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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ärzteschwemme droht?



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Gyros9
07.11.2009, 16:55
Mahlzeit!
Ich bin ernsthaft am Überlegen, zum Wintersemester nächstes Jahr mit Medizin anzufangen.

Eine Sache wurmt mich aber:
Ist es nicht irgendwie paradox, dass es so eine extreme Nachfrage auf Medizinstudienplätze gibt, aber Mediziner in DE händeringend gesucht werden? Ich kann nämlich nicht glauben, dass so viele in andere Branchen oder ins Ausland wechseln. Sind die meisten Ärzte so alt oder droht wieder eine Schwemme, wenn ich dann in etwa 8 Jahren durch bin?

Xela
07.11.2009, 20:20
trotz nachfrage steigt die zahl der studienplätze ja nicht. wieviele mediziner tatsächlich ins ausland gehen bzw. dem klinischen arztberuf den rücken kehren kann ich dir nicht sagen, aber irgendjemand hier kennt sicher die statistik- kommt bestimmt noch. aus meinem -/bekanntenkreis sind es 5, die mir spontan einfallen.

wie es in ca. 8jahren aussieht kann dir niemand prophezeien, ich kann mir schwer vorstellen, dass ich das in absehbarer zeit ändert. fragt sich, ob du deine berufswahl von sowas abhängig machen solltest- letztendlich sollten trotz allem deine neigungen/fähigkeiten den ausschlag geben, oder?

Nilani
07.11.2009, 21:29
Eben, es studiert ja immer so grob die gleiche Anzahl. Fakt ist, dass hier im Osten noch defintiv Ärztemangel herrscht, weil viele Ärzte "überaltert" sind oder zumindest kurz vor der Rente und kein Nachwuchs kommt. Dazu kommt, dass man im "Westen" immer noch mehr verdient, wobei das lt. letzten Infos meinerseits zumindest in Sachsen-Anhalt keine "Ausrede" mehr sein soll, weil da die Tarife auf Westniveau angehoben werden. Bei uns zahlen sie schon für Famulaturen, um Nachwuchs zu rekrutieren.

Eine Möglichkeit ist, dass die Anzahl weiblicher Studenten ansteigt, bei uns sinds 70-75 % der Medizin-Anfänger. Ein Teil wird nach wie vor aus fam. Gründen rausfallen, wenn auch viele versuchen, beides unter einen Hut zu bekommen.

Ich glaub nicht, dass ne Ärzteschwemme droht, bzw. nicht in den nächsten 10-15 Jahren. Wie es danach aussieht, kann eh keiner sagen (und selbst davor kann man nur spekulieren)

Jolien
08.11.2009, 08:55
Sarkastisch: hat nicht Nostradamus eh für 2012 den Weltuntergang prophezeiht? :-)

Ich denke aber auch, dass in 10-15 Jahren eine Arztschwemme sein wird.
Dann kann es durchaus passieren, dass jemand gerade promoviert hat und froh sien muss, gerademal einen Taxifahrer-Job zu bekommen. Das wärs ja dann nicht zum ersten Mal in der Geschichte ... Die, die jetzt bereits studieren bzw bald fertig sind, haben sicher eine größere Chance, ihr Wissen später länger im erlernten Beruf (egal wo) anwenden zu dürfen ...

anba
08.11.2009, 09:58
Ich denke aber auch, dass in 10-15 Jahren eine Arztschwemme sein wird.


Auf welchen Fakten beruht diese Prognose?

konstantin
08.11.2009, 10:07
Ich glaube ebenfalls eher weniger an eine 'Aerzteschwemme', im moment gibt es sooo viele Stellen, die es zu besetzen gilt... und es fallen ja auch jedes Jahr zigtausend aus dem Beruf heraus, vermutlich sogar mehr, als es Examensabsolventen gibt (hat da wohl jemand Zahlen zu?).

Viel mehr stoert mich die 'Feminisierung' des Arztberufes. Ich denke mal, das liegt daran, dass Maedchen in der Schule tendenziell die fleissigere bzw. leistungsstaerkere Gruppe mit dem daraus resultierendem besseren Abitur sind. An sich ist das erstmal kein Problem (Herr Gott, bin doch kein Macho :D), aber viele, viele, viele von ihnen werden irgendwann waehrend ihrer beruflichen Laufbahn schwanger, gehen ein, zwei Jahre in Mutterschutz und blockieren oftmals eine in der Zeit unbesetzte Stelle. In unserer Unfallchirurgie fehlen alleine deswegen 20% (!) der Chirurgen. Und unbesetzte Stellen gibt es trotzdem.

Und selbst wenn sich das ganze negativiert: Dann gibt es halt mal Konkurrenz - so wie in jedem anderen Beruf auch....

Coxy-Baby
08.11.2009, 11:03
Auf welchen Fakten beruht diese Prognose?

Ich wage mal die These auf gar keinen.

