Benutzername:

Passwort:

Jetzt registrieren

Passwort futsch!?

;-)

Oder „Das Legen eines venösen Zuganges“

Yeah, getroffen!

Nina Dalitz (Redaktion MEDI-LEARN)

Die Pflegepraktikanten würde es gerne machen. Famulanten dürfen es: Flexülen legen! Die heissen in der Fachsprache peripher-venöse Zugänge oder Venenkatheter und tragen je nach Hersteller den Namen Flexüle, Braunüle oder Viggo. Bevorzugte Einstichstellen sind Handrücken und Unterarm. Wenn du ein paar Mal zugesehen hast und nett fragst, kann es losgehen. Im folgenden Artikel zeigen wir dir in bebilderter Form, wie du dabei vorgehen kannst.
1. Alles bereitlegen
Stauschlauch, Desinfektionsmittel, eine Kompresse, Nadel und Pflaster packst du auf ein Tablett oder legst sie gleich in Griffweite des Patienten. Handschuhe nicht vergessen. Frage nach, welche Größe die Nadel haben soll. Je größer Durchmesser, Länge und Durchflussmenge sind, desto kleiner ist die Gauge-Zahl. Jede Größe ist durch ihre Farbe leicht zu identifizieren. Die riesigen 14G-Katheter sind zum Beispiel braun, die winzigen 22G-Katheter blau. Alles da? Dann stell dich beim Patienten vor und sag, was du vorhast. „Ich würde gerne einmal Blut für die neuen Laborwerte bei Ihnen abnehmen, dazu brauche ich mal Ihren Arm.“

2. Stauen
Sieh dir vorher so ein Stauband genau an. Man kann sich mit dem Verschluss ordentlich verheddern. Ist er kaputt, mach einfach einen Knoten in das Band. Nicht zu fest stauen! Das Prinzip ist, dass die Venen zwar komprimiert werden, aber die Arterien weiter pulsieren. Da die Arterien den Arm füllen, das Blut aber nicht mehr abfließen kann, ist die Rechnung einfach: Je länger du wartest, desto stärker füllen sich die Venen. Achtung: Dieses Prinzip gilt nicht für Blutentnahmen, da zu langes Stauen die Laborwerte beeinflusst und somit unbrauchbar macht.

3. Tricks anwenden
Bei den meisten Menschen reicht das Stauen aus, um eine punktionsreife Vene zu finden. Schwieriger ist es bei hypovolämischen, Gefäßkranken oder sehr ängstlichen Patienten. Manchmal lässt sich einfach keine geeignete Vene finden. Es gibt Tricks, um doch noch Erfolg zu haben. Zum Beispiel den Arm des Patienten neben der Liege etwas herunterhängen zu lassen, so dass die Hand unter der Herz-Ebene liegt und sich besser mit Blut füllt. Klopfen und reiben bringen weitere Venen zu Tage. Großzügig Desinfektionsmittel aufsprühen erweitert die Gefäße und macht sie besser sicht- und tastbar – aber bitte bis zum Verdunsten warten und nicht durch eine Desinfektionsmittelpfütze stechen, denn das ist schmerzhaft. Führe deine ersten Versuche bei Patienten mit einfachen Venenverhältnissen durch. Wenn du nicht so lange stauen möchtest, nutze erst die Tricks und lege dann das Stauband an. Das geht auch.

4. Geeignete Vene suchen
Der Arm ist gestaut, die Venen treten deutlich hervor. Jetzt siehst du dir Handrücken und Unterarm des Patienten genau an und nutzt dein Fingerspitzengefühl, um ein geeignetes Gefäß zu ertasten. DIE Vene muss vor Allem gut zu fühlen sein. Das ist wichtiger, als sie zu sehen. Außerdem muss sie ausreichend dick sein. Lieber dick und geschlängelt, als schmal und gerade. Natürlich darf sie keinen übertriebenen Knick haben. 80° Biegung sind einfach zu viel. Manche Leute wissen, wo es früher schon mal mit der Punktion geklappt hat. Frage deinen Patienten danach! Soll der Katheter länger liegen bleiben, ist die Ellenbeuge ungeeignet, da der Arm dann nicht mehr frei bewegt werden kann. Hast du eine Vene gefunden, überlege kurz, ob an dieser Stelle nicht ein Nerv oder eine Arterie im Weg liegt.



5. Stechen
Nach dem Tasten ordentlich desinfizieren und Handschuhe anziehen. Ab jetzt nicht mehr auf der Punktionsstelle herumtatschen! Katheter auspacken und in die eine Hand nehmen. Mit der anderen Hand die Haut über der Vene straff ziehen. Am Unterarm geht das gut mit Zeige- und Mittelfinger. An der Hand kann der Patient eine lockere Faust um deine Finger machen. Den Daumen legst du quer oben drauf, kippst die Hand etwas nach unten und ziehst mit dem Daumen den Handrücken straff. An Kreuzungen, dort, wo zwei Venen ineinander fließen, sticht es sich sicherer. Dort kann die Vene nicht wegrutschen. Als Einstichwinkel wird manchmal 30° genannt. Also: beherzt zustechen, dann abflachen. Wenn Blut kommt, noch ein paar Millimeter weiter vorschieben. Das ist wichtig, da nicht nur die Nadel, sondern auch der etwas kürzere Plaste-Katheter mit ins Gefäß muss. Dann ziehst du die Nadel zurück und schiebst den Rest bis zum Ende vor.

6. Anschließen
Geschafft? Jetzt ist der Moment gekommen, den Stauschlauch zu lösen. Dann kannst du die Pflaster anbringen, damit der Katheter nicht herausrutscht und die ganze Arbeit umsonst war. Drück mit einem Finger die Vene zu, bevor du die Nadel komplett herausziehst. Sonst kommt dir das Blut entgegen. Steck die Infusion dran oder verschließe ihn mit einem Plaste-Mandrin, wenn der Zugang erst später benötigt wird. Die Infusion läuft? Herzlichen Glückwunsch.

 

Die Webseite von MEDI-LEARN wird unterstützt von

     © MEDI-LEARN, Elisabethstraße 9, 35037 Marburg/Lahn 1996-2011