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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #121
    Registrierter Benutzer
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    Hallo an alle Pathologen

    ich liebäugle schon längere Zeit mit dem Fach, konnte es aber leider nicht als PJ-Wahlfach wählen oder als Famulatur anerkennen lassen, sodass ich nur Einblicke hatte während eines Praxisblocks im Rahmen des Studiums. Von der Thematik hat es mir extrem gut gefallen, Histo war schon immer eine Vorliebe von mir. Und die Obduktionen die ich gesehen hatte waren auch ein Highlight.

    Ich hätte einige Fragen und hoffe ihr könnt vielleicht das eine oder andere beantworten

    1. Wie sind momentan die Arbeitsbedingungen in Deutschland ? Müsst ihr viel Überstunden machen oder kommt man pünktlich nach Hause ? (abhängig von Uni-Klinik oder Krankenhaus der Regelversorgung?) Werden Überstunden registriert?

    2. Man hört immer von Kommilitonen dass das Gehalt nicht so gut wäre, da u.a. auch die Dienste wegfallen. Und auch als Oberarzt würde man im Vergleich zu OÄ anderer Fachrichtungen weniger verdienen, es sei denn man lässt sich nieder. Ich möchte nicht reich werden, aber wie schwer fällt der Unterschied ins Gewicht? Solange ich mir keine Sorgen muss meinen Urlaub zu bezahlen, wäre dies aber nicht weiter schlimm für mich.

    3. Denkt ihr dass im Rahmen der Digitalisierung Pathologen in Zukunft weniger bis gar nicht gebraucht werden ?

    4. Lohnt sich der Weg in die Praxis, entweder eigenständig oder als Angestellter? Wie ist hier die Arbeitsbelastung?

    Diese Frage brennen mir seit geraumer Zeit auf der Zunge, ich kenne aber persönlich leider keinen Pathologen, sodass ich schwer an Infos komme. Jede Antwort würde mir sehr weiterhelfen!



  2. #122
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    Dann antworte ich mal als Pathologe.

    Also ich persönlich (Uniklinik) habe relativ angenehme Arbeitszeiten mit nicht übermäßig vielen Überstunden, die allerdings nicht aufgeschrieben werden. Das ist aber von Institut zu Institut wohl sehr unterschiedlich. Andere Pathologen haben teilweise auch extrem viele Überstunden, insofern würde ich mich gut über die Arbeitsbedingungen im jeweiligen Informieren, gerade auch bezüglich der Arbeitsbelastung.

    Über das Gehalt kann ich mich nicht beschweren, natürlich kommt über Dienste nichts oben drauf, aber dafür muss ich eben auch keine Dienste machen, was ich als großen Vorteil des Fachs empfinde. Ansonsten unterscheidet sich das Gehalt glaube ich nicht so wesentlich von anderen Disziplinen und die Niederlassung ist zur Zeit sogar finanziell ziemlich lukrativ.

    Auch die Gefahr sehe ich nicht, dass wir zukünftig nicht mehr gebraucht werden. Natürlich wird die Digitalisierung unseren Berufsalltag immer mehr verändern, früher oder später werden wir nicht mehr ins Mikroskop schauen sondern die Schnitte werden digitalisiert und am PC bearbeitet, dann auch sicherlich irgendwann mit maschineller Unterstützung ausgewertet. Aber das macht den Pathologen noch lange nicht überflüssig, dafür ist die Tätigkeit zumindest auf lange Sicht deutlich zu komplex. Es kommen dafür immer mehr bzw. immer individuellere molekularpathologische Fragestellungen dazu, die meiner Meinung nach eher für mehr Arbeit als für weniger sorgen.

    Finanziell lohnt sich die Niederlassung als Pathologe auf jeden Fall. Da wird man dann tendenziell schon etwas mehr arbeiten müssen (je nachdem mit welcher Arbeitssituation als Angestellter man es denn vergleicht) und es wird dort natürlich eine andere Art der Arbeit als in der Klinik sein, also tendenziell viel mehr aber dafür kleinere Fälle.

    Ich hoffe ich konnte dir weiter helfen, weitere Fragen auch gerne per PM.

    Gruß Parotis



  3. #123
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    Ich kann mich meinem Vorredner eigentlich weitgehend anschließen. Ich arbeite in einem großen rein diagnostischen Institut und wir versorgen zwei kommunale Häuser und zahlreiche Praxen (Institut mit integrierter Praxis für Pathologie).

    1. Arbeitsbedingungen im Vergleich zur Klinik super. Überstunden können mal vorkommen, v. A. in Stoßzeiten, sind aber nicht die Regel. Übers Jahr gleicht sich das aus. Aufgeschrieben wird nix, das wird aber bestimmt zwischen den Institutionen sehr unterschiedlich gehandhabt.

    2. Klar, du verdienst nach Tarif ohne Dienste, der Tarifvertrag ist ja einsehbar im Netz. Gehalt ist dadurch sicher geringer, aber insgesamt verdienen wir ja sehr gut und ich habe das Gefühl wesentlich mehr Freizeit zu haben. Das alles natürlich nur wenn man nicht zusätzlich forschen möchte.

    3. Das Fach ändert sich momentan rasant, was ich sehr spannend finde. Pathologen wird es immer brauchen. Punkt! Die Digitalisierung wird vieles ändern, aber der Blick auf den Histoschnitt, ob am PC oder am Mikroskop, wird noch sehr lange essentiell bleiben. Eine vollständige Automatisierung erscheint mir auch in weiterer Zukunft eher unwahrscheinlich. Und die Molekularpathologie wächst stetig und wird auch zunehmend an kleineren Häusern praktikabel. Da wird der Pathologe umso mehr gebraucht.

    4. Über Niederlassung kann ich wenig sagen, unseren Praxisinhabern geht's aber glaub ich nicht schlecht.

    Nur Mut, probiers aus! Ich hätte auch nie gedacht, dass ich in der Patho lande und bin heute super glücklich, dem Spott meiner ehemaligen Mitstudenten zum Trotz.

    PS: Wir haben 2018 in unserem Institut übrigens eine Weiterbildungsstelle frei. Bei Interesse oder weiteren Fragen gerne PN.

    Gruß



  4. #124
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    104
    Vielen Dank euch zwei für die ausführliche Antwort! Hilft mir sehr weiter Und das gelesene verstärkt meine Meinung in der Patho Fuß zu fassen^^



  5. #125
    Flacharzt
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    jenseits von gut und böse
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    2.567
    Wenn es dich interessiert, dann mach es.
    Ich finde es sehr vorteilhaft geregelte Arbeitszeiten ohne Nachtdienste zu haben.
    Dienste sind unter der Woche auch nicht immer lukrativ, je nach Dienstmodell gibt es sogar Minusstunden (-> Boardsuche).
    Gehalt kann ggf. durch Pool, Gutachten, Lehrauftrag (Uniklinik), Verhandlungsgeschick (Zulage) aufgebessert werden.
    Studiere auf jeden Fall mal gründlich den Tarifvertrag (-> Homepage Marburger Bund).
    Überstunden mache ich zur Zeit kaum, es gibt auch keine Arbeitszeiterfassung, das hängt aber stark vom Institut ab.



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