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Das PJ in New Orleans

Innere und Pädiatrie in den USA

Anett Koch

 

Tipps zum Wohnen, Formalitäten

Im Wohnheim gibt es auch Waschmaschinen und Trockner auf jeder Etage. Die Küche ist mit Herd, Kühlschrank und Mikrowelle ausgestattet, jedoch gibt es keinerlei Geschirr. Auch Kissen, Decke und Bettwäsche muß man sich mitbringen oder vor Ort kaufen. Eventuelle Besucher finden hier ebenfalls bei rechtzeitiger Voranmeldung problemlos Unterkunft. Uns hatten Gerd Nestler und Karl-Heinz Binias, die im Vorjahr im Rahmen des Austauschprogrammes in New Orleans waren, schon Wohnheimplätze reserviert. Mit der Managerin Mrs. Martha Dees kann man sich per e-mail in Verbindung setzen:
[email protected]
Alternativ kann man auch privat wohnen, Angebote findet man in Aushängen in der Medical School.


4. Formalitäten

Alles beginnt mit der Bewerbung, für die als Voraussetzung der TOEFL recht frühzeitig abgelegt werden muß, außerdem benötigt man 2 Empfehlungsschreiben von Universitätsprofessoren und dem Dekan, einen Lebenslauf, Kopien der Hochschulzeugnisse, eine Aufstellung aller bisher im Studium besuchten Kurse mit Bestätigung des Prüfungsamtes und einen Studienplan (Beschreibung des Studienvorhabens in Englisch). Nach dem Auswahlgespräch muß man sich um Impfnachweise und Krankenversicherung kümmern. Ich wählte ein Angebot der Vereinten Krankenversicherung für 21,80 DM monatlich. Außerdem benötigt man eine private Unfall- und Haftpflichtversicherung, die Berufshaftpflicht wird von der Tulane University übernommen. Von der Tulane University bekommt man das I-20 zugeschickt, ein Formular, das für die Beantragung des Studentenvisums (F-1) notwendig ist. Am besten informiert man sich über die Möglichkeiten, ein Visum zu bekommen, im Internet (http://www.us-botschaft.de), da sich die Regeln öfter mal ändern. Im Juli 1999 habe ich das Visum in der Konsularabteilung der Botschaft der USA, Clayallee 170, 14195 Berlin schriftlich beantragt und alle notwendigen Dokumente (Reisepaß, Antragsformular OF-156, I-20, 1 Paßbild, Überweisungsbeleg der Visaantragsgebühr von 85,50 DM, frankierter Rückumschlag) per Post geschickt. Die Bearbeitungszeit beträgt in der Regel 2-3 Wochen, man sollte aber bis zu 6 Wochen einplanen. In New Orleans meldet man sich am 1. Arbeitstag in der Office of Student Affairs, wo Visum und Krankenversicherungsnachweis kopiert werden. Hier kann man auch einen Studentenkittel ($15) und einen Piepser ($10 pro Monat plus $10 Grundgebühr) ausleihen und erhält einen vom dean (Dekan) unterzeichneten Brief über den Studentenstatus, mit dem man sich die picture-ID ausstellen läßt. Letztere wird stets am Kittel getragen und ist auch notwendig für die Anmeldung in der Bibliothek.


Fazit, Wertung, Kritik und Tipps zum Schluss

Die 8 Monate in New Orleans waren für mich eine sehr spannende und interessante Erfahrung. Ich habe die Offenheit und Freundlichkeit der Südstaatler kennengelernt und ihre tiefe Religiosität. Erschreckend waren für mich die riesigen sozialen Unterschiede.
Die Arbeit in der Klinik unterscheidet sich sehr von der, die man hier im PJ gewohnt ist. Man lernt dort nicht, venöse Zugänge zu legen oder Blut abzunehmen, dafür wird großer Wert auf das Verstehen und eigene Erarbeiten von Diagnostik und Therapie gelegt. Größere sprachliche Schwierigkeiten hatte ich nicht. Wer sich gern vorab einen Überblick über die in der Klinik allgegenwärtigen Abkürzungen verschaffen möchte, dem sei das Buch Medical English aus dem Thieme-Verlag empfohlen.
Die Stadt selbst ist auch sehr gegensätzlich, einerseits prunkvolle Villen, andererseits verkommene, schmutzige Ecken. Jedenfalls gibt es viel zu entdecken: Ob das French Quarter mit Musik, Kneipen und seinen urigen Gestalten, der Business District mit den vielen Galerien oder der Garden District mit den alten Südstaatenvillen. Wer Jazz liebt, kommt hier auf jeden Fall auf seine Kosten, Veranstaltungskalender gibt es im off beat oder freitags für die kommende Woche in der Lokalzeitung. Für Hobby-Musiker bietet sich auch die Gelegenheit, in Orchester oder Band der Tulane University mitzuspielen. Also Instrument nicht vergessen! Groß gefeiert wird der Fasching, Mardis Gras genannt, mit vielen Paraden von bunt geschmückten Wagen und Marching Bands. Im April findet jährlich das Jazz-Fest statt, das auf mehreren Freilichtbühnen und Zelten Musik über 14 Tage bietet. Lohnende Ausflugsziele sind die alten Plantagenhäuser entlang dem Mississippi, die swamps (Sumpfgebiete) mit den Alligatoren und die Golfküste (Pensacola Beach in Florida). Für solche Ausflüge benötigt man natürlich einen fahrbaren Untersatz. Wir hatten uns zu dritt ein Auto geleistet, das auch für Einkäufe sehr praktisch war, da die großen Supermärkte relativ weit vom Wohnheim entfernt gelegen sind. Die Unterhaltskosten betrugen ca. $50 pro Kopf.
Mit Behörden benötigt man in Louisiana viel Geduld. Ich hatte das Pech, in einem Taxi zu verunfallen. Um den polizeilichen Unfallbericht zu bekommen, waren viele Telefonate und fast 2 Monate Wartezeit notwendig. Über die rechtlichen Grundlagen von Schadenersatzforderungen und Rückerstattung der Kosten der Krankenhausbehandlung durch die Versicherung des Taxiunternehmens konnten weder der Counsel der Tulane University noch der deutsche Honorarkonsul befriedigend Auskunft erteilen. In solchen Fällen sollte man sich nicht scheuen, zu einem Anwalt zu gehen. Bei Übernahme des Falls wird ein Honorar auf Erfolgsbasis verabredet, d.h. die Anwaltskosten werden aus dem erstrittenen Betrag gedeckt.
Hier noch die Adresse des deutschen Honorarkonsulats:

Honorary Consulate
Federal Republic of Germany
1100 Poydras Street, Suite 1700
New Orleans 70163-1701
TEL: (504) 585-7588
FAX: (504) 585-7775

Abschließend möchte ich noch einmal Frau Matthies Dank sagen für die aufwendige Organisation dieser spannenden 8 Monate in New Orleans und hoffe, daß noch viele Studenten die Möglichkeit haben, durch dieses oder ähnliche Programme wertvolle Erfahrungen im Ausland zu sammeln.

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