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Interview mit Katja Hoffmeister (Ärztin im Praktikum)

Das Medizinstudium - Interview mit praktizierenden Ärzten

Redaktion (MEDI-LEARN)

Das Medizinstudium

© pan / PIXELIO
Wir möchten in der Reihe "Interview mit Ärzten" an dieser Stelle das Gespräch mit Frau Katja Hoffmeister (Ärztin im Praktikum) veröffentlichen, die unseren kleinen Fragenkatalog wie folgt beantwortet hat.


Beschreiben Sie bitte kurz Ihren studentischen Werdegang (Studienort, Studienverlauf, Studienzeit etc.). An welche Höhepunkte und auch Tiefpunkte während des Studiums erinnern Sie sich noch heute? 

Ich habe mein komplettes Studium in Münster zugebracht (WS 96/97 – SS 2002), davon dasPraktische Jahr (PJ, also die letzten beiden Semester) in Herford, was jetzt leider nicht mehr Lehrkrankenhaus der Uni Münster ist.
Höhepunkte: die durch Klinikgruppen zusammengeschweißten Freundschaften, Präp-Semester (v.a. die Partys nach den bestandenen Testaten), die meisten meiner Famulaturen (v.a. Urologie an der Charite), die sogenannten EStP´s (2-wöchige Praktika während des Semesters, Besonderheit von Münster), Chirurgie-Blockpraktikum, Chirurgie-Partys, Chirurgie- u.Urologie-Tertial im PJ, bestandene Examina
Tiefpunkte: Präp-Semester (sehr, sehr lernaufwändig), die Wochen vor den Examina, Ende des 8. Semesters mit 5 Klausuren in 8 Tagen,Doktorarbeit: Suche und Durchführung, zickige Schwestern in PJ und manchen Famulaturen.

Was haben Sie am Tag Ihres 3. Staatsexamen(s) gemacht, nachdem Sie die Prüfung erfolgreich hinter sich gelassen und damit das Medizinstudium abgeschlossen hatten?

Ich habe erst mal mit meiner Familie telefoniert. Dann bin ich mit der Familie einer Freundin, die ebenfalls mit mir bestanden hat, essen gegangen. Später habe ich dann die nötigsten Sachen aus dem Wohnheim gepackt und bin nach Hause gefahren.
Eine große Party (von allen Examenskandidaten ausgerichtet) war erst einige Zeit später.


Mit welcher Motivation haben Sie das Medizinstudium begonnen, sprich warum haben Sie sich entschieden, Medizin zu studieren? Gab es den entscheidenden Augenblick/Situation, mit dem feststand „Jetzt weiss ich es: ich studiere Medizin“?

Ein auslösendes Erlebnis gab es nicht, ebensowenig irgendwelche hochidealistischen Ziele. Ganz banal gesagt, mir fiel nach dem Abidie Auswahl der Berufe nicht leicht und Medizin blieb letztendlich übrig: Lehrer werden (wie so viele andere meines Jahrgangs) wollte ich nicht. Eine Ausbildung, die mich interessieren könnte, ist mir nicht eingefallen. Und in der Schule lagen mir sowohl Sprachen als auch Naturwissenschaften, wobei ich mir ein Sprachenstudium nicht vorstellen konnte (da ich auch nicht so eine Quasselstrippe bin). Blieb also nur noch was Naturwissenschaftliches. Mit Chemie-LK standen dann Chemie-Studium, später Biochemie, Pharmazie und auch Medizin im Raum.

Weil meine ältere Schwester bereits Medizin studierte und von ihren Praktika recht lustige Geschichten erzählen konnte, erschien mir Medizin letztlich interessanter als z. B. in einem Labor als Chemiker zu arbeiten.
Daß meine Entscheidung schließlich richtig war, konnte ich erst nach dem Physikum in den ersten Praktika allmählich erahnen, aber wirklich klar, daß mir das Spaß macht, wurde mir es erst während des PJ (wobei es mit Sicherheit auch daran liegt, daß die Atmosphäre im PJ-Krankenhaus sehr gut war).
Ob ich es noch mal studieren würde- ich weiß es nicht. Ich weiß wohl, die Arbeit macht mir bislang (noch) Spaß, aber ich könnte nicht ausschließen, daß es nicht doch einen Beruf gibt, der mir noch besser gefallen könnte und von dem ich bislang noch nichts weiß.


Wie bewerten Sie diese Motivation rückblickend? Hat sie sich während des Studiums aufrechterhalten oder in welcher Form hat sie sich geändert?

Anfangs war ich ja wie gesagt gar nicht wirklich sicher, ob es nun das war, was ich wollte. Aber die ersten Semester ist man doch durch die naturwissenschaftlichen Praktika und Präp-Kurs etc. ganz gut beschäftigt, so daß ich eigentlich gar nicht weiter drüber nachgedacht habe und einfach „funktioniert“ habe. Ich meine damit einfach, man hatte seine vorgegebenen Kurse in den vorgegebenen Semestern und hatte auf diese Weise immer wieder ein weiteres Ziel oder eine weitere Etappe zu schaffen. Irgendwann hat man dann so viele Semester rum, daß ein Aufgeben verlorene Zeit wäre (und wie gesagt, was Besseres wäre mir ja auch nicht eingefallen).
Oh Mann, so trostlos, wie sich das jetzt vielleicht angehört hat, war es nun auch nicht. Wie an der ersten Frage zu erkennen ist, habe ich schließlich genug positive Erinnerungen aus dem Studium mitgenommen.
Jedenfalls, nach dem Physikum kamen die ersten Famulaturen, das erste mal in der Klinik mit Patienten umgehen, da merkt man dann schon, daß es deutlich interessanter wird. Daß man gelernte Sachen auch anwenden kann. Das gibt einem bessere Erfolgserlebnisse, als eine gute Punktzahl in einer Klausur.
Und wenn man dann Glück hat und gerät in Kliniken und Abteilungen, wo das Arbeitsklima stimmt und man viel gezeigt und erklärtbekommt, dann kann man sich auf einmal wirklich gut vorstellen, das auch noch die nächsten zig Jahre zu machen. Und zum Teil sind unter den Ärzten dann auch welche, die sowohl fachlich als auch menschlich einfach super sind, und dann will man einfach nur noch auch mal irgendwann so sein wie die.
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