Nicht immer können Angehörige den sterbenden Patienten begleiten
Besondere Verantwortung in der Stunde des Todes
MEDI-LEARN (Redaktion)
Mehr als die Hälfte der Deutschen stirbt im Krankenhaus, und dort kommt der Tod nur selten ganz überraschend. Gerade auf Intensivstationen lässt sich anhand der umfassenden Überwachung von Körperfunktionen deutlich vorhersehen, wann ein Leben zu Ende geht. Ideal wäre natürlich eine Begleitung durch Angehörige, doch oft sind in der Stunde des Todes nur Ärzte und Pflegekräfte in der Nähe des Patienten. Das bedingt eine besondere Verantwortung gegenüber dem Sterbenden, denn kein Mensch sollte in diesem Moment allein gelassen sein.
Die Angehörigen sind deshalb tagsüber unbedingt vom aktuellen Zustand des Patienten in Kenntnis zu setzen. Welche medizinischen Maßnahmen (Reanimation, künstliche Ernährung etc.) noch ergriffen werden sollen und welche nicht, ist mit ihnen und wenn möglich mit dem Patienten selbst zu besprechen, solange dieser noch klar bei Bewusstsein ist. Es können auch im Krankenhaus völlig unerwartete akute Verschlechterungen des Zustands auftreten, und dann ist es gut, wenn das Ergebnis solcher Gespräche bereits schriftlich fixiert vorliegt.
Kläre außerdem rechtzeitig mit den Angehörigen, ob sie auch nachts angerufen werden wollen. Im einen wie im anderen Fall können oder wollen sie vielleicht nicht sofort ins Krankenhaus kommen. Je nach Situation sollte dann von den gerade auf Station Arbeitenden abwechselnd jemand im Zimmer bleiben. Er sorgt dafür, dass nirgends laut ein Radio läuft und nicht ständig jemand die Tür auf und zu macht. Bei Mehrbettzimmern lässt sich mit Vorhängen oder Stellwänden ein vor Blicken geschützter Raum schaffen, in dem sich nur noch das medizinisch Erforderliche befindet.