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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #26
    Registrierter Benutzer Avatar von Atropin
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    So, ich schließe mich mal an nachdem ich heute die Prüfung bestanden habe.
    Es waren ca. 35 Minuten, zwei Prüfer (ein Anästhesist, ein Unfallchirurg). Angenehme Atmosphäre.
    Zunächst etwas "Geplänkel" zum warm werden: welche Rettungsmittel gibt es und wie werden die besetzt?
    Dann das erste Szenario:
    Sie werden um 5 Uhr morgens bei Kälte und dichtem Nebel auf die Autobahn gerufen, Stichwort Autounfall. Keine weiteren Infos. Sie sind das ersteeintreffende Fahrzeug. Sie sehen ein paar Nebelschlußleuchten, weiter können sie nicht gucken.
    Zunächst allgemeines Vorgehen beim MANV. 10 goldene Regeln. Welche Aufgaben hat der LNA, wie organisiere ich den Ablauf?
    Dann Sichtung: wie sichten sie, was sind Erstmaßnahmen am Patienten.
    Dann Individualversorgung bei einer unstillbaren Blutung am distalen Oberschenkel, offene Fraktur. Druckverband, doppelt. Blutet trotzdem weiter. Tourniquet. Blutdruck syst 80, Puls 70. Ein Problem? (Wollte auf Betablocker hinaus). Permissive Hypotonie. Volumengabe, worauf jetzt achten? (Tourniquet nachziehen).
    Zweites Szenario:
    Winter, nebelig. Sie werden an einen Baggersee gerufen, Stichwort "Ertrinkungsunfall". Bei Eintreffen sehen sie Passanten die einem bewusstlosen Taucher auf die Wangen schlagen. Flache Atmung, 20/min, peripherer Puls nicht tastbar. Vorgehen nach ABCDE. Was hat er denn nun? (Besprechung Ertrinkungsungsunfall, Hypothermie, Dekompressionstrauma, Barotrauma, SHT bei Wasserunfällen). Pat wird schließlich intubiert, nun abgeschwächtes Atemgeräusch links,....Spannungspneumothorax. Beschreibung Vorgehen Monaldi, Bülaudrainage.
    Dann neurologische Untersuchung, Hirndruckzeichen, GCS vorrechnen.
    Wohin bringe ich den Patienten bei Hypothermie? Haus mit Kardiochirurgie und Herzlungenmaschine.
    Geändert von Atropin (10.11.2016 um 09:03 Uhr)



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  2. #27
    Senior Mitglied Avatar von thorben
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    Hinter dem Tuch
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    Nachdem ich die Beiträge zur Prüfungsvorbereitung ganz hilfreich fand, wollte ich meinen Teil beitragen und den Thread wiederbeleben.

    Erster Prüfer Internist:
    - GCS erklären, woher kommt sie, wie wird sie berechnet, was sagt sie uns, wann wird sie erhoben?
    - Junge Frau mit komisch, wurmartigen Bewegungen der Arme, wie gehen Sie vor? Anamnese, SAMPLE Schema, wahrscheinlich Medikamenten Nebenwirkung von MCP. Therapie? Biperiden 2,5 - 5 mg i.v., im Zweifelsfall Giftnotruf. Überwachung und KH-Einweisung
    - 72 Jahre alter Mann, kurzzeitig bewußtlos gewesen, jetzt wieder fit. Wie nennt man das? Wie kann man das unterscheiden? Differentialdiagnosen? Synkope. Dann EKG zur systematischen Befundung mit AV Block 3°. Therapie? Atropien, Adrenalin, Pacing. Wie funktioniert das Pacing? Analgesie dazu? Dosierungen?

    Zweiter Prüfer Pädiater:
    - 32 jährige Frau, 24 SSW, Schmierblutung mit regelmäßiger Wehentätigkeit. Wie gehen Sie vor? Ursachen? Welche Untersuchungen? Welche Lagerung? Therapie der Wehenhemmung? Welches Krankenhaus?
    - 83 jähriger Mann, seit drei Tagen Durchfall und Erbrechen, jetzt bewusstlos auf Toilette im Altersheim. HF 145/min, RR 70/40, SpO2 88%, BZ 90mg/dl. GCS 5. Was tun Sie? Erstmal raus aus der Toilette, Platz schaffen, Basisuntersuchung, Beine hoch, Volumengabe, wenn keine Vigilanzbesserung Intubation. Patient wird jetzt deutlich wacher, Vitalzeichen bessern sich, dafür wird er aggressiv und schlägt um sich. Was jetzt? Sedierung. Transport ins KH.
    - Verkehrsunfall mit drei Fahrzeugen, sieben Verletzten, Sie sind ersteintreffender NA, auf Anfahrt drei RTW, 2 KTW, 2 NA, ORGL, FW, POL. Sichtung? Unfallhergang? Um welchen Patienten kümmern Sie sich zuerst? Fotos machen für die Unfallchirurgen!

    Und weil noch bissl Zeit war Prüfer Nr. 1 mit Fragen zur Pharmakologie der Betablocker. Wirkung auf welche Rezeptoren? Indikationen? Kontraindikationen? Welche haben Sie auf dem Auto? Dosierungen?


