Warten auf den Studienplatz
Geduld ist bekanntlich eine Tugend
Redaktion (MEDI-LEARN)
Endlich Abitur! Endlich liegt die Schulzeit hinter dir und das Studium kann losgehen. Oder auch nicht. Denn wenn du dich nicht gerade eines sehr guten Einser-Abiturs erfreust, ist Warten angesagt. Warten auf den Studienplatz in Medizin. Im Sommer 2010 lag die durchschnittliche Wartezeit bei acht Semestern, Tendenz steigend. Nicht jeder ist sich sicher, dass ihm das Studium das wert ist.
Wenn du entschlossen bist auf einen Studienplatz zu warten, bietet sich eine Ausbildung im medizinischen Bereich an. Auf diese Weise nutzt du die Wartezeit sinnvoll und lernst Dinge, die für ein Medizinstudium hilfreich sind. Schwierig wird es, wenn die Anzahl der benötigten Wartesemester während deiner Wartezeit steigt. Mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung kannst du einen Beruf ausüben und Geld verdienen. Es kann aber anstrengend sein weiter zu warten und in einem Beruf zu arbeiten, der nur als Zwischenlösung gedacht war.
Zudem steigt mit zunehmender Wartezeit auch dein Lebensalter. Und wer will schon erst mit 30 oder sogar noch später ins Medizinstudium einsteigen? Dadurch verzögert sich schließlich die gesamte Lebensplanung: Je später der Start ins Studium, desto später der Berufsstart. Dieser wiederum ist interessant für eine eventuelle Familienplanung. So könnte die persönliche Planung auf der Strecke bleiben, wenn Leben auf die Studienplatzwarterei fokussiert ist.
Es ist also keineswegs eine leichte Entscheidung, ob und wie lange du bereit bist zu warten. Wartest du erst gar nicht oder setzt dir einen Zeitpunkt bis zu dem du höchstens warten willst, kann es passieren, dass du diese Entscheidung später bereust. Wartest du bis zur erfolgreichen Studienplatzvergabe, kann es sein, dass sechs oder sogar sieben Jahre vergehen und du bereits Mitte 20 bist, wenn du dein Studium beginnst. Eine Entscheidung, die dir keiner abnehmen kann.
Übrigens: Eine Umfrage im MEDI-LEARN Forum hat ergeben, dass ungefähr 57 Prozent der Teilnehmer warten würden, egal wie viele Semester dabei ins Land gehen. Etwas mehr als ein Viertel wären immerhin bereit zwischen sechs und zehn Semestern zu warten und nur etwa 15 Prozent würden nicht länger als sechs Semester warten. Du wärst also in jedem Fall in guter Gesellschaft.