Forschung auf internationalem Niveau
Universitätsklinikum Magdeburg präsentiert neueste Geräte und Methoden der Hybridbildgebung
Kornelia Preuß-Suske
Innovative Technologien ermöglichen eine sichere und genaue Diagnostik bei Erkrankungen. Eine dieser neuartigen Methoden ist die Hybridbildgebung („Hybrid Imaging“), die sich durch die Kombination aus anatomischer und funktionell stoffwechselbezogener Bildgebung auszeichnet.
An der Universitätsklinik für Radiologie und Nuklearmedizin Magdeburg stehen seit diesem Jahr zwei Hybridgeräte modernster Bauart - ein SPECT-CT und ein PET-CT – für die Patientenversorgung, Lehre und wissenschaftliche Arbeit zur Verfügung. Dieses Ausstattungsniveau in der bildgebenden Diagnostik ist einzigartig in Sachsen-Anhalt. Bei dem Symposium im September gaben ausgewiesene Referenten aus ganz Deutschland und die Magdeburger Gastgeber einen Überblick über verschiedene Indikationen und Methoden der Hybridbildgebung.
Drei Verfahren in einer Untersuchung kombiniert
Die Positronen-Emissons-Tomographie (PET), die Single-Photon-Emissions-Computertomographie (SPECT und die Computertomographie (CT) sind bildgebende Verfahren, die sich in den vergangenen Jahren in der medizinischen Diagnostik etabliert haben. Neu ist, dass diese Verfahren in einer einzigen Untersuchung in vollem diagnostischen Umfang nun miteinander kombiniert werden, zum Beispiel beim PET-CT. Hierbei werden die zeitgleich gewonnenen nuklearmedizinischen und radiologischen Bilddaten von zwei unterschiedlichen Verfahren zusammengeführt. Dies ermöglicht eine gemeinsame bildliche Darstellung sowohl der Anatomie des Körpers als auch der Stoffwechselvorgänge. Dadurch können krankhafte Veränderungen im Körper in einem sehr frühzeitigen Stadium und millimetergenau dargestellt werden.
Diese neuartige Herangehensweise in der bildgebenden Diagnostik verbessert erheblich die Genauigkeit der Diagnostik und das Monitoring einer durchgeführten Therapie. Darauf aufbauend können Therapien individualisiert, also dem jeweiligen Erkrankungsstatus eines jeden einzelnen Patienten angepasst werden.
Vorrangig kommen sowohl SPECT-CT als auch PET-CT bei Krebserkrankungen zum Einsatz. Das Spektrum der Hybridbildgebung geht allerdings weit darüber hinaus. Abseits der klinischen Betrachtungsseite erlaubt die integrierte Bildgebung auch die Untersuchung von wissenschaftlichen Fragestellungen, zum Beispiel die in-vivo Visualisierung des Einheilungsprozesses von Gelenkendoprothesen, die Therapiekontrolle verschiedener Krebserkrankungen oder das Plaque-Imaging bei Demenzerkrankungen. Als Schnittstelle zwischen präklinischer Grundlagenforschung und klinischer Anwendung hat die Hybridbildgebung eine wichtige Schlüsselstellung inne und fördert am Standort des Universitätsklinikums Magdeburg das interdisziplinäre Zusammenwachsen der bereits bestehenden Forschungslandschaft.
Somit führt der Einsatz von SPECT-CT und PET-CT nicht nur zu einer deutlichen Verbesserung der Patientenversorgung, der Lehre sowie der ärztlichen Fort- und Weiterbildung sondern bietet auch eine Forschungsplattform auf internationalem Niveau.