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Interview Assistenzarzt Anästhesiologie

Interviewserie AINS

Hannah Petersen

EKG

Im Zusammenhang mit unserer Kampagne für den Berufsverband der Deutschen Anästhesiten (BDA) haben wir eine Interviewreihe gestartet. Dabei haben wir Mediziner gesucht, die bereits in Form eines PJ, einer Famulatur oder als Assitenzarzt Erfahrungen in den Bereichen der Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin oder Schmerztherapie gemacht haben.

Heute haben wir Hannah Petersen interviewt.

1. Wo genau und wann hast du die Weiterbildungszeit als Assistenzarzt im Bereich der Anästhesiologie begonnen? Hast du zwischenzeitlich die Stelle gewechselt?

Ich bin seit dem 1. April 2008 im Krankenhaus Kreuznacher Diakonie als Assistenzärztin in der Abteilung für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie tätig. Es ist meine erste Stelle seit dem Staatsexamen.
 

2. Wann und warum hast du dich für die Weiterbildung zum Facharzt für Anästhesiologie entschieden?

Ich habe mich gegen Ende des PJs für die Anästhesiologie entschieden, nachdem ich eigentlich während des ganzen Studiums in die Pädiatrie wollte, mir das Arbeiten in der pädiatrischen Abteilung meines Lehrkrankenhauses jedoch nicht zusagte. Anästhesiologie und Notfallmedizin hatten mir auch immer viel Spaß gemacht, deshalb habe ich mich nach einem Probetag in Bad Kreuznach für dieses Fach entschieden und die Entscheidung bis heute nicht bereut.
 

3. Das Fachgebiet der Anästhesiologie umfasst vier Säulen: Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und die Schmerztherapie. Bist du bereits mit diesen unterschiedlichen Bereichen in Berührung gekommen?

Ja, in meiner Abteilung werden alle Schwerpunkte angeboten. Zurzeit absolviere ich meinen ersten Einsatz auf der Intensivstation. Ansonsten sind wir täglich im OP und betreuen die Schmerzambulanz sowie den Notfallfunk.


4. Mit welchen Tätigkeiten bist du als Assistenzarzt augenblicklich betraut? Kannst du uns einen typischen Tagesablauf schildern? Wann geht es los? Was machst du im Einzelnen und wie ist dein Tag strukturiert?

Ich absolviere meinen ersten Einsatz auf der Intensivstation, aktuell im sechsten von sechs Monaten. Wir arbeiten im Schichtdienst: Der Frühdienst umfasst vor Allem die Visiten mit den Oberärzten sowie Verlegungen und Untersuchungen der Patienten und das Vorschreiben der Akten für den nächsten Tag. Im Spätdienst werden hauptsächlich Angehörigengespräche geführt, Restaufgaben des Frühdienstes abgearbeitet und therapeutische und/oder diagnostische Aufgaben erledigt. Im Nachtdienst werden die Verlegungsbriefe geschrieben und gegen frühen Morgen die Blutentnahmen aller Patienten erledigt.
Natürlich fallen auch in alle Schichten die Aufnahmen neuer Patienten.
 

5. Hast du deine Intensivmedizin-Zeit bereits absolviert? Wie hat es dir dort gefallen?

Ich absolviere meinen ersten Einsatz auf der Intensivstation, aktuell im sechsten von insgesamt sechs Monaten. Mir gefällt es sehr gut auf der Intensivstation, weil ich viele neue Sachen lerne und auch alleine durchführen darf. Gut ist, dank der interdisziplinären Intensivstation auch in die chirurgische und internistische Welt eingearbeitet zu werden. Weniger gut ist, dass auf 16 Patienten im Spät- und Nachtdienst nur 1 Arzt kommt. Oft hat man das Gefühl, nicht alles erledigen zu können.
 

6. In welcher Form findet deine Weiterbildung statt? Gibt es spezielle Seminare? Wer bildet dich als Assistenzarzt aus? Fühlst du dich gut ausgebildet?

Ich empfinde die Weiterbildung in unserem Krankenhaus als sehr gut. Es gibt ein spezielles Mentorensystem, bei dem ein Fach-, und aktuell sogar ein Oberarzt für die Einarbeitung des neuen Assistenten zuständig ist. Es gibt ein Weiterbildungskonzept mit festgelegten Gesprächen, die mehrmals im Jahr stattfinden. Bereitschaftsdienste müssen wir erst nach sechs Monaten Arbeit in der Anästhesiologie leisten.
 


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Diesen Artikel präsentieren wir in Zusammenarbeit mit dem Berufsverband Deutscher Anästhesisten im Rahmen der Kampagne "Mein Pulsschlag"


7. Was gefällt dir besonders an den Tätigkeiten und den Themengebieten der Anästhesiologie?

Die Arbeit im OP und die Betreuung des Notfallfunks. Das komplexe Arbeiten, die Narkosen und die Notfallversorgung.
 

8. Und andersherum: was liegt dir in diesem Bereich nicht so und macht eher wenig Spaß?

Da fällt mir spontan nichts ein. Vielleicht, einen ganzen Tag zu prämedizieren. Das ist irgendwann sehr anstrengend.
 

9. Wo Licht ist, gibt es Schatten: Was war bislang während deiner Assistenzarzt-Zeit in der Anästhesiologie das schönste Erlebnis, das du nicht vergessen wirst? Und umgekehrt: was war das unschönste Erlebnis, das noch in deiner Erinnerung ist?

Schön ist, wenn man auf der Intensivstation auch bei scheinbar schwierigen Fällen nicht gleich aufgibt und dann manchmal trotz anfänglicher Ausweglosigkeit mit Erfolg belohnt wird. Das Glück der Angehörigen ist dann unbezahlbar. Ebenfalls schön ist die Arbeit in der Geburtshilfe. Unschön ist, dass man nicht jedem Patienten helfen kann.
 

10. Welche Tipps möchtest du Studenten mit auf den Weg geben, die damit liebäugeln, später den Berufsweg eines Anästhesisten einzuschlagen?

Macht es, es ist der schönste Job der Welt.
 

11. Welche Fähigkeiten und Eigenschaften sollte man deiner Meinung nach als Anästhesist mitbringen? Was kennzeichnet für dich einen guten Anästhesisten? Was einen guten Intensivmediziner?

Spaß an der Arbeit. Ein guter Anästhesist geht gut mit Patienten um und beherrscht Komplikationen so gut wie die normale Arbeit. Ich denke, in der Intensivmedizin und der Anästhesiologie ist viel Erfahrung nötig, bis man wirklich gut ist.
 

12. Im Berufsalltag der Anästhesie bieten sich im Vergleich zu anderen Fachrichtungen einige Vorteile (z.B. geregelter Feierabend, vertretbare Überstunden, Teilzeitmodelle). Konntest du einen dieser Vorzüge bereits in Anspruch nehmen? Hast du das Gefühl, dass du als Anästhesist neben der Arbeit noch ausreichend Zeit für Freizeit und Familie besitzt/besitzen könntest?

Ja, als Anästhesist hat man noch Zeit für ein Leben neben der Arbeit. Geregelter Feierabend und wenige Überstunden sind die Regel. Dies gilt allerdings nicht für die Arbeit auf der Intensivstation.
 

13. Für den Fall, dass du sogar schon jetzt daran denkst, dich später einmal als Facharzt für Anästhesiologie niederzulassen: ist dir bewusst, dass das Fachgebiet dazu beste Voraussetzungen bietet?

Ja. Allerdings denke ich zurzeit nicht darüber nach, mich niederzulassen.

 

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