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Bericht über ein PJ-Tertial

Universitätsklinik Siena (Italien) - Gefäßchirurgie

Frank Oellig

Schon im 10. Semester war mir klar, dass ich nicht mein ganzes PJ in Greifswald machen wollte. In der Chirurgievorlesung wurden wir daraufhingewiesen, dass die Möglichkeit besteht, das Chirurgietertial in Italien abzuleisten. Dazu würden Verträge zwischen der Gefäßchirurgie Greifswald und Siena bestehen.

Ich bewarb mich also beim Akademischen Auslands-Amt (AAA) in Greifswald und wurde als ERASMUS-Student auch sofort genommen. In Siena musste ich mich also nicht nochmals bewerben. Die Betreuung hier in Deutschland durch die Uni Siena war sehr gut. Zwei Wochen nach meinem Antrag erhielt ich ein Infopaket, mit Studienhinweisen, Sprachkursterminen, Ansprechpartnern, einer Liste von Preisen in Siena (für Mensaessen, Wohnung, Bus etc.) und einer Liste von privaten Unterkunftsmöglichkeiten. Ich schrieb also im November die ersten 25 infrage kommende Vermieter an. Leider war die Liste nicht mehr ganz aktuell, d.h. ich habe noch im April (!) Briefe davon zurückbekommen (Empfänger unbekannt). Trotzdem bekam ich schon nach 3 Tagen via Email die ersten Rückmeldungen. Das Fazit war zwar nicht überwältigend aber am Ende hatte ich 2 Wohnungen zur Auswahl. Am 1.2. sollte der Sprachkurs (ca. 120,-DM) beginnen, also fuhr ich die 2000km (1000km in Deutschland) mit diversen Zwischenstopps.

Eine Kommilitonin, aus Greifswald konnte mir dort für die erste Nacht eine Unterkunft besorgen, da ich 1 Tag früher als geplant angekommen bin.

Von allerlei Sprachproblemen: ein Sprachkurs war nötig

Am nächsten Tag verlief die Einschreibung, die Anmeldung für den Sprachkurs relativ problemlos. Meine drei Wortfetzen, die ich mir im Selbststudium beigebracht hatte, halfen mir nur ein wenig, aber die ersten Anlaufstellen konnten alle sehr gut Englisch. Nur mein Vermieter sprach keine andere Sprache als Italienisch. Da ich nicht sofort die Straße fand, rief ich ihn an. Er holte mich dann von der Straßenkreuzung, an der ich stand ab und lud mich zu einem Kaffee ein. Ich wohnte außerhalb, ein Auto war zwar praktisch, aber nicht unbedingt nötig, da bis 0:30h Busse fahren.

Ich musste ca. 550,-DM Miete zahlen, was dort ungefähr Durchschnitt ist. Auch sonst war mein Vermieter sehr nett und gab mir Tipps, wo er nur konnte. Ich hatte ein eigenes Zimmer (ca. 12qm) und ein eigenes Bad. Der Sprachkurs begann dann doch erst am 5.2.. Morgens von 9:00 bis 13:00 waren eigentlich sehr angenehme Zeiten. Das PJ fing dann am 12.2. an. Es war gar kein Problem, dass ich erst (bis zum 2.3.) den Sprachkurs beendet und nur Nachmittags in der Klinik auftauchte. Nach dem Sprachkurs verliefen die Wochen dann ungefähr so, dass Montags und Donnerstags OP-Tage waren. Ich wurde regelmäßig, wie die Ärzte des 1. Jahres und Studenten des letzten Jahres, in den OP-Plan eingetaktet.

Ich habe meistens die 2. Assistenz übernommen und durfte meistens nach der OP die Wunde zunähen und versorgen.
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