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Das MEDI-LEARN Uni-Ranking 2009 - Teil 2

Deutschlandweites Ranking zum Medizinstudium

Redaktion (MEDI-LEARN)

Verschult und verplant

In Form einer Mehrfachauswahl wollten wir dann noch wissen, welche allgemeinen Merkmale (Kontakt zu Dozenten, Anonymität, Stundenplanerstellung, Ausstattung) das Studium kennzeichnen. Die wichtigsten Resultate: Ein eigenverantwortlich zu erstellender Stundenplan ist fast überall Fehlanzeige. Rund 81 % geben an, der Stundenplan sei vorgegeben, 60 % sagen zudem, das Studium sei verschult, 44 % finden es anonym. Auch die zahlreichen Reformansätze scheinen das Studium (noch) nicht wesentlich individueller und persönlicher gemacht zu haben. Dafür – hier machen sich anscheinend die hohen Investitionen der letzten Jahre bemerkbar – sehen immerhin 54 % die Ausstattung von Laboren, Stationen und Hörsälen als „auf dem neuesten Stand“ an.

Fachschaft und Sekretariat

Bewegen wir uns weg von „hard facts“ der medizinstudentischen Ausbildung und hin zur Arbeit der studentischen Vertretung sowie der Administration der Fakultäten. Die Fachschaften schneiden meist gut (41 %) oder zumindest befriedigend (27 %) ab. Immerhin 15 % im Schnitt vergeben sogar eine Eins. Besonders zufrieden sind die Medizinstudenten in Münster und an den beiden Münchner Unis mit ihrer Fachschaft – rund 30 % vergeben die Bestnote. Auch die Studentensekretariate kommen erstaunlich gut weg: 34 % sagen bundesweit „gut“, noch mal 30 % „befriedigend“ und 10 % sogar „sehr gut“. Großes Lob kommt aus Regensburg, Lübeck und Greifswald mit Einsen um die 40-Prozent-Marke für die Verwaltungsarbeit. Wir stellen fest: Ihre Qualität trägt einen gehörigen Teil dazu bei, ob die Studierenden ihre Uni empfehlen oder eben nicht. Denn die im Gesamtvergleich auf letzten Plätzen liegenden Unis Düsseldorf und Homburg finden sich auch in dieser Tabelle am hinteren Ende wieder – diesmal allerdings in „bester Gesellschaft“ mit Hamburg, Heidelberg, Marburg, Köln und Tübingen.

Surftipp

Uni-Ranking

Wohnsituation in den Städten

Kunterbunt geht es zu, was das Wohnen in den Städten angeht. Nirgendwo ist es so einfach, eine gute Wohnung zu ergattern wie in Leipzig und Witten (knapp über bzw. knapp unter 80 % sagen: „sehr gut“), dicht gefolgt von Magdeburg (rund 75 %). Recht entspannt – mit über 40 % Einschätzung „sehr gut“ geht es auch in Berlin, Dresden, Göttingen und Hannover bei der Wohnungssuche zu. Erwartungsgemäß wenig begeistert sind die Münchner: 40 % der TU-Studenten rufen eine 5 oder 6 auf und sogar 60 % an der LMU, was die Wohnsituation betrifft. Nicht viel besser sieht es in Frankfurt und Hamburg aus. Und auch in den Studentenstädten Heidelberg, Marburg und Tübingen hagelt es schlechte Noten für die Wohnungslage. Auch in Jena gibt es nichts zu lachen, was die Wohnsituation angeht: Fast 30 % erachten sie als mangelhaft oder ungenügend. Dabei liegt die Durchschnittsmiete, die Jenaer Studis entrichten müssen, mit 236 Euro ganz hinten (zusammen mit Witten, 233 Euro). Unerfreuliche Spitzenreiter sind hier Hamburg und München mit saftigen 412 Euro im Monat.

Budget und Gebühren

Auf die Mietfrage folgt die Budgetfrage: Wie viel stehen den Studenten Monat für Monat zur Verfügung? Über 700 Euro im Schnitt sind es in Kiel, Hamburg, Bonn und München (LMU), unter 500 Euro haben lediglich die Studenten in Jena und Witten. Letztere müssen mit fast 2.000 Euro Semestergebühr für die Privatuniversität natürlich deutlich mehr bezahlen als die anderen. Im Durchschnitt sind es 455 Euro. Allerdings: Sämtliche Ost-Unis sowie Lübeck, Kiel und Mainz locken mit Semestergebühren unter der 200-Euro- Marke. In Greifswald sind ganze 58 Euro pro Halbjahr zu entrichten. Geld von den Eltern: 394 Euro, nominal exakt genauso viel wie 2004. Der Schnitt der BAföG-Bezüge (natürlich nur derjenigen, die es erhalten) liegt bei 186 Euro. Wer nebenbei jobbt, verdient sich im Schnitt 328 Euro dazu. Hier zeigt sich eine medizinstudentische Besonderheit: Nur 46 % arbeiten überhaupt neben dem Studium. Zum Vergleich: Laut einer aktuellen Studie von Univativ arbeiten 72 % aller Studierenden in einem Nebenjob.

Wechselwunsch?

Würden die Befragten gerne den Studienort wechseln? Klare 81 % sagen bundesweit nein. An einzelnen Unis hingegen sieht das ganz anders aus: Über 50 % der Düsseldorfer wollen weg, ebenfalls rund 45 % der Homburger. Fest im Sattel hingegen sitzen die Münsteraner, Regensburger, Lübecker und Mannheimer. Aber auch – und das ist erfreulich – die Greifswalder, Rostocker, Magdeburger und Jenaer wollen bleiben, mit Zustimmungen rund um die 90-Prozent-Marke. Das spricht für die Arbeit der Unis und verbannt das alte Klischee der „Destinationen für ZVS-Opfer“ ein für allemal in die Mottenkiste.
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