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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #1
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    25.12.2017
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    Hallo zusammen,

    ich versuche mich kurz zu fassen: ich studiere im 5. Semester Medizin, habe aber den Eindruck, mich eher durchquälen zu müssen, als mit Begeisterung dabei zu sein.
    Das größte Problem ist, dass mich Krankheiten einfach wenig bis gar nicht interessieren. Alles war erträglich, solange es um naturwissenschaftliche Grundlagen ging, aber jetzt, da immer öfter Krankheitsbilder und Behandlungsmethoden im Mittelpunkt stehen, bin ich frustriert.

    Psychische Krankheiten sind die einzigen, die ich spannend finde, aber ob ich diese auch behandeln möchte, ist eine ganz andere Frage. Ich finde die theoretische Beschäftigung mit der Psyche, im Sinne von Kognitionswissenschaften (Wie funktioniert Gedächtnis? Was ist Bewusstsein? Wie hängen Denken und Sprache zusammen?), einfach hundertmal erfüllender und habe mich aus diesem Grund schon zweimal für Psychologie eingeschrieben, dann aber zugunsten der Medizin im letzten Moment einen Rückzieher gemacht.

    Der Grund, warum ich mich nicht traue, endgültig zur Psychologie überzuwechseln, ist meine Angst, am Ende mit leeren Händen dazustehen, also vielleicht doch nicht in der Forschung Fuß zu fassen (ist ja ein recht idealistisches Ziel), dann eben doch die sehr teure Psychotherapieausbildung machen zu müssen und mich schwarz zu ärgern, weil ich das alles viel schneller und günstiger über die Facharztausbildung hätte haben können.

    Und doch lässt mich der Gedanke an die Psychologie nicht los. Mich reizt einfach die fundierte wissenschaftliche und methodische Ausbildung. Allerdings ist ja auch nicht ganz ausgeschlossen, das man sich gewisse Methoden während einer experimentellen Doktorarbeit aneignen könnte. Nur die Aussicht, mich jetzt noch mit einem Dutzend klinischer Fächer herumzuschlagen, die mich nicht interessieren, lässt es mir echt kalt den Rücken runterlaufen.

    Die Frage ist, beendet man ein Studium, nur weil berufliche Sicherheit lockt? Oder wagt man den Absprung in ein Fach, das eher den eigenen Neigungen entspricht, aber dessen Berufsaussichten ja ständig kritisiert werden? Kann man auch über eine medizinische Laufbahn irgendwie die Art von Beschäftigung mit dem menschlichen Geist umsetzen, die ich mir wünsche?

    Freue mich über jegliche Anregung (auch wenn meine Ausführungen jetzt doch sehr lang geworden sind).

    Ein schönes Weihnachtsfest euch!



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  2. #2
    Registrierter Benutzer
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    17.04.2010
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    Geschafft!
    Beiträge
    83
    Hmm, sehr schwieriges, persönliches Thema. Hier gibt es wohl kein richtig oder falsch, daher kann ich dir nur meine Meinung dazu sagen:
    Ich finde, man studiert für einen Beruf und nicht für das Studium an sich. Das heißt, selbst wenn du das Studium furchtbar findest, das dauert nur wenige Jahre, aber in dem Beruf wirst du den Rest deines Lebens sein. Das sollte also primär deine Orientierungsmarke sein, auch wenn du jetzt vielleicht noch mehr an den Weg dahin denkst, dieser aber geht schnell vorüber.

    Hast du schon mal in einer Psychiatrie oder beim niedergelassenen Psychiater famuliert? Vielleicht auch mal ein Praktikum bei einer Psychologin? Kennst du Leute aus diesen Berufen, die dir erzählen können, wie zufrieden/unzufrieden sie sind? Möchtest du später direkt am Menschen arbeiten oder findest eher eine wissenschaftliche Karriere attraktiv?

    Ich selber kenne mehrere Psychologie-Studentinnen, die jetzt am Berufsstart über die Bedingungen der Psychotherapeuten-Ausbildung schon sehr gefrustet sind, auch wenn sie sehr gerne als Psychotherapeutinnen arbeiten möchten. Könnten dir evtl deine Eltern die Ausbildung finanzieren oder vorstrecken? Findest du alternativ die Arbeitspsychologie interessant und könntest dir vorstellen, in einem Unternehmen zu arbeiten?

    Vorteil von Medizin ist ganz klar, Arbeitsplatz ist sicher. Man muss auch dazu sagen, dass du im 5. Semester auch noch nicht viele Fächer gesehen hast. Ich kenne z.B. eine ehemalige Studentin, die fast alle klinischen Fächer super langweilig fand, die die Arbeit mit Kindern aber so begeistert hat, dass sie jetzt glückliche Pädiaterin ist. Vielleicht kommt da ja noch was für dich.

    Hoffe, ich konnte dir mit den Denkanstößen etwas helfen



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