Eine Empfehlung ist viel wert
Wissenswertes für die USA-Famulatur
Gerrit Montag
Freiheitsstatue von New York
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Wer geplant hat, mindestens eine Famulatur in den USA zu absolvieren, dem kann ich nur gratulieren. Es lohnt sich! Und das nicht nur wegen der neuen medizinischen Erfahrungen, sondern auch wegen der Ausflugsmöglichkeiten, der Menschen und wegen des positiven Nebeneffekts, sein Englisch zu verbessern. Mit weniger Geld als vermutet lässt sich eine voll anerkannte Famulatur organisieren. Von der Anreise über die Tricks, eine Famulantenstelle zu ergattern bis zur Unterkunft sind im Folgenden ein paar Hinweise aufgelistet.
Ein Umweg ist billiger
Egal, wo eure Destination in den Staaten liegt, über einen kleinen Umweg, meist innerhalb Europas, lässt sich ein günstiger Flug planen. Die Europäischen Fluggesellschaften (z.B. British Airways, Air France) bieten Flüge ab fast allen großen deutschen Flughäfen an, fliegen dann zu ihrem Heimatflughafen und meist per Umsteigen geht es dann in die USA. Das ist meist viel billiger, einziger Nachteil ist eine längere Reisedauer. Eine weitere Alternative sind asiatische Fluggesellschaften, die oft ebenfalls in die Staaten fliegen.Hilfe bei der Wohnungssuche
Wer keine Bekanntschaft oder Verwandtschaft in den Staaten hat, der sollte die Hilfsbereitschaft der Krankenhausdirektion in Anspruch nehmen. Man glaubt gar nicht, welche Verantwortung Arbeitgeber in den Staaten übernehmen und welche Kontakte sie spielen lassen können! Viele Krankenhäuser bieten Gemeinschaftsunterkünfte an, stellen den Studenten und residents Appartements zur Verfügung oder kümmern sich darum, Wohnungsangebote zu finden.
Einfaches Krankenhaus auswählen
Dies ist meiner Meinung nach die wichtigste Entscheidung! Grundsätzlich gilt: An vielen Universitätskrankenhäusern trifft man zwar mehr Studenten, aber das hat seinen Preis! Wer nämlich an einer Uniklinik famulieren möchte, muss für diesen Zeitraum ordentlich löhnen. Und was ein amerikanischer Medizinstudent zahlen muss, ist weit mehr als eine deutsche Semestergebühr. Es empfehlen sich also die „einfachen“ Kreiskrankenhäuser, die in der Regel medical centers heißen. Diese Kliniken sind aber keineswegs einfach strukturiert. Gerade für uns deutsche Studenten sind sie meist nicht zu überblicken, auch nicht auf deren Websites im Internet. Und da haben wir schon das erste Problem, das es zu lösen gilt: Solche Krankenhäuser sind meist in privater Trägerschaft. Unser Famulatursystem ist nicht bekannt und daher gibt es keinen direkten Ansprechpartner für unser Anliegen. Nebenbei hat ganz Amerika ein Belegarztsystem, wir müssen einen speziellen Arzt finden, der bereit ist, uns in seine Obhut zu nehmen.
Meist gestaltet sich das schwierig und für den jeweiligen Arzt wäre es salopp gesagt ohne großen Nutzen. Hier spreche ich aus eigener Erfahrung. Wer keinen direkten Kontakt zu einem Belegarzt hat, der einen ausländischen Studenten mit in die Klinik nehmen könnte, hat weniger gute Chancen.
Folget dem Hospitalist!
Die Lösung des Problems heißt hospitalist: Das sind Ärzte, die ausschließlich an Krankenhäusern tätig sind. Bei den Hospitalisten handelt es sich um ein recht neues System in den USA, welches in den 90er Jahren begann und immer weiter ausgebaut wird, bisher jedoch nur an den nicht-universitären Krankenhäusern. Meist arbeitet ein Team aus rund 20 Internisten (internal med), Allgemeinmedizinern (family oder general practitioners) oder auch anderen übergreifenden Fachbereichen zusammen und teilt die Patienten im Krankenhaus unter sich auf, die nicht von ihrem hauseigenen Arzt (also den Belegärzten) betreut werden. Genial also für den Studenten, einem solchen Arzt zu folgen!