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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #6
    Diamanten Mitglied
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    Zitat Zitat von hexxer Beitrag anzeigen
    Ist der Arztberuf im allg. noch erfüllend?
    es ist ein Job wie jeder andere.

    Zitat Zitat von hexxer Beitrag anzeigen
    Oder hat man ein idealisiertes Bild?[...]Ich glaube, dass die Medizin hier durch viel Patientenkontakt und teilweise auch praktische Arbeit mir Erfüllung bringen könnte.
    Die Erfüllung vom Patientenkontakt ist je nach Klientel leider nicht immer gegeben.

    Zitat Zitat von hexxer Beitrag anzeigen
    Macht Ihr trotz horrender Arbeitsbelastung euren Job noch gerne?
    ja - vor allem ist es ein sicherer, relativ gut bezahlter job mit sozialprestige

    Zitat Zitat von hexxer Beitrag anzeigen
    Ist die Arbeit eines Arztes größtenteils monoton bzw. sind bürokratische Arbeiten überdimensioniert?
    wie überall besteht der alltag größtenteils aus routine.

    Zitat Zitat von hexxer Beitrag anzeigen
    Ist der erneute Einstieg in die Berufswelt mit 40 eine Zumutung? Kann ich hier noch meinen Beitrag leisten?
    warum denn nicht? wo der wille, da der weg....unterschätz aber nicht die dienstbelastung

    Zitat Zitat von hexxer Beitrag anzeigen
    Ist die Assistenzzeit schön oder eher ein quälender Teil der Ausbildung?
    unterschiedlich, aber überwiegend quälend, vor allem aufgrund der dienste
    Geändert von flopipop (03.01.2018 um 14:21 Uhr)
    Never wrestle with a pig, because you both get dirty, but the pig likes it!



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  2. #7
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    Deine Fragen
    - Ist der Arztberuf im allg. noch erfüllend? Oder hat man ein idealisiertes Bild?
    - Macht Ihr trotz horrender Arbeitsbelastung euren Job noch gerne?
    - Ist die Arbeit eines Arztes größtenteils monoton bzw. sind bürokratische Arbeiten überdimensioniert?
    - Ist der erneute Einstieg in die Berufswelt mit 40 eine Zumutung? Kann ich hier noch meinen Beitrag leisten?
    - Ist die Assistenzzeit schön oder eher ein quälender Teil der Ausbildung?
    finde ich für jemanden, der am Anfang seines Studium steht und noch nicht viel im Krankenhaus erlebt hat, bereits relativ sinnvoll und wirklichkeitsnah.

    Dennoch glaube ich, dass es nicht funktioniert, auf Basis dieser Dinge einzuschätzen, ob einem der Beruf als Arzt dann später Freude bereiten wird und man sich "richtig" fühlt. Die Belastungen im Studium und im Beruf sind letzten Endes fast immer ganz andere als die, die man sich vorstellt. Genau wie sich der Wunsch der Fachrichtung bzw. dessen, was man mit dem Medizinstudium anfangen will, bei den meisten oder mindestens vielen vom Beginn des Studiums bis zum Ende des Studiums verändert. Mich stört zum Beispiel der bürokratische Anteil an meiner Arbeit fast überhaupt nicht, Routineaufgaben auch nicht, obwohl ich bei Beginn des Studiums und vorher jahrelang gesagt habe, daß ich "was mit Menschen arbeiten" und "keinen Schreibtischjob" will. Als jemand, der in der Industrie gearbeitet hat, wirst du später im Krankenhaus Vergleiche ziehen können, die andere nicht haben, und manches überraschend positiv finden, anderes aber überraschend negativ.

