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Informationen rund um die Tätigkeit als Assistenzarzt

Berufsfeld Universität

Trojan Urban (MEDI-LEARN)

Ob die Wahl einer Stelle auf ein peripheres Krankenhaus oder eine Universitätsklinik fällt, macht große Unterschiede.
Das „Patientengut“ an einer Universitätsklinik unterscheidet sich von dem eines peripheren Krankenhauses: Patienten mit spezielleren Erkrankungen müssen eher in einem Zentrum, sprich der Universitätsklinik, behandelt werden.
In einem Chirurgischen Zentrum wird man deshalb die komplikationslose Appendektomie weitaus weniger häufig antreffen als in einem peripheren Haus.
Auch sind Klinken und Stationen der Universitätsklinik in den meisten Bereichen von vornherein spezialisierter als Stationen in peripheren Häusern. Beispielsweise genügen in einer Kleinstadtklinik eine oder zwei internistische Stationen, die das gesamte Spektrum abdecken; in der Uniklinik hat man es zum Beispiel mit einer „Klinik für Gastroenterologie“, einer „Klinik für Nephrologie“ und einer für Kardiologie zu tun. Somit liegen die Unterschiede für den jungen Assistenten auf der Hand: Wer beispielsweise in der Inneren Medizin ein breit gefächertes Wissen über jeden Bereich erwerben will, sollte sich ein peripheres Haus aussuchen; wer eine Subspezialisierung anstrebt, ist an der Uniklinik gut aufgehoben.

Forschung und Lehre

Doch die Breite und Spezifität des „Patientengutes“ ist nur ein Aspekt des Berufsfeldes Universität. Wer Ambitionen hat als Assistent an einer Universitätsklinik tätig zu werden, sollte schon bei der Bewerbung seine Erfahrung und sein Interesse an wissenschaftlicher Arbeit herausstreichen. Der Bewerber, dessen Promotion schon abgeschlossen ist oder in absehbarer Zeit vollendet sein wird, hat die besseren Chancen auf eine Anstellung an der Uniklinik, da er auf diese Weise schon seine wissenschaftliche Befähigung unter Beweis gestellt hat.

In der Abteilung, in der man tätig ist, wird man früher oder später vom Professor in Studien eingebunden, die man je nach Wissensstand betreuen oder planen muss. Das bedeutet eine Menge Mehrarbeit neben Patientenbetreuung und Dokumentation, ebnet aber auch den Weg zu einer Universitätskarriere (s.u.).Diese Studien dienen meistens dem Zweck, neue Therapieoptionen zu testen und auszubauen. Je nach Fachgebiet besteht auch die Möglichkeit, in der Grundlagenforschung tätig zu werden. In Kombination mit der Patientenbetreuung kann wissenschaftliche Arbeit trotz der relativ hohen Arbeitsbelastung eine sehr befriedigende Sache sein, da sich Erfolgserlebnisse oft schnell einstellen.
Das dritte „Standbein“ der universitären Tätigkeit ist die Lehre, wie jeder Medizinstudent wissen wird. Der Jungassistent wird vom Prof oft zur Vorlesungsassistenz verpflichtet, was jedoch nicht unbedingt ein Nachteil sein muss:
Man kann in der Vorlesung als „Aktiver“ seine Grundlagen immer wieder auffrischen, bekommt Kontakt zu Studenten und kann sich auch einmal für 45 Minuten von der stressigen Stationsarbeit „ausklinken“ ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen...
Auch mit dem Abhalten von „Klopfkursen“ und Seminaren wird man betreut; da meist die eigenen Kurse noch nicht allzu lange her sind, hat man hier die Gelegenheit das besser zu machen, was an den am eigenen Leib erlebten Kursen nicht so optimal geplant war. Durch engagierten und durchdachten Unterricht kann man sich bei den Studenten und Kollegen außerdem in recht kurzer Zeit einen guten Namen machen. Es ist zweckmäßig, die Studenten in anonymer Form nach dem Ende der Kursreihe kurz um ein Feedback zu bitten, um seine eigenen Leistungen als Wissensvermittler besser einschätzen zu können.
Wenn dann im jeweiligen Fachgebiet eine Klausur geschrieben wird, kommt man auch leider nicht herum einen Teil der Klausur zu erstellen und die Arbeiten korrigieren zu müssen... Augen zu und durch !

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