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Die Akupunktur-Famulatur

Traditionelle Chinesische Medizin in Taiwan

Juliane Barth

TCM hautnah

Meine Famulatur habe ich in dem buddhistischen Tzu Chi Hospital absolviert und war dort auf der Abteilung für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM). Ich musste täglich, entweder vormittags oder nachmittags, drei bis fünf Stunden ins Krankenhaus und war dort einer kleinen Gruppe von drei bis sechs Studenten zugeteilt, die dem Arzt zusahen.

Meistens arbeitet die TCM mit anderen medizinischen Gebieten zusammen

Der Klinikalltag bestand hauptsächlich aus der Sprechstunde und Akupunkturen. Die Patienten, die zur Abteilung der TCM kamen, waren oft solche, bei denen andere Fachrichtungen der Medizin sich als nicht wirksam erwiesen haben. Meistens war aber die Zusammenarbeit der TCM mit anderen medizinischen Gebieten Voraussetzung für eine Therapie. Die Krankheitsbilder in der TCM waren sehr vielfältig: Von einfachen Muskelverspannungen über Stress, Schlafstörungen und Menstruationsbeschwerden bis hin zu Schlaganfällen und Lähmungen, um nur einen kleinen Einblick zu geben.
Das Akupunktieren war für mich sehr interessant und man konnte bei einigen Patienten wirklich gute Fortschritte sehen.

Besonders gefallen hat mir, dass wir anfangs selbst ein paar Nadeln an uns gegenseitig ausprobieren konnten und später dann auch die Patienten akupunktieren durften. Die Ärzte haben uns dabei stets viel erklärt und gezeigt, so dass wir in dem Monat einiges lernen konnten. In der Sprechstunde selbst konnte ich nicht so viel verstehen, weil sich der Arzt mit seinen Patienten auf Mandarin unterhielt. Meist hat er uns aber doch gesagt, um was es geht, sonst hat es uns einer der taiwanesischen Studenten übersetzt.Neben dem Akupunktieren konnten wir u.a. bei Moxibutionen, Aderlässen und beim Schröpfen zusehen oder es selbst ausprobieren. Eigentlich war es von den Kontaktpersonen so vorgesehen worden, dass ich die ersten zwei Wochen zur TCM und die nächsten zwei Wochen in die Gynäkologie gehen sollte. Da es mir bei der TCM aber so gut gefiel, blieb ich den ganzen Monat dort. Die Ärzte waren so freundlich und überhaupt nicht so arrogant, wie man es des Öfteren bei uns erlebt. Das ganze Arbeitsklima war sehr angenehm und hat richtig Spaß gemacht!

Bewundernswert fand ich auch die Schwestern, die noch nach 12 Stunden Arbeit immer noch ein Lächeln im Gesicht hatten. Wenn man aber eventuell in einem anderen Fach eine Famulatur machen will, ist das ebenso ratsam, denn die medizinische Ausstattung der Geräte und Techniken ist in Taiwan sehr modern.

Isomatte mitnehmen!

Die Studenten sind in einem Wohnheimkomplex untergebracht, welcher nicht weit von der Uni und dem Krankenhaus entfernt ist. Es gibt zwei Wohnheime, nach Geschlechtern getrennt. Die Zimmer sind für vier Studenten ausgelegt, aber wenn man Glück hat, bekommt eines alleine zugeteilt. Was für uns Europäer sehr gewöhnungsbedürftig war, ist,dass die Taiwanesen auf dem Holzboden schlafen! Zum Glück bekam ich von einer Kontaktperson eine Bastmatte zum Drunterlegen.

Es ist also ratsam, sich eine Isomatte mitzunehmen. Ansonsten waren auf dem Unigelände noch Lehrgebäude, die Mensa, die Bibliothek, in der man das Internet nutzen konnte, ein Sportplatz mit Laufbahn und ein Sportgebäude mit Turn- und Schwimmhalle sowie Fitnessraum. Praktisch alles vorhanden! Von der Uni aus bekamen wir Studenten drei Mal täglich in der Mensa Verpflegung gestellt. Da die Uni buddhistisch ist, ist die Mensa vegetarisch und – ganz anders als der deutsche versorgungsgastronomische Alltag – wirklich lecker! Es ist aber kein Problem, sich etwas in den typischen Garküchen oder Nachtmärkten zu holen.

Da ist es aber vielleicht besser, man nimmt sich einen Landeskundigen mit, der erklären kann, was es so gibt. Probierfreudig sollte man aber schon sein, das kann in Taiwan nun wirklich nicht schaden.

Das Land des Lächelns

Taiwan ist ein schönes Land mit einer traumhaften Natur! Besonders begeistert haben mich die hilfsbereiten Menschen, die immer ein Lächeln auf ihren Lippen tragen. Auch fachlich war der Aufenthalt ein großer Zugewinn, da ich in der Famulatur sehr viel über Akupunktur lernen konnte. Von negativen Erfahrungen kann ich in der Tat nichts berichten. An meine Zeit in Taiwan erinnere ich mich sehr gerne zurück und würde jedem dort eine Famulatur empfehlen.

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