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Überblick über Fahrzeug und Besatzung

Fahrzeuge im Rettungsdienst

Jochen Gandowitz

Rettungsdienst

Die mit Blaulicht zum Unfallort fahrenden Rettungswagen und auf dem Krankenhausdach einschwebenden Rettungshubschrauber ziehen oftmals die Aufmerksamkeit von Passanten auf sich. In Form zweier Artikel möchten wir euch etwas ausführlicher über die Arbeit im Bereich der präklinischen Notfallmedizin informieren, einen Überblick über Fahrzeuge und Besatzung geben und ein wenig aus dem Alltag im Rettungsdienst berichten.
Auch wenn Ausstattung und Besatzung der so genannten Rettungsmittel in Deutschland durch die Gesetzgebung der Bundesländer unterschiedlich geregelt werden, wollen wir mit einer möglichst allgemeingültigen Beschreibung der vorhandenen Fahrzeugtypen beginnen.

Krankentransportwagen (KTW) sind für den Transport nicht akut erkrankter Patienten ausgelegt. Hauptsächlich werden mit diesen Fahrzeugen nicht-dringliche Einweisungen, Facharztkonsile, Verlegungstransporte oder Heimfahrten durchgeführt. Fahrten unter Nutzung von Sonder- und Wegerechten – mit Blaulicht und Martinshorn – kommen selten vor, etwa bei akuter Zustandsverschlechterung des Patienten oder wenn reguläre Rettungsmittel nicht verfügbar sind.

Als Besatzung sind in den meisten Bundesländern ein Rettungssanitäter sowie eine weitere „geeignete Person“ vorgeschrieben – beispielsweise ein Zivildienstleistender oder Absolvent eines FSJ. Obwohl nicht täglich benötigt, werden in diesen Fahrzeugen dennoch in aller Regel Sauerstoff, Notfallkoffer, Schienungsmaterial und ein AED (automatisierter externer Defibrillator) mitgeführt. Zum Transport des Patienten stehen eine Trage, meist inklusive Vakuummatratze, und ein Tragestuhl zur Verfügung, mit dem sitzende Personen relativ schonend Treppen hinauf oder hinab transportiert werden können. Für liegende Patienten gehören zusätzlich ein Tragetuch oder eine Schaufeltrage zur Ausrüstung. 

Arztwerkzeug gut verstaut

Rettungswagen (RTW) werden für die Versorgung sowie den Transport von Notfallpatienten vorgehalten. Hauptaufgabengebiet des eingesetzten Personals ist dementsprechend die Wiederherstellung und Aufrechterhaltung der Vitalfunktionen von Notfallpatienten, gegebenenfalls bis zum Eintreffen eines unterstützenden Notarztes. In der Praxis tummeln sich allerdings auch im Rettungswagen hin und wieder Patienten, zu deren Versorgung und Transport ein Taxi vollkommen ausgereicht hätte …
Als verantwortliches Teammitglied wird in aller Regel ein Rettungsassistent, als Beifahrer ein Rettungshelfer oder Rettungssanitäter eingesetzt. Auch hierbei kommt es jedoch durch die jeweiligen Landesgesetze zu teilweise gravierenden Unterschieden. Die medizinische Ausstattung eines RTW ist im Vergleich zum KTW wesentlich umfangreicher: Neben Monitor-Einheit, Beatmungsgerät und elektronischer Absaugpumpe werden diverse Koffer- und Rucksacksysteme vorgehalten. Ebenso sind in vielen Rettungsdienstbereichen teils umfangreiche Ampullarien mit Medikamenten zur Analgesie, Narkoseeinleitung- und Aufrechterhaltung sowie zur hämodynamischen Stabilisierung vorhanden.

Wichtiges Merkmal aller eingesetzten Ausrüstungsgegenstände und Materialien ist neben ihrer Robustheit eine kompakte Bauweise, da sich Notfallstellen häufig weitab von befahrbaren Straßen oder auch mal im elften Stock eines Hochhauses befinden. Aus diesem Grund muss seitens der Hersteller auf Gewicht und Akkuleistung der elektronischen Geräte geachtet werden – ein modernes Beatmungsgerät aus der Klinik beispielsweise wäre völlig ungeeignet. Angesichts der enormen Bandbreite möglicher Notfallbilder – vom kindlichen Fieberkrampf bis zum Polytrauma können nahezu alle erdenklichen Erkrankungen und Verletzungen auftreten – muss ein Rettungswagen vielseitig ausgestattet und analog dazu das Personal in vielen Teilgebieten der Medizin umfassend ausgebildet sein.

In einigen Regionen stehen neben Krankentransportwagen und Rettungswagen auch so genannte Notarztwagen (NAW) bereit. Diese unterscheiden sich von einem Rettungswagen hauptsächlich personell, nämlich durch den fest auf dem Fahrzeug eingeteilten Notarzt. Nebenbei ist häufig die Ausstattung des NAW im Vergleich zum

Behandlungsliege

Rettungswagen nochmals erhöht. Alternativ kann der Notarzt per Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) zu einem Rettungswagen gebracht werden. Die eventuell notwendige Zusatzausstattung wird dann durch das NEF (oft ein Kombi oder Van) mit an die Einsatzstelle transportiert. Dieses Verfahren wird im Gegensatz zum eben beschriebenen Kompakt-NAW als Rendezvous-System bezeichnet.
Gerade in ländlichen Gebieten mit weiten Transportstrecken sowie bei polytraumatisierten Patienten können Rettungshubschrauber sehr effektiv eingesetzt werden. Diese sind in aller Regel mit Pilot, Notarzt und Rettungsassistent besetzt und in der Lage, völlig autark zu arbeiten. Oftmals wird dennoch auf die gleichzeitige Entsendung eines RTW gesetzt, um vor Ort zusätzliches Personal bereitzustellen und das verhältnismäßig große Platzangebot im RTW zur Transportvorbereitung des Patienten zu nutzen.

Schließlich gibt es speziell auf die Verlegung von Intensivpatienten ausgestattete Intensivtransporthubschrauber (ITH), welche neben umfangreichem Monitoring auch entsprechende Befestigungsmöglichkeiten für Geräte mit größerem Platzbedarf bieten, beispielsweise eine IABP oder eine ECMO. Das bodengebundene Äquivalent zum Intensivtransporthubschrauber wird als Intensivtransportwagen bezeichnet, steht den ITH an Ausstattung oftmals nur in wenigen Punkten nach und dient gleichfalls dem Transport kritischer Intensivpatienten. Auf beiden Transportmitteln werden in aller Regel in der Intensivmedizin erfahrene Notärzte und Rettungsassistenten mit Erfahrung im Bereich der Intensivpflege eingesetzt.

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