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Ein Jahr studieren in der Schweiz

Mein Studienjahr in Lausanne

Tonja Burkard

Mein Krankenhaus: Das CHUV in Lausanne

Das Krankenhaus, das CHUV – centre hospitalier universitaire vaudoise - habe ich vom ersten Augenblick an geliebt. Wenn man es betritt, fühlt man sich nicht gleich wie in einem Krankenhaus, die Dekoration und die räumliche Gestaltung im Empfangsbereich sind sehr angenehm. Die Stationen sind groß und man kann fast überall, auch von der Mensa aus, die Berge und den See sehen – ein Traum!
Bei der Visite wird bei der Besprechung eines Patienten jedes Mal ein Vorhang rundherum gezogen, so dass die Privatsphäre des Patienten gewahrt bleibt. Ich hatte das Gefühl, die Ärzte konnten sich mehr Zeit für den einzelnen Patienten nehmen, andererseits gibt es im CHUV auch sehr viel Personal – ich habe leider keine Ahnung, wie das finanziert wird…

Gelauscht (Foren)

Forum

Endlose Dienste und Überstunden auch in der Schweiz

Die Arbeitszeiten sind ähnlich wie in Deutschland, auch Schweizer Ärzte haben endlose Dienste und Überstunden, aber ein großer angenehmer Unterschied sind die „apéros“. Die Schweizer trinken gerne (ihren eigenen) Wein und essen gerne Käse und das zelebrieren sie eben einmal pro Woche auf Station. Sei es nach Feierabend oder im Rahmen einer Fortbildung oder eines Pharma – Vortrages. Ca fait du bien! Die Mensa im CHUV war auch hervorragend, aber leider den Schweizer Preisen entsprechend. Da wird auch keine Rücksicht auf Studenten genommen. Schweizer Ärzte tragen übrigens Kittel mit kurzen Ärmeln. Wenn man sich daran ersteinmal gewöhnt hat, findet man die langen Ärmel der deutschen Kittel lästig…

Kongresse am CHUV: Häppchen für Studenten und mehr

Jeder, der im CHUV arbeitet, trägt eine sogenannten „Badge“ mit seinem Namen und einer Farbe. Lila sind Studenten, rot die Ärzte.
Ich habe auf vielen Stationen ein kurzes Praktikum gemacht und konnte dadurch viel sehen, lernen und auch machen! Die Bereitschaft und Möglichkeit zur Praxis ist in der Schweiz deutlich höher, als in Deutschland. Ein weiterer Vorteil des CHUV war, dass dort viele Kongresse stattfanden. Für uns Erasmusstudenten bedeutete das, die noch übrigen Häppchen und die offenen Weine verköstigen zu können. So mancher ist da angeheitert aus dem Krankenhaus geschwankt…Teilweise fanden die Kongresse auch in den besten Hotels von Lausanne statt, auch da hatten wir Zutritt und wurden verwöhnt…

Mein Fazit: Nichts wie zurück

Im Nachhinein betrachtet muß ich sagen, wir hatten unseren Spaß und die Medizin ist etwas auf der Strecke geblieben in diesem Jahr. Doch das liegt in Jedermanns Verantwortung, was er aus diesem Jahr macht. Am Ende wollte ich nicht mehr nach München zurück. Jetzt bringe ich mein zweites Staatsexamen hinter mich und dann…nichts wie zurück!

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