    Eine Sache, die umfassend eigentlich für jeden gilt, der mit Anfang / Mitte 30 noch ein Medizinstudium anfängt, ist die Tatsache, dass man in fast jedem medizinischen Bereich mit Nachtdiensten und Bereitschaften zu allen Tagen konfrontiert wird. Selbst Oberärzte im Krankenhaus werden noch regelmäßig nachts geweckt und verbringen Wochenenden im Krankenhaus, wenn auch nicht mehr in dem Ausmaß wie der Vordergrund-Dienst. Mir haben andere Leute immer schon gesagt, dass das mit zunehmendem Alter immer anstrengender wird, und nachdem ich früher Nachtdienste sogar eher gut fand und generell das Gefühl habe, dass sie mich weniger belasten als den Durchschnittsmenschen, so muß auch ich sagen, dass mir die unregelmäßigen Arbeitszeiten ab ca. dem 35. Lebensjahr einfach immer schwerer fielen und mit sehr steiler Tendenz immer schwerer fallen. Wohlgemerkt, die Nächte bedeuten (je nach Dienstbelastung) nicht einfach nur, dass du halt nachts arbeitest, sondern dass du dich auch generell die nächsten Tage danach noch müde fühlst oder sogar insgesamt nicht mehr gut schläfst. Nachtdienst macht dick, Nachtdienst macht Diabetes, Nachtdienst erhöht das Krebsrisiko, Nachtdienst macht psychische Unausgeglichenheit, Nachtdienst kostet Freundschaften und Beziehungen. Ich kann mir nicht erklären, wie Menschen wie Polizeibeamte den Schichtdienst überhaupt über das 40. Lebensjahr hinaus durchhalten. Vielleicht spielt eine Rolle, dass die immerhin weniger Wochenstunden arbeiten als ein Arzt? An der Tatsache, dass man sich mindestens 5 Jahre lang während der Facharztausbildung, eher sogar länger, dem lebenszerstörenden Rhythmus der Tag-Nacht-Feiertag-Bereitschaft für die Armen, Kranken und Gebrechlichen ausliefert, läßt sich jedenfalls nichts ändern, außer eben man flüchtet in eins der patientenfernen Felder. Aber dafür braucht man dann als promovierter Physiker auch nicht Medizin zu studieren.

    Hast du mit (optimalerweise) 39 bis 44 Jahren wirklich Lust, dir regelhaft die Nächte um die Ohren zu schlagen, mindestens 4 im Monat, je nach Fachrichtung gerne auch mal 8 oder 10 oder sogar 12 (Schichtdienst auf Intensiv), regelhaft 2 bis 3 Wochenenden um die Ohren zu schlagen, dazu ständige kurzfristige Dienstplanänderungen, so dass man sich nicht mal auf 6 Wochen im voraus geplante Termine verlassen kann? Mit allen Auswirkungen aufs Sozialleben? Mit allen Auswirkungen auch auf dein späteres Leben? Freunde im gleichen Alter werden sich in ihren 40ern schon mit ganz anderen Dingen beschäftigen, ganz andere Weichen stellen als du, dessen Alltag daraus besteht, für eine schwangere Kollegin einzuspringen, die keine Dienste mehr machen darf.

    Eine ehemalige Kollegin von mir hat auch in deinem Alter Medizin studiert, das Studium in Regelstudienzeit abgeschlossen. Das Studium fiel ihr psychisch auch nicht schwer, da sie sich von vielem nicht so ins Bockshorn jagen ließ wie die jüngeren Kollegen, allerdings hatte sie immer das Gefühl, dass sie schwerer lernt als die jüngeren. Außerdem mußte sie ja noch nebenher arbeiten. Ihren Kinderwunsch hat sie dem Wunsch, Ärztin zu werden, untergeordnet. Fachlich war sie sicherlich unterdurchschnittlich qualifiziert, als sie zu arbeiten anfing. Vor allem aber haben die Dienste sie körperlich unfassbar geschlaucht, und sie hat in den Diensten auch regelmäßig Fehler gemacht, teils schwerwiegende. Sie hatte permanent das unbefriedigende Gefühl, viel mehr zu arbeiten als alle anderen, aber wenn man durchzählte, stellte man fest dass niemand in der Abteilung so wenige Dienste hatte wie sie. Glücklich war sie mit ihrer Wahl zumindest die ersten zwei bis drei Jahre schon, allerdings mit stark abnehmender Tendenz, vor allem wegen der Arbeitsbelastung und wegen dem weitgehenden Fehlen von Dankbarkeit und Anerkennung von Patientenseite und Vorgesetzten, mit dem sie irgendwie in dem Ausmaß nicht gerechnet hatte. Aus dem Gefühl der Berufung wurde der Wunsch, einfach nur die Facharzt-Weiterbildungszeit irgendwie durchzuhalten und dann mit Ende 40 in eine Dorfpraxis zu können, mit allen Hoffnungen, die sie damit verbindet. Inzwischen habe ich kaum noch Kontakt und weiß nur, dass sie sich an ihrer neuen Stelle inzwischen immer wieder wochenlang krank meldet und sich damit bei den Kollegen und Vorgesetzten nicht beliebt macht.

