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Famulatur in einem der ärmsten Länder der Welt

Lernen an der Uni Jimma

Autor der Redaktion bekannt

Das Drumherum
 


Essen

Fast jeden Abend waren wir zum Essen bei Ärzten oder Studenten eingeladen. Jimma ist eine Stadt mit eigenem Kino, einem großen Markt und 2-3 Internetcafes.Vielleicht noch ein paar Worte zum Essen. In Äthiopien gibt es wie in vielen dieser tropischen Länder viele Früchte wie Mangos, Bananen, Ananas und Papayas. Diese herrlichen Früchte werden auch zu Säften verarbeitet, die zum Teil seltsam kombiniert werden. So gibt es den so genannten „Spris“, der eine Mixtur aus Avocado, Mango und Papaya ist und dessen Geschmack und Dickflüssigkeit gewöhnungsbedürftig ist. Außerdem erwähnenswert ist der dortige Kaffee, der angeblich seinen Namen in der südlichen Provinz „Kaffa“ gefunden hat.Das traditionelle Essen besteht in einem pfannkuchenartigen Fladen – dem „Injera“, der als Teller verwendet und etwas säuerlich schmeckt. Er wird aus dem mir zuvor unbekannten Getreide „Tef“ hergestellt. Hierauf werden verschiedene teilweise sehr scharfe Soßen mit oder an den Feiertagen ohne Fleisch serviert.
Dieses Injera ist die Lieblingsspeise aller Äthiopier und wird in allen möglichen Ausfertigungen morgens, mittags und abends gegessen. Nach 2 Wochen war ich dieser Speise überdrüssig obgleich sie mit diesen verschiedenen vegetarischen Kombinationen durchaus lecker war. So entdeckten wir den Vorteil, der eine italienische Belagerung in der Vergangenheit mit sich gebracht hatte. Man fand aufgrund dieser Umstände viele italienischen Gerichte auf den Speisekarten, was zwar nicht gewährleistete, dass es diese auch wirklich an diesem Tag gab, aber wenigstens manchmal konnte man so seinen eigenen Speiseplan erweitern.
Auch hier wurde wieder deutlich, dass Äthiopien kein Touristenland ist und so die Restaurants auch nicht darauf eingestellt sind. Genau aus diesem Grunde war das Land jedoch auch so interessant und deshalb war es unnötig sich über solche Kleinigkeiten aufzuregen.

Unsere Reise

Wir hatten nach der Famulatur noch zwei Wochen Zeit, um uns Äthiopien anzuschauen, was lange nicht ausreicht. Da wir viel vorhatten waren wir darauf angewiesen Flüge mit der äthiopischen Airline zu buchen, da man durch die sehr schlecht ausgebauten Straßen sehr viel Zeit verlor.
Wir haben Addis besichtigt und sind dann nach Bahar Dar geflogen, einer Stadt am Tanasee, aus dem der Blaue Nil entspringt. Die Inseln auf diesem See bergen Klöster, in denen man die typischen christlichen Malereien Äthiopiens findet. Außerdem besuchten wir die berühmten Blue Nile Falls, die aber durch ein Wasserkraftwerk stark an Gewaltigkeit eingebüßt hatten. Nach Wanderungen durch die canyonartigen Simien Mountains flogen wir nach Lalibella, um das so genannte zweite Jerusalem, die Felsenkirchen Lalibellas zu besichtigen. Schon bald endete die Rundreise nach langer mühsamer Busfahrt wieder in Addis. 

Eines der ärmsten Länder der Welt

Es gibt viel Armut in Äthiopien, die sich unter anderem in den vielen Bettlern widerspiegelt. Auch in Jimma gibt es Straßenkinder, die sich von Almosen, Abfällen und Diebstahl ernähren. Als wir nachts von einem Abendessen mit unseren Gönnern des Krankenhauses zurückkamen musste ich erschrocken feststellen, dass sich die Plastiksäcke am dunklen Straßenrand bewegten. Bei genauerem Hinsehen erkannte ich fünf eng aneinander liegende Jungs. Man weiß bei solchem Anblick nicht wie man reagieren soll und letztendlich läuft man weiter mit den äthiopischen Studenten, die diese Kinder kaum beachten oder nur erwähnen, dass sie am Straßenrand aufpassen müssen, dass sie von vorbeifahrenden Wagen nicht überrollt werden.

Fazit

Die Famulatur war sehr lehrreich in jeder Hinsicht doch insbesondere, um die Verhältnisse in einem der ärmsten Länder dieser Welt kennen zu lernen. Um vielleicht eine Realität zu erfahren, die man so durch keine Berichte oder Dokumentationen wahrnimmt.
In der Stadt erscheint die Armut oft bedrückender als auf dem Land, wo die Familien zusammen in einer Strohhütte leben und sich von der Ernte ihres Feldes ernähren. Doch oft sind wir offen und herzlich empfangen worden und immer wurde uns ein Tee oder Kaffee angeboten, ganz gleich wie arm die Familie selbst war.Äthiopien ist kein typisches Touristenziel, vermutlich weil es so arm ist und keine berühmten Nationalparks besitzt. Aber Land und Leute mit ihrem riesigen kulturellen Erbe sind auf alle Fälle eine Reise wert.

Adresse des Krankenhauses:

Jimma University
Faculty of Medical Sciences
Administration
Jimma
Ethiopia

Leider nicht sehr informativ, die Homepage der Universität Jimma:
www.telecom.net.et~junv.edu/


Vielen Dank für die Bilder an S. Pöckl.

 


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