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Chirurgen haben ein Herz

Erfahrungsbericht Famulatur

Judith Schumacher

Chirurgen haben ein Herz

© / Istockphoto
Generell reizte mich die Chirurgie schon seit ich angefangen habe zu studieren. Da ich im letzten Semester bereits eine Famulatur in einer unfall- und allgemeinchirurgischen Praxis gemacht hatte, wusste ich zumindest, dass ich nicht umkippe, wenn es blutig wird. Deshalb wollte ich gerne auch möglichst viele „richtige“ große OPs miterleben.

In der Vorlesung waren die Herzchirurgen von allen Richtungen am interessantesten und sympathischsten und hatten uns quasi dazu eingeladen in ihrem Bereich zu famulieren. An den Haufen an Stationsarbeit, der eigentlich den größten Teil der Zeit ausmacht, den die Ärzte – oder zumindest die Assistenzärzte- in der Klinik verbringen, dachte ich vorher eher weniger.

Der erste Tag:

In einer Mail hatte mir die Sekretärin mitgeteilt, ich solle mich gegen viertel vor acht oder acht auf der Station einfinden. Als ich dort eintraf, waren alle jedoch schon im Aufbruch um nicht zu spät zur Frühbesprechung zu kommen und sagten mir im Gehen, ich solle gleich nachkommen nachdem ich meine Sachen verstaut hatte. Allerdings verriet mir niemand wohin genau. Ein wenig verspätet und bereits mit einigen deutlichen Abzügen in meiner „Erster-Tag“-Euphorie, fand ich den Besprechungsraum am anderen Ende des Gebäudes schließlich selbst.

In der Besprechung wurden zuerst die OPs für den Tag geplant, wobei mir bereits in den ersten Minuten klar wurde, dass die Aussagekraft des Plans, der gestern herausgekommen war, heute gleich null war. Anschließend wurden die Neuaufnahmen des letzten Tages kurz vorgestellt, sowie einige besonders schwierige oder interessante Fälle.
Im Anschluss erlebte ich erst einmal die zweite unschöne Überraschung: Ich hatte nämlich auf Anraten der Sekretärin keinen Kittel mitgenommen, da sie mir versichert hatte, die Wäscherei sei bei meiner Ankunft geöffnet, was jedoch offiziell erst ab 12 Uhr wieder der Fall war. Ohne Kittel durfte ich allerdings kein Blut abnehmen, sodass mich die Stationsärztin mit zur Wäscherei nahm und mir nach einer gefühlten halben Stunde Sturmklopfen und –klingeln schließlich dort einen besorgte. Dies stellte zum Glück erstmal die letzte schlechte Erfahrung dar, die ich dort machen musste.
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