    Ein anderer ehemaliger Kollege (Jurist mit Prädikatsexamen), der um der Erfüllung willen spät Medizin studiert hat, hat nach 1 oder 2 Jahren in zwei verschiedenen patientenversorgenden Fachrichtungen relativ pragmatisch das Handtuch geworfen und ist zum Krebsregister gegangen. Da hätte er wahrscheinlich auch als Jurist ohne Medizinstudium arbeiten können.

    Das sind Einzelanekdoten, die für dich keine Bedeutung haben.

    Aber ich würde mir an deiner Stelle auf jeden Fall neben den von dir angesprochenen Fragen, deren Beurteilung durch dich sich im Verlauf von Studium und Beruf durchaus ändern können, vor allem sehr ernsthafte Gedanken darum machen, ob du bereit bist, dich im Alter von Anfang/Mitte 40 für mindestens 5 Jahre diesem Moloch auszuliefern, der die Facharztweiterbildung ist.

    Dabei sollte dir auch bewußt sein, daß auch die abgeschlossene Facharzt-Ausbildung nicht das Ende vom Lied ist, sondern nur der Türöffner, um
    1) noch ein paar Jahre länger unter ähnlichen, etwas verbesserten Bedingungen im Krankenhaus zu arbeiten (als Facharzt dann vielleicht in Teilzeit oder weniger Dienste oder gelegentliche Hintergrund-Dienste statt Vordergrund) und dann hoffentlich Oberarzt zu werden (wahrscheinlich nicht in Teilzeit) und sich die Hintergrund-Bereitschaften mit 2 bis 4 Kollegen zu teilen (bedeutet ca. jeden 3. Tag Hintergrund-Dienst und mindestens ein komplettes Wochenende pro Monat 48h Hintergrund-Bereitschaft), oder
    2) in eine Praxis zu gehen (je nach Ort und Fachrichtung einfach zu bekommen oder fast unmöglich), entweder angestellt oder selbständig, hoffentlich mit dem Gefühl, dafür auch gut genug ausgebildet zu sein und es sich zuzutrauen, hoffentlich brauchbares Geld zu verdienen, hoffentlich auch den bürokratischen und betriebswirtschaftlichen Anforderungen der Praxis und dem Paar-Minuten-Takt im Patientenkontakt der Praxis gewachsen zu sein und es zu mögen und innerhalb der 20 Jahre, die dir verbleiben, die Kosten für die Praxis wieder reinzuholen, in Ungewissheit, ob dir in 20 Jahren für die Praxis noch jemand etwas bezahlt oder ob sich irgendwelche anderen Voraussetzungen der Kassenärztlichen Vereinigung bis dahin sowieso ändern. Ärztliche Bereitschaftsdienste gibts auch noch in der Praxis, aber die kann man meistens an andere abgeben, wenn man keine machen will. Die meisten sind irgendwann in der Praxis glücklich oder zumindest zufrieden.
    3) Kannst du natürlich auch nach der Facharztbildung der kurativen Medizin Lebewohl sagen, aber das Thema hatten wir schon - dafür brauchst du als promovierter Physiker nicht Medizin zu studieren.

    Genau wie Medizin ist auch Physik ein Studium, mit dem man viele verschiedene Dinge machen kann, wenn ich auch zugeben muß, dass die Arbeitsplatzsicherheit für Physiker bei weitem nicht so komfortabel ist wie für Mediziner und dass die Möglichkeiten für Physiker, in andere Bereiche zu wechseln, mit steigendem Alter und Berufserfahrung wahrscheinlich auch abnehmen. Aber rational betrachtet: Glaubst du nicht, dass du mit einem Wechsel als Physiker in einen anderen Bereich am Ende glücklicher wärst, weil du im Alter von 40 bis 50 Jahren dann mehr Gestaltungsmöglichkeiten hättest, als wenn du dich dem Arztberuf auslieferst? Gäbe es vielleicht alternativ die Möglichkeit, in Teilzeit weiterhin als Physiker irgendwo zu arbeiten, und dafür nebenher irgendwas zu machen, worauf du Lust hättest, aber nicht eine dermaßen aufwändige, mindestens 11,5-jährige Ausbildung machen müßtest? Irgendwas, wo du auch mit Menschen zu tun hättest? Ferienwohnungen vermieten? Rettungssanitäter-Ausbildung machen (sind glaube ich nur 3 Monate) und bißchen Rettungsdienst und Krankentransporte nebenher fahren? Irgendwo unterrichten? Pilotenschein machen und als Fluglehrer arbeiten? Ich kenne einen Airline-Piloten, der 2-4 Schichten Rettungsdienst pro Monat fährt, einen Feuerwehrmann, der als Nebentätigkeit LKW und in der Saison Erntefahrzeuge fährt, einen Elektriker, der nebenher beim Bestatter arbeitet, und einen Arzt, der inzwischen mehr in einer Autowerkstatt arbeitet als im Krankenhaus. Physiker in der Strahlenheilkunde oder in der Radiologie haben auch kein schlechtes Leben, glaube ich. Teilzeit-Stellen gibts da auch.