@Jolien: Da Nostradamus in seinem Buch geschrieben hat "Wahrsagungen für die Zeit von heute bis zum Jahre 3797" denke ich eher nicht dass er für 2012
den Weltuntergang vorhergesagt hat...........

loewin
08.11.2009, 11:29
Sarkastisch: hat nicht Nostradamus eh für 2012 den Weltuntergang prophezeiht? :-)

Ich denke aber auch, dass in 10-15 Jahren eine Arztschwemme sein wird.


naaaa hat da einer den film 2012 gesehen??? :-wow
also das halte ich für blödsinn, mit der ärzteschwemme. schliesslich ist medizin nicht erst seit gestern so massiv nachgefragt. dass man nun als arzt in ein paar jahren taxi-fahren muss, finde ich ebenso absurd.

@threadsteller: da solltest du dir mal nicht zu viele gedanken machen. du hast als arzt so wahnsinnig viele möglichkeiten, dass du mit sicherheit keine existenzängste aushalten musst.

Jolien
08.11.2009, 11:37
Nee, habsch nich. :-))
Hab nur die Tage gelesen, dass nach einem Jahr Panik die Wissenschaftler (?) nun diskutieren, ob sie den Text eventuell doch falsch übersetzt haben und wir doch noch paar Jahre länger Frist bekommen ... Hab doch extra davor gesetzt "Sarkasmus". :-))


Wegen meiner (auch) Meinung zur Arztschwemme - ich gehe von den tausend(en) Zulassung neuer Studenten pro Jahr aus (siehe ZVS-Listen Angebot + Nachfrage). Ich kann mir schlecht vorstellen, wenn hier Jahr für Jahr deutschlandweit tausende neue Ärzte mit dem Studium fertig werden - dass die wirklich jedes Jahr auch sofort eine freie Stelle finden. Irgendwann muss der "Markt" doch gesättigt sein. Es sei denn, jedes Jahr werden überall ganz neue Kliniken eröffnet und gehen tausende alte Ärzte in Rente. Jedes Jahr ...
Bei uns sind es 6 Fachärzte, die ihre eigene Praxis immer noch halten und auf Nachfolger hoffen. Großer Artikel vor paar Monaten extra in der Lokalpresse. 120 neue Studenten ...

Ich muss doch nicht Recht haben. Ich hab nur meine Meinung dazu gesagt.:-))

horsedoc
08.11.2009, 11:44
Da Nostradamus in seinem Buch geschrieben hat "Wahrsagungen für die Zeit von heute bis zum Jahre 3797" denke ich eher nicht dass er für 2012
den Weltuntergang vorhergesagt hat...........

Andererseits hätte er mit den letzten 1785 Kapiteln nicht mehr so viel Arbeit :-))

blond
08.11.2009, 11:54
Viel mehr stoert mich die 'Feminisierung' des Arztberufes.

aber viele, viele, viele von ihnen werden irgendwann waehrend ihrer beruflichen Laufbahn schwanger, gehen ein, zwei Jahre in Mutterschutz und blockieren oftmals eine in der Zeit unbesetzte Stelle. In unserer Unfallchirurgie fehlen alleine deswegen 20% (!) der Chirurgen. Und unbesetzte Stellen gibt es trotzdem.


aus Voraussetzung für die Einstellung einer weiblichen Ärztin sollte aus diesem Grund ihre Sterilisation gelten, meinst du nicht auch??? *ironiemodus aus*

PS: schon mal von Elternzeit gehört??? Bei uns im KH gibt es diverse Ärzte männlichen Geschlechts- auch Oberärzte- die für mehrere Monate oder sogar fürs gesamte Jahr in Elternzeit gehen oder gegangen sind.

Gyros9
08.11.2009, 12:09
Danke für die Antworten.

Aber es muss doch Statistiken geben, die die Zahl der Absolventen jedes Jahr und die Zahl der Pensionierungen auflisten?

Tuet09
08.11.2009, 12:11
na.. die mayas haben 2012 schluss haben wollen, nicht nostradamus.

Jolien
08.11.2009, 12:27
aus Voraussetzung für die Einstellung einer weiblichen Ärztin sollte aus diesem Grund ihre Sterilisation gelten, meinst du nicht auch??? *ironiemodus aus*

PS: schon mal von Elternzeit gehört??? Bei uns im KH gibt es diverse Ärzte männlichen Geschlechts- auch Oberärzte- die für mehrere Monate oder sogar fürs gesamte Jahr in Elternzeit gehen oder gegangen sind.

Es gibt auch etliche große Krankenhäuser mit personellem Schwund. Weils dort einfach keiner auf Dauer aushält. Wegen technischem Mangel, wegen Überforderung, wegen Mobbing.
Leider wird genau das dann vorgeführt mit "wir brauchen Personal". Eine Spirale ...

