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Interview mit Studienbewerber

Bewerbung Medizinstudium

MEDI-LEARN (Redaktion)

Bewerbung

Warum möchtest du Medizin studieren? Seit wann hegst du diesen Berufswunsch?
In erster Linie, um kranken Menschen oder bei Geburten zu helfen, und um in Notfallsituationen Leben retten zu können. Ich bin in einer Arztfamilie aufgewachsen, daher entstand dieser Wunsch schon in meiner frühen Kindheit und hält bis heute an.

Wann hast du dich zum ersten Mal für das Studium beworben?

Ich habe mich nach meinem Abitur im Januar 2009 bei der damaligen ZVS erfolgreich beworben.

Muss es unbedingt Medizin als Studienfach sein oder welche Alternativen kommen für dich eventuell auch noch in Betracht?
Da ich bereits Krankenpfleger bin, wusste ich, was mich als Arzt erwartet und wollte daher Arzt werden. Eine berufliche Alternative hätte ich als Krankenpfleger ja bereits gehabt.

Welche Leistungskurse hast du belegt? Was findest du so gut an diesen Fächern?
Ich habe in Österreich ein vertieftes Abi in Mathe, Englisch, Deutsch, Physik, Ökologie/Ökomomie und Geografie gemacht. Leistungskurse gibt es dort nicht. Mich haben die jeweiligen Fächer persönlich mehr interessiert als andere, außerdem musste man eine bestimmte vorgegebene Kombination wählen.

Hast du die Leistungskurse bewusst ausgewählt, um bei der Bewerbung später bessere Chancen zu haben? Oder hast du sie ausgewählt, um auf die Inhalte im Studium besser vorbereitet zu sein?

Teils, teils. Physik zum Beispiel hilft mir ja in der Vorklinik weiter, andere Fächer wie Ökologie nur bedingt (Lebensmittelgifte, Nitrate im Grundwasser usw.) und Geografie überhaupt nicht.

Hast du schon einmal irgendwo einen konkreten Einblick in den realen Arbeitsalltag eines Arztes gewinnen können?
Ja, durch meinen Beruf als Gesundheits- und Krankenpfleger, davor durch Krankenhauspraktika und in der Arztpraxis meines Vaters.

Schreckt dich die zum Teil sehr negativ gefärbte Berichterstattung in den Medien über mangelnde Praxis im Studium, Überstunden und schlechte Arbeitsbedingungen als Arzt ab?

Nein. Ich finde, man muss sich ein eigenes Bild machen. Medien verdrehen oft die Wahrheit. Ich studiere mittlerweile seit drei Semestern und merke, dass es in fast allen Fächern Praktika gibt, wo eben doch Praxis im Studium zu finden ist. Überstunden sind in meinen Augen für den Arztberuf normal, denn ich kann nicht wie ein Beamter um 12 Uhr Mittagspause machen, wenn ich gerade operiere. Für die Arbeitsbedingungen gibt es aber auch Gewerkschaften und Verbände wie zum Beispiel den Marbuger Bund, den Hartmannbund und andere, die sich dafür einsetzen und etwas bewirken.

Hattest du in Erwägung gezogen, im Ausland zu studieren, wenn du in Deutschland keinen Studienplatz bekommst?
Ja, Österreich und Ungarn standen damals zur Wahl.

Würde es für dich in Frage kommen, einen medizinischen Hilfsberuf im Rahmen einer betrieblichen Ausbildung zu ergreifen?
Ja, denn ich bin ja bereits Pfleger.

Wo hast du dich über die Studienbewerbung informiert?
Bei Freunden und bei der ZVS.

Weißt du, nach welchen Kriterien die Studienplatzvergabe verläuft?

Nach den damaligen ZVS-Kriterien ja, aber wie das jetzt mit Hochschulstart.de ist, weiß ich leider nicht genau.

Kennst du den Studienführer von MEDI-LEARN? Hat er dir geholfen wichtige Fragen zu beantworten?

Ja, ich kenne ihn. Der ist echt super gewesen, habe mich damals Kapitel für Kapitel durchgearbeitet und versucht, alle Tipps umzusetzen. Das Buch hat mich schlauer gemacht.