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Kinderwunsch im Studium

Wann ist das Timing richtig?

Redaktion (MEDI-LEARN)

Mutter mit Kind

Abitur, Medizinstudium, Assistenzarzt, Facharzt, Oberarzt, Chefarzt. Bei der Planung der Karriere kann die Familienplanung leicht mal auf der Strecke bleiben. Damit du sie am Ende nicht völlig aus den Augen verlierst, wirst du dir Gedanken machen müssen, an welcher Stelle deiner Ausbildung das Kinderkriegen „hineinpassen“ könnte.

Oft ist dabei zu hören, dass die Studienzeit die beste Zeit sei, um ein Kind zu bekommen. Ein Semester kann ja mal ausgesetzt werden, das Arbeitspensum ist freier einteilbar als später im Beruf. Es scheint so einige Argumente zu geben, die diese Auffassung stützen. Uns hat eure Meinung dazu interessiert: Ob das Studium wirklich der „richtige“ Zeitpunkt ist und – wenn ja – ob der gesamte Studienzeitraum euch gleich geeignet scheint.

Gefragt wurde unter anderem, ob das Medizinstudium sich eignet, Kinder zu bekommen und dann, ob die Vorklinik oder die Klinik den besseren Zeitpunkt darstellt. Knapp die Hälfte der Nutzer gaben an, dass sie das Medizinstudium für kaum geeignet halten, um während dieser Zeit an der Familienplanung zu arbeiten. Nur 19 Teilnehmer meinten, dass es mit guter Planung und Flexibilität machbar sei, während des Studiums ein Kind zu bekommen. Die Vorklinik allerdings wurde von niemand für geeignet gehalten. Stattdessen sprechen sich die meisten Nutzer für den klinischen Studienabschnitt als tauglichen Zeitpunkt aus. Also wenn schon ein Kind während des Studiums, dann am ehesten nach dem Physikum. Ergänzt wurde dieses Meinungsbild im Forum durch einige Erfahrungsberichte, die zeigen, dass die Elternschaft während des Studiums eine große Herausforderung ist.

So berichtete eine Nutzerin, wie ihre ursprüngliche Planung, das Studium mit einem Kind zu meistern, sich immer wieder veränderte. Die erste Überlegung, fehlende Klausuren „einfach“ zeitnah nachzuholen, erwies sich mit einem Säugling als praktisch nicht umsetzbar. Also setzte sie zwei Semester aus, um das Kind anschließend in eine Krippe zu geben und das Studium fortzusetzen. Allerdings war in ihrer Stadt kein Krippenplatz frei, so dass auch dieser Plan nicht umgesetzt werden konnte. Im Nachhinein denkt die junge Mutter dennoch, dass das Studium mit einer organisierten Betreuungssituation kein schlechter Zeitpunkt zur Familiengründung sei. Sie selbst hat letztendlich sechs Semester ausgesetzt und studiert nun in Teilzeit weiter, bereut dies aber kein bisschen. Die Liebe zu ihrem Kind entschädigt sie.

Ähnlich geht es einer anderen Nutzerin, die ihr Kind allerdings bereits in der Vorklinik bekam, dann erst einmal zwei Semester Babypause machte und schließlich ein Semester mehr bis zum Physikum brauchte. Da die Familienplanung damit noch nicht abgeschlossen war und die Organisation von Studium und Familie zunehmend komplizierter wurde, unterbrach sie vorerst ihr Medizinstudium, um es später fortzusetzen. Das ist allerdings ebenfalls kein Selbstgänger, denn auch größere Kinder brauchen ihre Mutter. Trotz des Spagats bereut auch sie die Entscheidung für die Kinder mitten im Studium nicht.

Neben diesen persönlichen Erfahrungsberichten lässt sich im Forum ein Konsens feststellen, wenn es um  Rahmenbedingungen für die Familienplanung im Studium geht. Von vielen wurde es als vorteilhaft angesehen, bereits etwas älter zu sein, eine dauerhafte und tragfähige Beziehung zu führen und nach Möglichkeit finanziell abgesichert zu sein. Schließlich schränkt so ein Kind das Leben auch ein: Die Nächte durchzufeiern oder spontan auf Weltreise zu gehen, kommt nicht mehr in Frage. Dafür findet sich im Studium die Zeit, sein Kind bei der Entwicklung zu begleiten und seine Fortschritte mitzuerleben.

Schlussendlich bleibt die Entscheidung der Frage nach einem Kind schon während des Studiums selbst überlassen. Du weißt selbst, dass dein Studium mit Kind wahrscheinlich länger dauert und ein sehr viel höheres Maß an Organisation erfordert. Zudem wird deine persönliche Freiheit weiter eingeschränkt sein als die deiner kinderlosen Kommilitonen. Dafür bist du eine jüngere Mutter  – ein jüngerer Vater – und kannst möglicherweise mehr Zeit mit deinem Kind verbringen, als wenn du bereits im Berufsleben stehst. Die Uni kommt Studierenden mit Kindern oftmals entgegen und bietet Betreuungsmöglichkeiten an. Es gilt, die dir wichtigen Argumente zu finden und abzuwägen, um eine solche Entscheidung zu treffen. Und letztendlich gibt es den optimalen Zeitpunkt ohnehin nicht.

 

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