Gibt es eine Ordnung im Themenchaos?
Kapitel 2: Wie finde ich die richtige Arbeit?
Redaktion (MEDI-LEARN)
Entsprechend den Grundsätzen wissenschaftlicher Publikationen sollte jedes Thema einen gewissen Grad an Originalität besitzen. In der Praxis ist allerdings „nichts so langweilig, als dass es nicht noch einmal gemacht werden könnte" – natürlich in etwas abgewandelter Form. Die Dissertationsthemen bewegen sich zwischen den Extremen einer reinen Literaturarbeit, z.B. auf dem Gebiet der Geschichte der Medizin, und einer experimentellen Aufgabe in einem theoretischen Institut. Dazwischen gruppieren sich viele Themen aus der klinischen Medizin, teils mehr grundlagenorientiert, teils mehr patientenbezogen. Keine moderne wissenschaftliche Arbeit kommt ohne Statistik aus. „Rein" statistische Arbeiten sind eher die Ausnahme und haben letztlich immer auch eine mehr oder weniger lange Phase der Datenerhebung zur Voraussetzung. Die Datenerhebung besteht beispielsweise darin, dass eine bestimmte Anzahl von Krankenblättern retrospektiv ausgewertet werden muss.
Bei der Themensuche ist es hilfreich, wenn man sich darüber klar wird, ob man mehr mit Menschen, Tieren, Pipetten oder Papier arbeiten möchte. Die konkreten Vor- und Nachteile zeigen sich meist erst im Lauf der Zeit und lassen sich am besten an konkreten Beispielen darstellen (s. Kapitel 7).
Ein wichtiger Gesichtspunkt für die Themenwahl ist die Frage, wann man an der Doktorarbeit arbeiten möchte: tagsüber, nachts, am Wochenende, in der vorlesungsfreien Zeit? Eine weitere Eingrenzung der Themen ergibt sich, sofern spezielle Interessen für eine bestimmte Fachrichtung vorliegen.
Oft hat ein Doktorvater mehrere Arbeiten anzubieten. Die Entscheidung für ein bestimmtes Thema wird deshalb auch von der Person des Doktorvaters beeinflusst und umgekehrt. Es besteht ein Wechselspiel zwischen eigenen Interessen, dem Themenangebot und potentiellen Betreuern.
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