Ich habe mein erstes Tertial(Chirugie) in einem kleinen Ort- Münsterlingen- am Bodensee abgeleistet. Insgesamt hat es mir gut gefallen. Die Schweizer sind sehr freudlich. Das Schweizerdeutsch gewöhnungsbedürftig. Wir waren dort so zwischen 4-6 deutsche Unterassistenten. Unsere Aufgabe war - wie soll es anders sein- vor allem Hacken halten und Eintritte( so werden da die Aufnahmen gennant) zu machen.
Meist hatte man so ein bis zwei Operationen, wo man mitgemacht hat pro Tag. Bei TEPs durfte man dann auch ab und zu nähen. Der Assistent hat auf der einen Seite des Schnitts angefangen, ich auf der anderen. Wenn man kein Dienst hatte, war der Tag nach der Röntgenbesprechung um halb fünf gelaufen. Allerdings mußte immer einer Dienst machen- auch am Wochennde, an Weihnachten, Silvester, etc. Ich stand aber nur einmal von 2-4 nachts im OP, sonst war alles vor Mitternacht. Bei den Aufnahmen war etwas schlecht, dass da niemand nachuntersucht hat.
Die Assistenten waren tagsüber im OP und so konnte man niemand fragen, wenn man mal unsicher war. Allerdings sind die Leute auch schon ganz gut ambulant voruntersucht worden, dass man dann seinen Befund mit dem Befund vergleichen konnte. Was natürlich ein enormer Vorteil in der Schweiz ist, ist die Bezahlung. Das waren 1000 Franken im monat, d.h. 1200 DM. Münsterlingen liegt nur acht kilometer von der deutschen Grenze, so dass wir in Deutschland eingekauft haben und so insgesamt null null oder sogar mit einem Plus rauskamen.
Die Stadt Münsterlingen
Die Kantine war allerdings mit umgerechnte 8-10 DM relativ teuer für unsere Verhältnisse. Münsterlingen ist zwar ein kleines Kaff, aber in Konstanz gibt es Kino, Theater, Kneipen, so dass man schon was unternehmen kann. Es gibt auch halbstündig einen Zug.
Außerdem gibt es ein Schwimmbad neben dem Krankenhaus, was man gratis benutzen kann. Also, wie gesagt, es hat mir dort gut gefallen. Wir haben uns nicht überarbeitet und noch etwas von der schönen Landschaft gehabt, aber auch einiges an OPs gesehen. Dort ist die Chirugie mit der Orthopädie gekoppelt, so dass auch orthopädisch interessierte nicht zu kurz kommen- von Knie-TeP bis zur Carotis-TEA also. Ach ja, angefangen haben wir ganz human um 7.45 mit der morgentlichen Röntgenbesprechung.