Das Teaching-Hospital in Kathmandu
Das Model Hospital wird demnächst wohl auch PJ tauglich. In Kathmandu sind in den letzten Jahren außerdem noch mehrere, kleine, private medizinische Ausbildungsstätten unterschiedlicher Güte entstanden.
Einige Daten zum Teaching Hospital: Maharajgunj, Kathmandu, Nepal, PO Box 3578, Fax 00977-1-422553, Tel. 412303, 412505, 412605430 Betten, in Chirurgie insgesamt 170, 700 ambulante Patienten täglich, 60 Notfallpatienten, 125 fertig ausgebildete Ärzte, mit Interns und Residents deutlich mehr, 302 Krankenschwestern, 773 anderweitig Beschäftigte. In der Chirurgie 45 Ärzte, 18 davon Seniors, Professoren eingeschlossen. Abteilungen für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Cardiothorakale, Plastische und Verbrennungs-, Neurochirurgie und Urologie (mit in der Chirurgischen Fakultät erhalten), des weiteren Anästhesie, Innere (umfaßt auch Neurologie), Orthopädie, Gynäkologie, Dermatologie, HNO und Psychiatrie. In anderen Kliniken auf demselben Gelände sind auch Augen- und Kinderheilkunde vertreten. Der Zutritt für Ausländer entsteht über das elective Programm und seinen Coordinator Dr. D.S. Pant:

Dieses hat die Website: www.nchped.org.np oder www.healthnet.org.np/users/mededuc/home.html.
Der erste Monat kostet 150 US$, jede weitere 2 Wochen 50 US$. Visum kostet übrigens 30 US$ für 2 Monate, Verlängerung um weitere 2 möglich, dann 50 US$ pro Monat. Es ist problemlos bei der Einreise am Flughafen gegen 2 Paßbilder zu erstehen.
Für Unterkunft und Verpflegung muß jeder selbst sorgen. Viele Hotels lassen mit sich für mehrwöchentliche Aufenthalte gute Preise erhandeln. Eine - dann unmöbilierte - Wohnung privat zu mieten ist für kurze Zeit schwierig. (Evt. an mich wenden.) Je nach Verhandlungsgeschick, Saison und eigenen Ansprüchen läßt sich bei vernünftiger Unterkunft und Verpflegung mit 10 - 20 Euro täglich auskommen. Asketen schaffen's darunter, Gourmets liegen etwas darüber. Übrigens: Die Medizinersprache ist selbstverständlich Englisch. Bei guten Englischkenntnissen und Gehör für starken südasiatischen Akzent kommt man ohne weitere Medical English Sprachführer aus, da sich vieles im Dialog klären läßt. Mit den Patienten - und oft auch untereinander - wird Nepali gesprochen, was zu lernen nicht erforderlich, jedoch besonders außerhalb des Krankenhauses sehr nützlich ist, womit wir wieder beim Verhandlungsgeschick wären. Guter Einstieg ist das winzige Nepali Phrasebook von Lonely Planet, abzuraten ist von dem der deutschen Kauderwelsch Reihe. Weiterführend sind: 1) Teach yourself - Nepali, Hodder & Stoughton UK, ISBN 0-340-71130-2; 2) Nepali in Context/ Watters, Narendra, Rajbhandary, EKTABOOKS, Kathmandu,

; 3) Nepali conversation / Hae Lyun Lee, Kathmandu,

Alle Bücher sind vor Ort übrigens billiger erhältlich, z.B. Pilgrims Bookshop, Thamel. Auch abzuraten ist davon, mehr als Klinikleitfaden oder Checkliste in Chirurgie und Innere mitzuschleppen, evt. noch ein Anatomieatlas, ggf. Psychrembel. Englischsprachig sind in Kathmandu die meisten Lehrbücher vorhanden, und das Krankenhaus besitzt eine große Bibliothek. Wenn dort auch nicht die allerneusten Ausgaben stehen: Sie sind dem leidigen Übergepäck am Flughafen vorzuziehen.
Die Situation in Nepal
Die aktuelle Situation gebietetet am Schluß doch noch ein paar Worte zur Landeskunde anzufügen. Seit 1996 agiert in Nepal eine außerparlamentarische politische Gruppierung, die sich Maoisten nennt. Deren zunehmend gewalttätiger werdenden terroristischen Anschlägen verdankt das Land den seit November bis heute anhaltenden Ausnahmezustand mit Einschränkung der Persönlichkeitsrechte, Pressefreiheit, Ausgangssperren, hoher schwerbewaffneter Polizei- und Armeepräsenz und Strassensperren. Touristen sind davon überhaupt nicht betroffen. Viele Nepali fürchten aber die Polizei mehr als die Maoisten, mit denen wegen deren Widerstands gegen Korruption viele sympatisieren. Zu den Opfern der Maoisten gehören bislang Polizisten, Armeeangehörige, aber auch unliebsame Repräsentanten des Staates, wie Politiker oder Lehrer. Die Auseinandersetzungen finden vor allem im Westen und Süden des Landes statt. Doch auch die Hauptstadt beherbergt eine größere Zahl Maoisten. Dort gab es bisher wenige vereinzelte kleine Bombenanschläge auf staatliche Einrichtungen und einen Brandanschlag auf einen "streikbrechenden" zivilen Bus im Terrai. Touristen sind bislang nie zu Schaden gekommen. Ich kann von keinem einzigen negativen Erlebnis berichten.
Wie lange die Situation so bleiben wird, ist ungewiss. Zukunftsunsicherheit und das Gefühl, daß sich etwas ändern muß, prägen das Lebensgefühl. Ich rechne mit einem Prozeß über Jahre. Zur aktuellen Situation kann man die Webseiten des Auswärtigen Amtes zu Rate ziehen: www.auswaertiges-amt.de /laenderinformationen... oder sich direkt an die deutsche Botschaft in Kathmandu wenden:

. Die dortigen Empfehlungen sind zu lesen wie das Haltbarkeitsdatum - sie dienen auch der rechtlichen Absicherung und sind darum m.E. manchmal etwas übervorsichtig. Weitere nützliche Informationsquellen sind z.B. www.nepalhomepage.com oder www.kantipuronline.com.
Auch ich bin gerne zu detaillierteren Auskünften rund um dieses Tertial bereit. Da dem PJ bekanntlich eine Zeit wechselnder Wohnsitze folgen kann, ist es am sinnvollsten, mich über meine E-Mail Adresse zu erreichen:
Gisbert Schoblocher, Hamburg zu Ostern 2002