    Insgesamt sehr nette und entspannte Atmosphäre, viel gescherzt und gute Stimmung.
    Geändert von thorben (17.04.2017 um 21:17 Uhr)
    fast selten nie, jedoch bisweilen manchmal



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  3. #28
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    Hier mein Protokoll vom Herbst letzten Jahres aus Hannover:

    Kindliche Luftnot – mögliche Differentialdiagnosen (Aspiration, Asthma, seltene Ursachen, vor allem aber Epiglottitis/Pseudokrupp), wie ist der Stridor bei Asthma vs. Anderen Stenosen (Inspiration/Expiration).
    Ausführlich auf Unterscheidung Epiglottitis und Pseudokrupp eingegangen (also quasi die Tabelle, die in jedem Lehrbuch steht), Therapie, Prophylaxe (Impfung – daher aktuell durch Migration Zunahme der Epiglottitis-Inzidenz), Frage ob Kind zu Hause belassen werden kann (Eher Klinikvorstellung), dann noch etwas zur kindlichen Aspiration.

    Fallbeispiel – Notarzt in eine Industrieanlage – Pat. Mit thorakalen Schmerzen auf einem Kran – „Muss der Notarzt die Leiter hoch?“ – Nein, kann er ablehnen und unten bleiben, braucht sich nicht in Gefahr bringen
    Pat. Dann von der Feuerwehr gerettet – STEMI-Bild im EKG – Welche Medikamente akut, welches Transportziel?
    Pat. Aus dem Beispiel verweigert dann den Transport – offenbar alkoholisiert: was tun? Unmittelbare Lebensgefahr, nicht zurechnungsfähiger Patient, Hinzuziehung von Polizei
    Wann Polizei („Gefahr im Verzug“) wann PsychKG („psychiatrische Unterbringung“)
    Wenn Transportverweigerung in anderem Fall, was muss dokumentiert werden: Aufklärung über Situation mit Verdachtsdiagnose und möglichen Folgen bei Behandlungsverweigerung in einfachen Worten, Dokumentation, dass man sich vergewissert hat, dass der Patient zurechnungsfähig und nicht intoxikiert ist, Zeugen benennen, Angebot anderer Hilfe (Vorstellung bei Hausarzt, im KrHs ect). , Angebot jederzeit wieder 112 anzurufen – Unterschrift des Pat. Darf nicht erzwungen werden („sie MÜSSEN hier unterschreiben“ ist Nötigung)

    Medikation bei STEMI wieder aufgegriffen – warum nur ASS (und warum nicht mehr als 300 mg) und keine weiteren Medis wie andere Thrombozytenaggregationshemmer (kein einheitlicher Standard, werden nicht mehr vorgehalten, da mittlerweile viele Präparate mit unterschiedlichen Indikationen, Blutungsrisiko falls kein Infarkt oder aber Bypass-OP notwendig).



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  4. #29
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    Klingt nach einer interessanten Prüfung.

    Zitat Zitat von Markus-HEX Beitrag anzeigen
    ...
    Medikation bei STEMI wieder aufgegriffen – warum nur ASS (und warum nicht mehr als 300 mg) ...
    Was genau wollte er da hören?

    MfG,
    Schlafmilch



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  5. #30
    Registrierter Benutzer
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    49
    Ich schließe mich mal an, mit meinem Gedächtnisprotokoll meiner Prüfung vom 10.05.17 in München:

    Prüfer 1:
    Bild mit intub. Patientin mit Verbrennungen II. und III. Grades, Abschätzung der verbrannten KÖF, Vorgehen, Prognoseabschätzung (hier wollte er bei 90% verbr. KÖF eine Überlebenswahrscheinlichkeit von 0% hören, eine meinerseits "sehr schlechte Prognose" wollte er nicht gelten lassen), Transport RTW vs RTH (initial bestellen, das Zeitvorteil bestehen bleibt), Neuner-Regel erklären, Indikationen für Verbrennungszentrum.

    Bild Gesicht mit Bauarbeiter und Stiffneck nach Sturz: Was sehen Sie? Mit was rechnen Sie? (SHT, Mittelgesichtsfraktur, HWS-Traum, WS-Trauma, weitere Verletzungen Extremitäten, Thorax, Becken...etc.), Allgemeines Vorgehen, Kurze Diskussion über meine Zurückhaltung bzgl. Intubation bei erhaltener Spontanatmung (Erwarteter schwieriger Atemweg!), Medikamentenwahl zur Intubation mit genauen Dosierungen pro KG, alternative Atemwegshilfen?, Ultima Ratio Koniotomie NUR wenn nicht mit Maske bebeutelt werden kann, Zielklinik Traumazentrum mit Neurochirurgie und MKG-Chirurgie.

    Prüfer 2 (Pädiater):
    Fremdkörperaspiration (Erdnuss) beim 2-Jährigen mit inspir. Stridor, Vorgehen, Beruhigung, Eltern, Einschätzung der Situation stabil vs instabil, Vorgehen bei stabiler Situation (Beruhigung, Hustenaufforderung, ggf. 5 Rückenschläge in entspr. Position, O2, Klinik etc...) und instabiler Situation (Laryngoskopie, Manuelle FK-Entfernung, 5 Beatmungen, 5 Thoraxkompressionen, Vorschieben Fremdkörper bei Intubation etc.), Transportart (möglichst sitzend, mit Eltern, O2), Zielklinik: Pädiatrie mit Möglichkeit der Bronchoskopie.

    Weitere Differentialdiagnosen bei Kindern mit Stridor: Pseudokrupp (Ursache, Klinik, Therapie: Adrenalin inh. (lt. Prüfer am besten pur) + Kortison rectal), Echter Krupp (Ursache/Erreger, klinisches Bild), Epiglotittis (Ursache, Klinik, Therapie), Frage nach engster Stelle des kindlichen Atemwegs (Ringknorpel, Krikoid), Anaphylaxie (Ursache, Therapie der Wahl mit genauer Dosierung pro kgKG - Adrenalin 10ug/kg i.m.).

    Danke nochmals an alle, die bisher ihre Protokolle hier veröffentlicht haben, das hilft einem schon ganz gut weiter.



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