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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : studiengebühren für langzeitstudenten gerecht?



04.09.2001, 15:06
..niedersachsen will nun auch studiengebühren für langzeitstudenten einführen.....kann man denn die studiengänge eigentlich untereinander so vergleichen und eine allgemeine regel regelstudienzeit plus 4 semester treffen?..gerade in der medizin gibt es so viele staatsexamina, womit die durchfallchance theoretisch auch steigt, hinzu kommt noch doktorarbeit und famulatur.....ist das gerecht?

04.09.2001, 16:13
Also grundsätzlich denke ich, daß auch in der Medizin 4 Semester einen asureichende Puffer darstellen. Das ist immerhin 1/3 länger als die Regelstudienzeit. Du fällst meinetwegen durch ein Staatsexamen oder das Physikum oder so, vertrödelst ein Semester, und machst ein ganzes jahr Doktorarbeit. Das sollte reichen.
Aber an sich hast du natürlich recht. Wenn man ein Studium in 8 Semestern abschließen kann und auch 4 Semester Puffer bekommt, ist das natürlich nicht ganz gerecht. Und es ist ein Grund zur Anfechtung durch Betroffene.

Aber was solls... Für in der Hochschule politisch oder sozial engagierte wie mich gibt's da eh eine Ausnahmeregelung :-))

05.09.2001, 22:44
Naja, es gibt auch Leute die sich ihr Studium durch Jobs selbst verdienen weil sie kein BAFOEG bekommen und deren Eltern nichts rueberreichen (warum auch immer). Hast du schon mal versucht nach einer Woche Nachtdienst zu lernen?
Wenn ich allerdings erlebe wie Studien- und Laborplaetze durch "Kommilitonen" blockiert werden die erstmal in Urlaub fahren und sich lediglich fuer das Semesterticket und die Verguenstigungen interressieren, dann bin ich auch fuer Studiengebuehren!

Peter
06.09.2001, 00:34
Mit einer guten BAFOEG-Reform (einer guten, nicht dass, was wir die letzten Jahre hatten!) fände ich es durchaus OK.
Wenn man sein Studium nicht in der Regelstudienzeit plus Puffer von 4 Semestern fertig kriegt ist vielleicht nicht wirklich geeignet für dieses Studium?
Allerdings müsste es gerechte Härtefallregelungen geben (zB wegen Eigenfinanzierung, Kinder etc.)

Ich kenne ein paar Leute, die sich ihr Studium (Medizin) selber verdienen und es sogar in Mindeststudienzeit schaffen!
Ich denke, dass es auch in einer Bewerbung nicht gut ankommt, nach 20 Semestern das 3. Stex zu machen. Ich nehme an, dass unter diesen Leuten viele dann nachher auf der Straße sitzen.
Mit Studiengebühren würden sie vielleicht abgeschreckt.
Manchmal überlege ich, ob Macchiavelli nicht doch recht hat und man manche Leute eigentlich vor sich selbst schützen muss.

Eine andere gute Idee fände ich auch ein System mit Bildungsgutscheinen. damit könnte man die Langis vom Blockieren von Praktikumsplätzen etwas fernhalten.

Grüße Peter

doschmit
08.11.2001, 21:54
Studiengebühren für Langzeitstudierende sind zwar für viele nicht so einfach zu bezahlen, aber andererseits dienen sie auch als Motivationsschub.
Da überlegt sich manch einer schon zweimal, ob er sich weiter auf die faule Haut legt und noch ein Semester länger studiert, oder auf die Gefahr hin das nächste Staatsexamen auch noch zu vermasseln lieber in den Biergarten geht. Stattdessen werden sich viele lieber zusammenreisen und versuchen ihr Studium in der Regelstudienzeit durchzuführen (da gibts auch eher Geld!)

airmaria
08.11.2001, 22:07
Denke eher, daß die Gebühren in einem bedeutendem Teil der Fälle gerecht wären - und durch gewisse Härtefallregelungen ließen sich Ungerechtigkeiten beseitigen.
Außerdem zeigt sich doch gerade das Medizinstudium als kaum "mehrzeitverbrauchend":
So liegt an vielen Hochschulen die Regelstudienzeit gerade mal ein halbes bis ein Semester über der Mindeststudienzeit!!!!
Dann kann das alles wohl auch nicht so schwer sein!
Grüße "Mary" airmaria

Peter
10.11.2001, 00:40
Nachtrag:

Habe letztens irgendwo gelesen, dass Studenten, die sich ihr Studium selbst verdienen müssen im Durchschnitt schneller studieren, als die anderen. Die haben nämlich den Druck möglichst schnell Geld verdienen zu müssen.

Peter

Gaja
11.11.2001, 12:45
Generell finde ich die Einführung der Studiengebühren schon ok, da ich viele Leute kenne, vor allem Nichtmediziner, die wirklich nichts für ihr Studium tun und die ganze Zeit Feiern, manche sind schon bei 15 Semestern u.ä. Für solche Leute muß der Staat nicht zahlen !! und Härtefallregelungen wird es auf jeden Fall gebem ! Daher bin ich schon für die Einführung der Gebühren.