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Chirurgie-Famulatur in Spanien

Nur für gute Nerven

Nadine Hofmayer

Chirurgie-Famulatur in Cordoba (Spanien) vom 10.9.-13.10.2002

DER ANSTOSS

Den Anstoss zu einer Famulatur in Spanien gab mir einerseits meine Begeisterung für die spanische Sprache und Andalusien, andererseits mein grenzenloser Optimismus nach dem Motto es wird schon alles klappen auch wenn meine Spanischkenntnisse nicht gerade perfekt zu nennen sind.

DIE VORBEREITUNGEN

Beworben habe ich mich ziemlich formlos mit Anschreiben und Lebenslauf ein halbes Jahr vor gewünschtem Famulaturbeginn bei ca. 5 Krankenhäusern in Andalusien. Die Adressen hatte ich mir im Internet gesucht, indem ich in den jeweiligen Städten nach Krankenhäusern gefahndet habe. Die ersten Antworten kamen nach etwa einem Monat, davon 2 Absagen, Zusagen aus Sevilla und Cordoba und gar keine Antwort aus Marbella. Da das Universitätskrankenhaus in Sevilla einen offiziellen Sprachnachweis gefordert hat, den ich nicht vorzuweisen hatte und in der Kürze der Zeit auch nicht erwerben konnte, habe ich mich für Cordoba entschieden. Bei der Zimmersuche war mir das Krankenhaus nicht behilflich, so dass ich erstmal für 3 Tage ein Hostel gebucht habe und einfach hingeflogen bin.


DIE ERSTEN TAGE

In Cordoba angekommen habe ich mich gleich am Montag Morgen auf den Weg ins Krankenhaus gemacht. Meine Information war, dass ich der Abteilung eines gewissen Prof.
Pera zugeteilt sei und zwar in der Allgemeinchirurgie.Leider war im Krankenhaus niemand von meinem Erscheinen informiert, Prof. Pera war auch nicht im Haus, so dass ich nach stundenlangem Umherlaufen und Herumgeschickt-Werden ohne Erfolg wieder den Heimweg antreten musste. Am nächsten Tag hat sich nach weiteren 2 Stunden endlich jemand gefunden, der meinte, ich sei hier richtig und könne in den OP mitkommen, so war die erste Hürde genommen und ich war ins Team aufgenommen.

Erste Hürden und wie ich sie genommen habe

Als nächste Hürde stellte sich die Zimmersuche heraus. Es hängen zwar in ganz Cordoba an jeder Bushaltestelle Zettel, wo Mitbewohner gesucht werden, allerdings hatte niemand Interesse an einer Mitbewohnerin nur für 5 Wochen, die Aushänge waren schon für den Semesterbeginn gedacht und bezogen sich auf ein ganzes halbes Jahr. Im Studentenwohnheim hätte ich auch wohnen können, wenn es nicht während der Semesterferien geschlossen gewesen wäre. So bekam ich im Studentensekretariat eine Liste mit Privatvermietern. Hier wurde ich endlich fündig. Eine verwitwete Frau und ihre 26jährige Tochter waren froh, die Wochen bis zur Rückkher ihrer "offiziellen" Untermieterin zu Semesterbeginn ein Studentenzimmer an mich vermieten zu können. So hatte ich ein Zimmer neben der Stierkampfarena mit Familienanschluss und nur 10 min vom Bahnhof entfernt gefunden und die Famulatur konnte am Mittwoch mit festem Wohnsitz richtig beginnen. 

DAS KRANKENHAUS

Ich war im Universitätskrankenhaus Reina Sofia auf der allgemeinchirurischen Station. Das Krankenhaus selbst ist ziemlich groß, es sind alle Fachgebiete der Medizin in 2 Häusern untergebracht. Die personelle Besetzung war ziemlich gut, so dass ich nicht händeringend gebraucht wurde, aber trotzdem helfen durfte. Dazu kam, dass ich die einzige Studentin überhaupt war, d.h. ich war die einzige, die dort etwas lernen wollte und dementsprechend wurde mir geduldig viel erklärt und die OP-Schwestern und Pfleger waren total lieb und fühlten sich für mich als Deutsche unter lauter spanischen Ärzten verantwortlich.
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