Rotbeere
08.11.2009, 12:39
aus Voraussetzung für die Einstellung einer weiblichen Ärztin sollte aus diesem Grund ihre Sterilisation gelten, meinst du nicht auch??? *ironiemodus aus*

:-))

Ich kann leider auch keine Statistiken beisteuern, aber bei den Hochschulinformationstagen in Greifswald (vor ca. 3 Wochen) hörte ich desöfteren, dass es beispielsweise Allgemeinmediziner (und Anwälte) wie Sand am Meer geben soll, ebenso wie zum Beispiel Ausbildungsberufe wie Fachinformatiker. Was dran ist, vermag nicht in meiner Urteilskraft liegen, aber mal abgesehen davon, sollte eine Arbeitsplatzprognose einen ambitionierten Menschen, dessen Leidenschaft es ist, die Kompetenzen des Arztberufes zu erlangen, nicht davon abhalten, dem Ziel nachzugehen. (Vielleicht sollte man flexibel sein, aber das ist sowieso immer ein Vorteil)

Und mal so ganz unqualifiziert: Gibt es in 8 Jahren keine Krankheiten mehr? ;-)

Espressa
08.11.2009, 12:40
An sich ist das erstmal kein Problem (Herr Gott, bin doch kein Macho :D), aber viele, viele, viele von ihnen werden irgendwann waehrend ihrer beruflichen Laufbahn schwanger, gehen ein, zwei Jahre in Mutterschutz und blockieren oftmals eine in der Zeit unbesetzte Stelle. In unserer Unfallchirurgie fehlen alleine deswegen 20% (!) der Chirurgen. Und unbesetzte Stellen gibt es trotzdem.


Das glaubst du wohl nicht im Ernst, oder? Keiner blockiert irgendwas.
Es steht den Chefs frei befristete Stellen auszuschreiben. Schau mal über die Grenze nach Ö, da schleckt sich jeder Assi alle zehn Finger ab wenn er eine auch nur auf ein Jahr befristete Stelle bekommt!
Was du ansprichst ist ein Problem das an den Chefs liegt, nicht an den Frauen.

Gersig
08.11.2009, 12:54
Aber es muss doch Statistiken geben, die die Zahl der Absolventen jedes Jahr und die Zahl der Pensionierungen auflisten?http://www.destatis.de

doni
08.11.2009, 14:08
In MedSoz wurde dieses Thema vom Prof mal ganz kurz angesprochen. Er meinte, dass wegen der Überalterung der Ärzte und dem großen Teil an Ärzten, die in ihr Rentenalter kommen, der Mangel noch drastischer werden wird.

Eine Statistik dazu habe ich leider nicht zur Hand.
So wie ich das sehe, weiss hier keiner genau Bescheid.
Aber Forscher, die die Statistiken machen und hieraus rational die Zukunft vorhersagen, kann man nicht mit Nostradamus vergleichen.

kara_deniz
08.11.2009, 14:16
Ich glaube ebenfalls eher weniger an eine 'Aerzteschwemme', im moment gibt es sooo viele Stellen, die es zu besetzen gilt... und es fallen ja auch jedes Jahr zigtausend aus dem Beruf heraus, vermutlich sogar mehr, als es Examensabsolventen gibt (hat da wohl jemand Zahlen zu?).

Viel mehr stoert mich die 'Feminisierung' des Arztberufes. Ich denke mal, das liegt daran, dass Maedchen in der Schule tendenziell die fleissigere bzw. leistungsstaerkere Gruppe mit dem daraus resultierendem besseren Abitur sind. An sich ist das erstmal kein Problem (Herr Gott, bin doch kein Macho :D), aber viele, viele, viele von ihnen werden irgendwann waehrend ihrer beruflichen Laufbahn schwanger, gehen ein, zwei Jahre in Mutterschutz und blockieren oftmals eine in der Zeit unbesetzte Stelle. In unserer Unfallchirurgie fehlen alleine deswegen 20% (!) der Chirurgen. Und unbesetzte Stellen gibt es trotzdem.

Und selbst wenn sich das ganze negativiert: Dann gibt es halt mal Konkurrenz - so wie in jedem anderen Beruf auch....


Gehts noch? Dich stört es ja, als Zivi? Laber nicht irgendwas nach, was irgendwelche Chefärzte erzählen? :-notify

Ich glaube nicht, dass alle Frauen, die ne Stelle als Assistenzärztin antreten, vorhaben schwanger zu werden? Glaubst du allen ernstes, dass alle Frauen nur davon träumen schwanger zu werden, weil sie biologisch dazu befähigt sind?

Es gibt genug Frauen, die haben voll was draufen und werden und können Karriere machen.

Medi2009
08.11.2009, 14:32
Ärzteschwemme ist wirklich mehr als unwahrscheinlich...Nachm Studium kannst du:
a) ins Ausland gehen
b) rein wissenschaftlich Arbeiten
c) in der Pharmaindustrie arbeiten
d) in der Versicherungsbranche arbeiten
e) als Betriebsarzt; bei einem größeren Unternehmen arbeiten
f) im KH arbeiten

und wahrscheinlich gibts noch viel mehr Möglichkeiten die mir jetzt so nicht einfallen. Zu dem kommt noch hinzu, dass mit der Zeit immer mehr und kompliziertere Behandlungsmethoden entwickelt werden, für deren Ausführung auch immer mehr ( und vor allem neue) Ärzte gebraucht werden. :-meinung