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Interview mit Berna Dagli (Ärztin im Praktikum)

Das Medizinstudium - Interview mit praktizierenden Ärzten

Redaktion Medi-Learn

Wir möchten in der Reihe "Interview mit Ärzten" an dieser Stelle das Gespräch mit Frau Berna Dagli (Ärztin im Praktikum) veröffentlichen, die unseren kleinen Fragenkatalog wie folgt beantwortet hat.

Beschreiben Sie bitte kurz Ihren studentischen Werdegang (Studienort, Studienverlauf, Studienzeit etc.). An welche Höhepunkte und auch Tiefpunkte während des Studiums erinnern Sie sich noch heute? 

Ich habe 12 Semester in Ulm studiert. Höhepunkte des Studiums waren meistens die Praktika bzw. die Famulaturen, weil es auch die einzige Möglichkeit war, etwas Praktisches zumachen.
Meine Famulaturen habe ich teilweise im Ausland absolviert: Ich war z.B. in der Türkei und habe in einem staatlichen Krankenhaus famuliert. Ich war dort sechs Wochen in der Gynäkologie und durfte ziemlich viel selbständig machen, was man von manchen Famulaturen in Deutschland nicht gerade behaupten kann. Man muß nicht unbedingt die Landessprache beherrschen. Englischkenntnisse reichen im Klinikum vollkommen aus. Und für den Alltag ist Deutsch vollkommen ausreichend, wenn man in Großstädten unterwegs ist. Tiefpunkte des Studiums waren für mich die Vorbereitungszeit vor den Prüfungen, insbesondere vor den Examina. Nach bestandener Prüfung war zwar die Welt wieder in Ordnung, doch vorher haben einen immer die Zweifel geplagt. Von den Fächern im Studium fand ich Anatomie in der Vorklinik super. Es war zum ersten Mal im Studium etwas konkretes, mit dem man auch etwasanzufangen wußte. Von den klinischen Fächern habe ich eigentlich sehr viele interessantgefunden, z.B. Pharmakologie, Innere Medizin, Dermatologie, Gynäkologie, Augenheilkunde.Im Studium eher uninteressant und langweilig fand ich die Statistik - war nicht unbedingt mein Fach.

Surftipp

Was haben Sie am Tag Ihres 3. Staatsexamen(s) gemacht, nachdem Sie die Prüfung erfolgreich hinter sich gelassen und damit das Medizinstudium abgeschlossen hatten?

Wir sind mit Freunden und der gesamten Prüfungsgruppe zum Essen gegangen und haben erst einmal gefeiert und mehr oder weniger zum letzten Mal zusammengesessen. Nach langer Zeit mal wieder ausgespannt und einfach einen schönen Abend verbracht. Das ist der Nachteil vom abgeschlossenen Studium. In den sechs Jahren lernt man so viele Menschen kennen, die sich nach dem Studium in alle Richtungen verstreuen.

Mit welcher Motivation haben Sie das Medizinstudium begonnen, sprich warum haben Sie sich entschieden, Medizin zu studieren? Gab es den entscheidenden Augenblick/Situation, mit dem feststand „Jetzt weiss ich es: Ich studiere Medizin“?

Eigentlich hatte ich kein bestimmtes Erlebnis, vorauf ich angefangen habe, Medizin zu studieren. Es war nur klar, dass ich schon immer Medizin studieren wollte.


Wie bewerten Sie diese Motivation rückblickend? Hat sie sich während des Studiums aufrechterhalten oder in welcher Form hat sie sich geändert?

Die Motivation war am Anfang des Studiums am Größten. Im 5.-6. Semester hat sie relativ stark abgenommen, da ich das Gefühl hatte, ich werde nie fertig. Aber ein paar Semester weiter, hatte man einen Überblick und plötzlich ging es ganz schnell. Dann wiederum eigentlich viel zu schnell. Zum Schluss war die Motivation wieder hoch.

Gelauscht (Foren)

Studienbeginn

Wie sieht der Alltag als Arzt für Sie heute aus? Was macht Ihnen am meisten Spass? Was am wenigsten?

Ich bin heute als Ärztin im Praktikum in der Augenheilkunde tätig. DieAugenheilkunde ist mehr oder weniger zu meinem Wunschfach geworden, nachdem ich den ersten Tag meiner Famulatur in einer Augenarztpraxis hinter mich gebracht hatte. Ich habe dann anschließend auch im Klinikum famuliert und die Begeisterung ließ nicht nach. Also habe ich PJ und AiP daran angeschlossen. Und bis jetzt bin ich der Meinung, daß es die richtige Entscheidung war.Ich bin jetzt jedenfalls froh, dass ich das Studium durchgezogen habe. Ich würde es auch wieder tun.  Am meisten gefällt mir die Arbeit am Patienten, was aber manchmal vor lauter Papierkram zu kurz kommt. 

Welche Tipps würden Sie Studenten, die jetzt vor der Entscheidung stehen, Medizin zu studieren, mit auf den Weg geben?

Man sollte sich darüber im klaren sein, dass man keine geregelten Arbeitszeiten hat, öfters Dienste am Wochenende machen muss und seine Freizeit nicht so einteilen kann, wie in anderen Fachrichtungen. Darüber hinaus nimmt der Papierkram stetig zu. Man ist die ganze Zeit damit beschäftigt, irgendwelche Formulare und Anfragen auszufüllen, die nichts mit der ärztlichen Tätigkeit zu tun haben. 
Ich wünsche jedem Studienanfänger viel Glück und Durchhaltevermögen!!


Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen!


 

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