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Die Akupunktur-Famulatur

Traditionelle Chinesische Medizin in Taiwan

Juliane Barth

Eine Famulatur im fernen Ausland zu machen, das war mein Wunsch. Einmal eine völlig andere Kultur eines anderen Landes kennen lernen! Asien interessierte mich dabei besonders, und da mich die Famulaturberichte anderer Studenten, die in Taiwan waren, sehr begeisterten, bewarb ich mich. Meine Freude war riesig, als Anfang des Jahres dann die Zusage des dfa (Deutscher Famulantenaustausch) für eine Famulatur in Taiwan kam.

Den Flug buchte ich im Mai. Mit China Airlines kostete der Flug von Frankfurt nach Taipeh 893 Euro, was letztendlich das günstigste Angebot war. Wenn man den Flug später bucht, wird es nicht unbedingt teurer, es kann aber sein, dass keine Plätze mehr frei sind.

Touristenvisum wählen!

Wenn man länger als 30 Tage in Taiwan bleiben will, muss man sich zusätzlich noch ein Visum besorgen. Das kostet 28 Euro. Ich habe es mir in der taiwanesischen Botschaft in Berlin ausstellen lassen. Tipp: Man sollte lieber ein „visitor´s visum“ beantragen, denn wenn man sagt, dass man in Taiwan arbeiten oder ein Praktikum machen möchte, könnte das Probleme geben.

Wer nicht durch Reisfelder watet, braucht keine Encephalitis-Impfung

Wichtig zu bedenken sind ebenfalls die Impfungen, wenn man nach Asien fährt. In Taiwan werden Hepatitis A und B (welche ich schon hatte), Typhus und japanische Encephalitis empfohlen. Die Typhusimpfung habe ich mir in Deutschland geben lassen. Die Impfung gegen japanische Encephalitis hätte hier rund 130 Euro gekostet. Wenn man sich nicht gerade in den Reisfeldern herumtreibt, ist sie aber nicht unbedingt angezeigt. Da ich ja in Taiwan im Krankenhaus praktisch an der Quelle war, habe ich mich dort doch dagegen impfen lassen – für umgerechnet neun Euro. Ein merklicher, kaum zu übersehender Unterschied!

Mit Händen und Füßen

Die Landessprache in Taiwan ist Mandarin, welches uns als das „Standard-Chinesisch“ bekannt ist. Ohne jegliche Sprachkenntnisse bin ich angereist, und es hat dennoch geklappt. Die Ärzte und die Kontaktpersonen können recht gutes Englisch. In kleinen Läden oder an Ständen sieht das Ganze schon anders aus. Da funktioniert es eher, mit Händen und Füßen zu kommunizieren oder ganz einfach mit Draufzeigen. Am Ende bekommt man meistens doch was man will, auch wenn es manchmal etwas länger dauert.Man kann sich auch von den Kontaktpersonen Begriffe aufschreiben lassen und diese dann vorzeigen.

Das Sprechen an sich ist nämlich teilweise sehr schwierig, da es im Chinesischen vier verschiedene Tonhöhen gibt. Man sollte sich auf keinen Fall scheuen, seine neu gelernten Wörter zu sprechen. Meistens wird einem von den hilfsbereiten Taiwanesen schnell und unkompliziert weitergeholfen.

Zwischen Bergen und Meer

Für jemanden wie mich, der noch nie in Asien war, ist Hualien ein sehr guter Einstieg. Hualien ist nicht allzu groß, die Stadt hat etwa 200.000 Einwohner. Für europäische Verhältnisse würde ich Hualien nicht gerade als schön bezeichnen, was die Architektur betrifft. Das ist aber fast überall in Taiwan der Fall. Dafür wird man nicht gleich vom Großstadt-Getümmel erschlagen, es ist überschaubar und fast ein bisschen gemütlich, so dass man sich dort recht wohl fühlen kann. Außerdem liegt Hualien direkt zwischen den Bergen und dem Meer, und die Natur in der Umgebung ist sehr schön. Jedenfalls bin ich sehr froh, dass ich die Zeit meiner Famulatur in Hualien verbringen konnte.

Die Bevölkerung in Taiwan ist im Allgemeinen sehr freundlich, und da wir als Deutsche zwischen den ganzen Asiaten sehr aufgefallen sind (man hat wirklich so gut wie keine Nichtasiaten gesehen), wollten uns die Taiwanesen auch immer helfen. Sie waren sehr aufgeschlossen und stets an unserem Wohlergehen interessiert. Wir waren im August vier deutsche Famulanten. Unsere freundlichen und hilfsbereiten Kontaktpersonen organisierten für uns ein Willkommens- sowie ein Abschiedsessen am Ende. Sie regelten für uns die Formalitäten im Krankenhaus und halfen uns bei anderen Dingen, wie z.B. dem Ausleihen eines Mietwagens. Wenn wir Fragen hatten, ließen sie uns nie im Stich. Wir sind sehr dankbar dafür!
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