Studenteninitativen fördern praktische Ausbildung von Studenten!
Anamnesegruppen
Christian Weier
Anamnesegruppen - Immer wieder hört man, dass die Ausbildung der deutschen Mediziner zu theoretisch ist. Gerade der direkte Patientenkontakt nimmt nur einen geringen Teil der Ausbildung ein. Im Gegensatz dazu besteht der Hauptteil der klinischen Arbeit später aus den Kontakt mit dem Patienten.
Um dieses Devizit auszugleichen, haben sich an verschiedenen deutschen Universitäten sogenannte Anamnesegruppen gebildet. Ziel dieser Studentengruppierungen ist, die Erlernung der Anamnesetechniken und der Abbau der bei den meisten Studenten vorhandenen Hemmschwelle.
Kleine Gruppen von Studenten erheben gemeinsam mit studentischen Tutoren Anamnesen am Patientenbett. Dabei führt ein Student die Anamnese durch, während die anderen ihrem Kommilitonen "lauschen".
Entweder werden die Anamnesen direkt danach durchgesprochen oder man veranstaltet gesonderte Abende, an denen man dann in grösserer Gruppe die verschiedenen Problematiken durchspricht.
Die Tutoren werden in entsprechenden Schulung auf Ihre Aufgabe vorbereitet. An manchen Universitäten werden als Erweiterung auch Supervision für die Tutoren angeboten.
Auch im Internet sind die verschiedenen Gruppen aktiv. So findet man beispielsweise eine informative Webseite zu Thema an der der Charite in Berlin (Link s.u.). Auch die Anamnesegruppe Ulm hat eine durchaus sehenswerte Webseite im Internet (Link siehe unten).
Das diesjährige Treffen der verschieden Gruppen fand im Mai (deshalb auch Maitreffen genannt) in Ulm statt. Über das Ereignis kann man sich auf einer extra eingerichteten Webseite informieren (Link s.u.).
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Anamnesegruppen die Ausbildung in Eigeninitiative erweitert und damit lobenswerterweise gewisse Defizite des deutschen Ausbildungssystem auffangen.