    Ich will nicht pauschal vom Medizinstudium abraten, aber ich glaube, dass es ein schwieriger und ungewisser Weg ist und Kompromisse erfordert, die insbesondere bei höherem Alter größer sein können, als der Kompromiss, im bisherigen Beruf - möglicherweise mit einer Veränderung - weiterzuarbeiten und sich die fehlende Befriedigung woanders zu holen. Sinnlose Meetings (nennt sich bei uns Besprechung) und andere zu nichts führende Beschäftigungen hat man übrigens in so gut wie jedem Beruf und auch als Arzt mehr als genug davon, gerne auch nachts, morgens nach dem Nachtdienst oder in der 3. Überstunde. Für mich persönlich haben sich die Entbehrungen des Medizinstudiums und der Facharzt-Ausbildung meiner Meinung nach nicht gelohnt, obwohl ich jünger war.
    Geändert von Pflaume (04.01.2018 um 11:13 Uhr)



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  3. #8
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    Zitat Zitat von Lava Beitrag anzeigen
    Wäre Medizinphysikexperte was für dich? Das ist eine Überschneidung aus beiden Welten. Da hast du zwar auch keinen Patientenkontakt, aber viel Kontakt mit Ärzten und Krankenhäusern, kannst da aktiv was mitgestalten.
    aufgrund des verabschiedeten euratom gesetzes, wird spätestens ab dem nächsten jahr der bedarf an medizinphysikern rapide steigen.das wäre vielleicht tatsächlich eine nische für den threadersteller.

    an den threadersteller gerichtet: vergiß berufung, erfüllung und sonstigen naiven abiturienten/studienanfänger gedöns, der in der regel schnell verfliegt (bist ja schon groß) - der arztberuf ist wie jeder andere mit allen vor - und nachteilen, die oben schon ausführlich beleuchtet wurden und alle meiner erfahrung nach richtig sind. deswegen würde ich an deiner stelle pragmatisch vorgehen - wo sind für dich die besseren arbeitsbedingungen? was genau macht dich aktuell unglücklich? ist dein jetziger arbeitsplatz nicht sicher genug? hast du nicht genug geld und anerkennung? angenommen dem wäre so, dann würde es sich diesbezüglich nach dem medizinstudium wahrscheinlich (je nach ausgangssituation) zum positiven ändern (sicherer job, geld, anerkennung) - aber sei bereit, einen hohen preis, z.b. in form von nachtdiensten für min 5 jahre (mit 40 jahren) zu bezahlen. die damals mit 25 durchzechten nächte sind mit 35 nunmal was ganz anderes, der körper braucht mit zunehmendem alter mehr zeit zur regeneration.

    deine o.g. argumente a la "erfüllung im patientenkontakt" reichen meines erachtens als motivation für das studium nicht aus, denn es besteht eine gewisse gefahr (aus erfahrung sehr wahrscheinlich sogar), dass du den patientenkontakt nach einiger zeit doch nicht erfüllend finden würdest (demente, junkies, aggressive usw, aber vor allem die arbeitsbelastung an sich). hinzu kommt, dass die hierachie im krankenhaus auch mal steil sein kann und du dann einen gleichaltrigen chef als vorgesetzten hättest.
    für mich ist das arztsein keine berufung, sondern broterwerb.



