseingang einmal im jahr deine kohlen.


Das klingt ja superkompliziert.

Ich füllen den Antrag am Rechner aus (insofern kann ich eigentlich den größten Teil vom Arztbrieg mit copy-paste ausfüllen) und dann schick ich mit der Hauspost das Liquidationsformular (was wir schon fertig ausgefüllt mit unseren Bankdaten vorrätig haben, spricht ich brauche nur einen Patientenaufkleber drauf tun und das Ding stempeln) an die Sozialberatung.
Geld gibt's dann per Überweisung.

Die Niere
28.10.2006, 14:47
Und ich dachte schon, ich hätte es kompliziert mit all dem Versicherungskram.

Meine diversen Anfragen liegen mit ausgedruckten Briefen bzw. Akten in meinem Postfach. Nach Ausfüllen der Anträge usw. leg ich die in ein spezielles Fach hinein und solange mein Stemper unter den Formularen zu erkennen ist, bekomm ich automatisch alles abgerechnet und am Ende des Monats als Bonus zum Gehalt.

gruesse, die niere, der gerade klar geworden ist, dass sie weniger laut jammern sollte bei alle dem Papierwust, der ihr erspart bleibt...

Relaxometrie
28.10.2006, 15:31
... bei alle dem Papierwust, der ihr erspart bleibt...

Wie sieht es denn sonst in der Schweiz mit "dem Papierkram" aus?
Ist es auffällig weniger als hier in Deutschland?
Und noch eine Frage, die ich mir in letzter Zeit manchmal stelle, seitdem ich über diesen Strahlenschutzkurskrampf in Deutschland Bescheid weiß:
Gibt es solche sinnlosen Zwangskurse, die zudem auch noch teuer sind, in der Schweiz auch?

Die Niere
28.10.2006, 16:15
Ich habe keinen echten Vergleich mit Deutschland wenn es um Papierkram geht, da ich als Assistent niemals dort gearbeitet habe. Im Privatleben verstehen die Schweizer es jedoch hervorragend einem den Tag durch Papierkram usw. zu vermiesen.

Aus meinem eigenen beruflichen Alltag kann ich sagen, dass ich fast noch nie mit einer Versicherung telefonieren musste, ca. 4 Versicherungsanfragen pro Woche schriftlich beantworten muss (Zeitaufwand <5 Minuten pro Antrag) und selten mal in kurzen Worten eine ausserkantonale Behandlung bewilligen lassen muss. Der Rest ist spitalinterner Papierkram.

Was zwar kein echtes Papier mehr ausmacht, sondern am PC ausgefüllt wird, aber trotzdem nervig ist, ist natürlich die ICD, CHOP und Wigagent Codierung...aber darum kommt man halt nicht herum.

Bezüglich Kurs und ähnliches ist es hier in CH wahrscheinlich noch strenger als in D. Hier mal exemplarisch, das was ich in 6 Jahren Chirurgie absolvieren muss:
- 3 SGC-Jahreskongresse
- 4 von der SGC empfohlenen Weiterbildungsveranstaltungen
- 1 veröffentliche wissenschaftliche Arbeit als Erstaustor
- 1 Weiterbildung für dosisintensives Röntgen
- Teilnahme an 5 von der SGC anerkannten Kursen (mind 2 Tage)

gruesse, die niere

Relaxometrie
28.10.2006, 16:25
Die Pflichtveranstaltungen der Chirurgenausbildung in der Schweiz klingen zwar anstrengend, aber trotzdem scheinen es keine sinnlosen Veranstaltungen zu sein. Oder wie sieht es mit der Qualität der Kurse aus?

@ DieNiere
Noch was in eigener Sache :-)
Kannst Du zufällig eine Unterassistentenstelle ab Dezember in der Chirurgie aus dem Ärmel schütteln?
Ich versuche, eine der kurzfristig freiwerdenden Stellen zu finden, aber bisher regnet es nur Absagen :-(

Die Niere
28.10.2006, 18:34
Die Kurse sind hervorragend...wenn man die richtigen besucht (ATLS, GI-Kurs in Davos, AO-Kurs)

Kann dir keine Uhustelle anbieten, da ich keinen Einblick in den Stellenplan bei uns habe...aber einfach emails schreiben und telefonieren und du wirst mit Sicherheit fündig. Nur nicht aufgeben...

gruesse, die niere