Intensiver Einblick in die Welt der Chirurgie
Ausbildung zum Operationstechnischen Assistenten
MEDI-LEARN (Redaktion)
Grüne Kleidung, ein Skalpell in der Hand, und auf den Lippen zwei wohlbekannte Worte: „Tupfer, bitte!“ So in etwa sieht der Traum vieler am Medizinstudium interessierter junger Menschen aus. Die Abiturnoten können jedoch dafür sorgen, dass bis zur Verwirklichung dieses Traums zunächst einmal viele Wartesemester vergehen. Die könntest du nutzen, um immerhin den Tupfer schon mal in die Hand zu bekommen – als Operationstechnischer Assistent. Keine andere berufliche Ausbildung ermöglicht bereits vor dem Studium einen so intensiven Einblick in die Welt der Chirurgie. Sie ist deshalb eine unter mehreren guten Möglichkeiten, die Zeit des Wartens auf den Studienplatz sinnvoll zu nutzen.
Die Arbeitsbedingungen sind in vieler Hinsicht dieselben wie die des Chirurgen: sterile Kleidung, Handschuhe, oft stundenlanges Stehen in voll klimatisierten Räumen bei künstlichem Licht und nicht selten unangenehmem Geruch. Der Anblick von Blut, Körperausscheidungen und offene Wunden ist für praktisch jeden Menschen anfangs gewöhnungsbedürftig, mindestens ebenso sehr das unmittelbare Erleben von Krankheit, Verletzung, Schmerzen, Verwirrung und Angst anderer Menschen. Je nach Fachgebiet wirst du in derselben Weise wie alle Mitglieder des OP-Teams mehr oder weniger oft auch mit dem Sterben eines Patienten während oder kurz nach der Operation konfrontiert sein.
Schon im Vorfeld bist du an Arbeitsabläufen in der Ambulanz, Endoskopie und Zentralsterilisation beteiligt, bereitest Instrumente vor und überprüfst die Funktion von Geräten. Die Patienten, von denen viele Angst vor dem Eingriff haben, werden von dir psychisch betreut, und du hilfst bei ihrer Lagerung. Während der Operation assistierst du den beteiligten Ärzten, indem du beispielsweise im richtigen Moment Material – den Tupfer! – und Instrumente zureichst. Außerdem bedienst du eventuell Beatmungs-, Absaug- oder Blutdruckmessgeräte und bereitest entnommene Proben für nachfolgende Untersuchungen vor. Im Anschluss stellst du die OP-Dokumentation zusammen, leitest die Daten weiter und bestellst verbrauchtes Material nach.
Die dreijährige Ausbildung umfasst mindestens 1600 Stunden Theorie in Unterrichtsblöcken an einer OTA-Schule. Die Unterrichtsfächer betreffen zuallermeist Inhalte, die dir auch im Medizinstudium begegnen werden: Operationslehre, Hygiene und Mikrobiologie, Allgemeine und Spezielle Chirurgie, Anatomie, Physiologie, Krankheitslehre, Grundlagen der Krankenpflege, Psychologie, Soziologie, Pädagogik, Pharmakologie, Anästhesie und andere mehr.