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  4. #9
    Platin Mitglied
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    Ich finds irgendwie eine Mischung aus sehr vielen Sachen:
    - ich hab letztes Jahr an 30 Wochenenden gearbeitet, wohlgemerkt ZUSÄTZLICH zur 40h-Woche die ich hab. Wenn ich das vergleich mit meinen Freunden die eher Richtung Lehramt/Ingenieur/Informatik gemacht haben ist das ein gewaltiger Unterschied. Ich kann halt bei jedem zweiten Treffen nicht dabei sein, hab dafür aber das Haus doppelt so schnell abbezahlt. Der Stundenlohn von denen ist ähnlich.
    - Arbeitszeiten: meine männlichen Freunde Richtung Ingenieur oder Informatik haben Gleitzeit, können also die Kinder auch mal in den Kindergarten bringen, der Lehrer die Ferien grundsätzlich frei. Ich muss in der früh auf der Matte stehen wenn der Kindergarten noch nicht auf hat und abends bleiben bis die Arbeit erledigt ist. Das schluckt alles meine Frau, dafür hab ich wiederum immer wieder Freizeitausgleichstage die ich gern "zufällig" in den Ferien nehm oder wenn die Kinder krank sind oder was zu erledigen ist oder Handwerker kommen etc.
    - Nachtdienste: find ich inzwischen immer schlimmer. Auch weil die Anzahl teils mehr und die Ansprüche sowie Inanspruchnahmen in der Nacht höher werden. Als kleinster Assistent weckst halt in der Nacht den Größeren auf und irgendwie macht der schon was. Als "Altassistent" bist du die letzte Station vor den Hintergründen wenns brennt. Und es kommen nachts immer mehr Patienten. Wegen Rückenschmerzen, sie könnten deshalb nicht schlafen, aber Medikamente lehnen sie ab, ob man nicht mal einrenken könnte am Hals. Und du würdest denen den Hals lieber umdrehen bleibst aber freundlich um 4 Uhr in der Früh...
    - Frust: du bist teilweise der erste Ansprechpartner für Patienten und Angehörige und vor allem auch die Angehörigen haben teils überaus hohe Ansprüche die mit der Realität nichts zu tun haben. Auf der anderen Seite bist du ein Rädchen in den Mühlen der Klinik und kannst gar nicht immer das machen was du gerne machen würdest und die anderen 20 Patienten schreien ebenfalls nach Hilfe
    - Dank: dafür sind manchmal Patienten und Angehörige auch sehr dankbar. Da brauchts auch keine großen Gesten, das spürt man. Und man spürt dann wieder dass man was gut gemacht hat. Sogar sehr gut. Mal wieder jemandem wirklich geholfen, echt was getan für den Menschen. Das Gefühl bekommt man in vielen anderen Berufen nicht. Bei Lehrern wiederum manchmal schon, aber anders.

    Was will ich eigentlich sagen. Ich würde aus aktueller Sicht meinen Kindern abraten den Beruf zu ergreifen. Es gibt viele andere Berufe die Spaß machen und auch noch irgendwie sozialverträglich sind. Alleine Gleitzeit und keine Wochenenden. Oder wenn mal eine Dienstreise ansteht dann auch entsprechender Ausgleich. Und Arbeitsverdichtung und Bürokratieblödsinn nehmen in einem solchen Maße zu, dass die Zeit für die Patienten (aus der man wieder Kraft schöpft) immer weniger wird. Der Kontakt zu den Patienten und das Gefühl denen wirklich helfen zu können ist das was mich noch an der Front arbeiten lässt. Medizincontrolling könnte ich ja ansonsten auch machen. Mit den Vorteilen von Gleitzeit etc. Hatte da auch schonmal ein Angebot, aber das reine Computerzahlentippen würde mich in den Wahnsinn treiben.

    Es ist halt meiner Meinung nach so: für den eigentlich erfüllenden Teil des Arztberufes (Patientenkontakt etc) bist du der Depp an der Front mit allen Nachteilen. Für einen Bürojob ohne oder mit wenig Patientenkontakt kannst dir das Studium auch sparen.



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  5. #10
    Registrierter Benutzer
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    02.01.2018
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    6
    Hallo zusammen,

    vielen, vielen lieben Dank für eure Einschätzung! Die Nachrichten decken sich größtenteils damit was ich sonst so gehört habe. Nachdem sich das Studium nur lohnen würde um dann in Anschluss einen sehr patientennahen Fachbereich zu wählen glaube ich auch dass die körperliche Beanspruchung dann mit 40 extreme ist. Zudem lässt sich die reale Arbeitserfahrung wohl auch nur erahnen.

    Danke...



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