Wie ein Vorbereitungskurs für das Medizinstudium
Ausbildung in der Krankenpflege während der Wartesemester
MEDI-LEARN Redaktion
Kranken Menschen helfen wollen wohl alle, die sich für ein Medizinstudium interessieren. Doch je nach Abitur-Notenschnitt kann es lange dauern, bis du diesen Wunsch als Arzt praktisch umsetzen darfst. Kranken Menschen helfen ist aber auch in der Krankenpflege möglich, und so entscheiden sich viele, die auf ihren Studienplatz voraussichtlich lange warten müssen, in der Zwischenzeit eine dreijährige Berufsausbildung in diesem Bereich zu machen.
Die Vorteile liegen auf der Hand: Du verdienst bereits vor deiner Zeit an der Uni Geld und kannst das höchstwahrscheinlich auch als Student nebenher oder in der vorlesungsfreien Zeit tun. Und eine abgeschlossene Berufsausbildung mit anschließender mehrjähriger Berufstätigkeit führt sogar meist zu einem BAföG-Anspruch unabhängig von der Höhe des Einkommens deiner Eltern. Außerdem lernst du auf jeden Fall eine Menge über Medizin und verbesserst deine Chancen im Auswahlverfahren der Hochschulen.
Nicht zuletzt wird dir das Arbeiten in einer Klinik schon sehr vertraut sein, lange bevor sich deine Kommilitonen ihren ersten weißen Kittel kaufen. Denn die Ausbildung von Krankenschwestern bzw. Krankenpflegern besteht aus theoretischem Unterricht, der in Krankenpflegeschulen im Klassenverband erteilt wird, und praktischer Arbeit auf etlichen verschiedenen Stationen eines Krankenhauses, ergänzt durch Einsätze in der häuslichen oder der Gemeindekrankenpflege. Ab dem zweiten Ausbildungsjahr nimmst du auch an Nachtwachen Teil.
Die Ausbildungsinhalte stellen beinahe einen Vorbereitungskurs für das Medizinstudium dar. Du lernst vieles über Aufbau und Funktionen des menschlichen Körpers, Krankheiten und ihre Ursachen, wie Blut entnommen und im Notfall Erste Hilfe geleistet wird. Den Schwerpunkt bildet natürlich die Pflege und Begleitung der Patienten im Krankenhaus-Umfeld von der Aufnahme bis zur Entlassung. Dazu gehören die Ermittlung des individuellen Pflegebedarfs, Pflegetechniken einschließlich der Wundversorgung und die psychologischen Aspekte des Arbeitens mit kranken oder hilfsbedürftigen Menschen.
Später ist eine Spezialisierung auf die Stations-, die Intensivpflege oder den Operationsdienst möglich, außerdem eine Schwerpunktbildung in einem bestimmten Fach wie Gynäkologie oder Dermatologie. Auf jeden Fall ist es notwendig, durch kontinuierliche Weiterbildung fachlich auf dem Laufenden zu bleiben, denn der medizinische Fortschritt betrifft den pflegerischen Bereich kaum weniger als das ärztliche Tun. Dabei wird zwischen der reinen Anpassungsweiterbildung und der Aufstiegsweiterbildung beispielsweise zum Fachwirt in der Alten- und Krankenpflege unterschieden. Für diese oder für ein nachfolgendes Medizinstudium werden unter bestimmten Voraussetzungen Stipendien vergeben.
Während der eigentlichen Berufsausbildung erhältst du je nach Bundesland ein monatliches Entgelt zwischen 600 und 850 Euro. Später richtet sich die Vergütung nach einem Tarifvertrag oder nach hausinternen Vereinbarungen. Im öffentlichen Dienst werden bei einer Eingruppierung in die Entgeltgruppen 7 oder 8 zwischen 2350 und 2780 Euro brutto gezahlt.