Benutzername:

Passwort:

Jetzt registrieren

Passwort futsch!?

;-)

Innere Medizin in Leuven

Famulatur in Belgien

Tobit Bracke

Belgien ist ein kleines und sehr gastfreundliches Land. Meine Famulatur habe ich in Leuven , meiner Heimatstadt, gemacht. Leuven ist eine größere Kleinstadt, in der Innenstadt wohnen weit über die Hälfte Studenten.
Obwohl ich eine Menge Verwandte im Umkreis der Stadt habe, habe ich es vorgezogen in einer der Studentenresidenzen zu wohnen.

Vom "Home Thomas Morus" kann man zu Fuß sowohl zur Klinik als auch zum Marktplatz (=Stadtmitte) gehen. Allerdings fuhr ich meistens doch mit dem Auto zur Klinik, um morgens noch ein bisschen länger schlafen zu können. Mein Kumpel Michael hatte die Tagesklinik in Aarschot ausgewählt, zu der er jeden morgen 15km mit dem Auto fuhr (siehe unten) . Die Famulatur hat mir sehr viel abverlangt, als ich zurückkam war ich hochmotiviert. Die Belgier sind eher verschlossen, wenn man sie kennengelernt hat kennt die Gastfreundschaft aber fast keine Grenzen.

Die Sprache

In Leuven spricht man Niederländisch (meine Muttersprache), der Dialekt heißt flämisch (=vlaams).
Nahezu jeder spricht quasi als zweite Muttersprache auch französisch, viele sprechen Englisch, einige Deutsch, was den meisten relativ schwer fällt, schon allein wegen der vielen Konjugationen. Umgekehrt tun sich die Deutschen relativ einfach, zumindest mit dem Sprachverständnis. Wer wirklich Interesse daran hat die Sprache zu sprechen wird dies schnell schaffen, zumindest war es bei den Sprachschülern meiner Mutter, deren Muttersprache deutsch war, so.
Michael wurde gleich ins kalte Wasser geworfen. Als wir uns zwei Monate vorher im Sekretariat für ausländische Studenten persönlich angemeldet haben, wollte die Sekretärin, Fr. Groenen, sehen ob er zumindest ein paar Worte sprechen konnte. Obwohl er noch nie zuvor ein Wort Niederländisch gesprochen hatte (wir waren Vorher nur einen Tag in Brüssel gewesen), schaffte er es Fr. Groenen zu dem Kommentar "niet slecht" zu bewegen...

Innere Medizin in Leuven

Quelle: istockphoto

Die Kliniken

Michael geriet in dem kleinen Krankenhaus in Aarschot an Dr. Smeets. Dr. Smeets war sehr stolz einen deutschen Studenten zu haben und betreute ihn nicht nur im Krankenhaus sehr intensiv, sondern lud ihn auch in seine Stammkneipe ein, in der der Arzt fast immer seine Wochenenden verbrachte. Das Krankenhaus ist eine Tagesklinik für alle Möglichen Krankheiten.
In der Universitätsklinik in Leuven wurde ich in der Aufnahme für Internistische Notfälle aufgestellt. Nachdem mir meine Collegas vorgestellt worden waren wurde ich gefragt ob ich gleich ins kalte Wasser geworfen werden wollte oder lieber erst ein bisschen kucken wollte. Ich ließ mir noch zwei Tage Zeit bis ich mir selbst einen Patienten schnappte und nach der Anamnese von Kopf bis Fuß durchcheckte. Danach stellte ich meinen Fall einem Assistenten vor und so ging das dann weiter. Das gute war, dass die Assistenten immer den Überblick behielten und genau wussten bei welchem Patienten es kritisch war und Eile geboten war und auf welche man die Studenten los lassen konnte. Noch ein Vorteil: Die Belgier kennen eigentlich keine Famulatur, der Patientenkontakt beschränkt sich auf ein "Kuck-Praktikum"(und die üblichen Gruppenkurse), dafür haben sie im sechsten Jahr auch ein PJ (im siebten Jahr dann noch eine Mischung aus Theorie und Praxis, danach sind sie fertig, bekommen einen Dr.-Titel ohne Dr.-Arbeit, ...). Der Vorteil besteht darin, dass man gleich als eine Art Arzt behandelt wird.

Meine tägliche Aufgabe bestand u.a. im EKG-Erstellen, weiter durfte ich dauernd irgendeine A. radialis punktieren (die Blutgas-Analyse ist in der Inneren Notaufnahme fast Standard), einmal sogar eine Lunge. Zweimal in der Woche nahm ich (freiwillig) am PJ Unterricht teil, in dem Fälle von den Studenten vorgestellt und anschließend gemeinsam mit den Dozenten besprochen wurden.
Weiter
auf Seite

 

Die Webseite von MEDI-LEARN wird unterstützt von

     © MEDI-LEARN, Elisabethstraße 9, 35037 Marburg/Lahn 1996-2011