Eine Empfehlung ist viel wert
Wissenswertes für die USA-Famulatur
Gerrit Montag
Hat man also einen hospitalist gefunden, gilt es, ihnen unser Anliegen erklären: Was wir studieren, in welchem Jahr, warum wir eine Famulatur machen möchten, wie lange diese dauern sollte. Wir sollten verständlich machen, dass wir uns der Tatsache bewusst sind, keine Patienten anfassen zu dürfen (so ist das eben nach amerikanischem Gesetz!) und keinen Anspruch auf Einkommen zu haben. Um dem Hospitalist-Team ein Gesamtbild von uns zu liefern, legen wir den Unterlagen einen übersetzten Lebenslauf bei. Als Bonus servieren wir noch ein Empfehlungsschreiben (natürlich auch auf Englisch). Zum Thema Empfehlungsschreiben: Die Amerikaner stehen darauf und es ist in den USA gang und gäbe, über Beziehungen und Empfehlungen beruflich voranzukommen.
Nachhaken!
Wenn euer Doktorvater oder eure Doktormutter nicht bereit ist, ein Empfehlungsschreiben zu formulieren, dann fragt einfach Dozenten, bei denen ihr als studentische Hilfskraft mitgearbeitet habt. Andernfalls kann man auch Dozenten ansprechen, bei denen ihr schon irgendein Praktikum hattet. In der Regel sollte dies kein Problem sein. Und wenn doch, dann schreibt selber eins und findet jemanden, der es euch unterschreibt. Guten Dozenten dürfte es bekannt sein, welche Bedeutung ein Empfehlungsschreiben in den USA hat! Falls ihr jetzt alles an die angegebene Adresse der Website abgeschickt oder dies alles per Fax gesendet habt, solltet ihr nicht warten, bis man Euch antwortet. Lasst ein, zwei Tage vergehen und ruft dann selbst noch einmal an. Man wird euch nicht als aufdringlich empfinden. Die Dame oder der Herr sind meist überaus freundlich und zuvorkommend. Entweder sagen sie dann aber gleich ab oder vertrösten euch noch auf einige Zeit. Wenn ihr eine Absage erhaltet, fragt auch hier nach anderen Möglichkeiten, an practical experiences zu kommen. Ich bin damals nur mittels abermaligen Nachfragens zu einer Famulatur in den USA gekommen. Und wenn ihr warten sollt, dann übt euch in Geduld! Erledigt in dieser Zeit alles andere: rechtzeitig einen Flug buchen, den Reisepass aktualisieren, Visa beantragen, gegebenenfalls einen Leihwagen mieten und vielleicht sogar schon Ausflüge planen?
Visum ist besser
Grundsätzlich sollte für ein Praktikum in den USA ein Visum vorgelegt werden können. Da ihr aber weder einen Lohn erhaltet noch einen Arbeitsvertrag eingeht, hinterlasst ihr auch nirgends eure Personalien. An Universitätskrankenhäusern kann es eventuell auch offizieller ablaufen. Man könnte die Zeit in den USA auch als Urlaub betrachten. Dazu braucht man in den USA bis zu einer Aufenthaltsdauer von drei Monaten kein Visum. Mich hat niemand nach einem Visum gefragt, aber sicher ist sicher. Und dann heißt es: warten oder weiter probieren!
Wann? Frühzeitig!
Alles, was ich oben beschrieben habe, kostet eine Menge Zeit. Je eher ihr mit einer Famulatursuche anfangt, umso weniger Stress bereitet ihr euch! Ich habe damals ein halbes Jahr vorher amerikanische Krankenhäuser angeschrieben und habe letztendlich erst vier Wochen vor dem geplanten Famulaturintervall eine feste Zusage bekommen.
Also frühzeitig nach Krankenhäusern suchen, alle Unterlagen vorbereiten und dann ab damit in die Post.