Uni-Ranking: Abstimmung der Lehreinheiten
Gute Bewertungen und ein eindeutiges Schlusslicht
Redaktion (MEDI-LEARN)
Nicht nur Klinik und Vorklinik sollen besser ineinandergreifen, auch die Lehreinheiten untereinander sollten aufeinander abgestimmt sein, um ein optimales Lernen zu gewährleisten. Wenn Fakten und Ergebnisse anderer Fächer ignoriert werden, ergibt sich ein schiefes Bild und das Verständnis des Vermittelten wird erschwert. Zusammenhänge können nicht erkannt werden, sodass viele Einzelfakten nebeneinander stehen und sich kein großes Ganzes ergibt.
Mit der Änderung der Approbationsordnung im Jahre 2002, die nun einen klinischen Bezug in den vorklinischen Fächern vorschreibt, war ein erster Schritt zur besseren Verknüpfung der Lehreinheiten getan. Seitdem arbeiten die Universitäten stetig an einer immer engeren Verzahnung der Fächer untereinander. So sollen der Studienerfolg und das Verständnis der Studierenden gefördert werden. Gleichzeitig sind diese Maßnahmen mit Kosten und Aufwand verbunden. Etablierte und mitunter verkrustete Strukturen müssen aufgebrochen und verändert werden. Das wiederum kostet Zeit.
Im MEDI-LEARN Uni-Ranking befragten wir Studenten der vorklinischen und klinischen Semester dazu, wie ihrer Meinung nach die Lehreinheiten aufeinander abgestimmt sind. Nach dem Schulnotensystem konnten die Befragten die Noten „eins“ (sehr gut) bis „sechs“ (ungenügend) vergeben. Dabei zeigte sich, dass die Unterschiede zwischen Vorklinik und Klinik unterm Strich gering sind. In beiden Abschnitten zeigt sich die Mehrheit der Studierenden zufrieden mit der Organisation der Lehre. Sind es in der Vorklinik etwa 72 Prozent, die die Noten „sehr gut“ bis „befriedigend“ vergeben, stehen ihnen knapp 80 Prozent Kliniker mit dieser Notenvergabe gegenüber.
Bei den befragten Studierenden der vorklinischen Semester schneiden die Universitäten Magdeburg und Mannheim besonders positiv ab. 30 Prozent der Mannheimer vergeben für ihre Uni ein „sehr gut“ bezüglich der Lehrorganisation der Vorklinik, in Magdeburg sind es knapp 22 Prozent, die sich für ein solches Urteil aussprechen. Zum Vergleich: Im Bundesdurchschnitt haben lediglich neun Prozent diese Note vergeben. Am anderen Ende der Skala finden sich die Unis Düsseldorf und Erlangen-Nürnberg. In Düsseldorf vergaben knapp 12 Prozent die Note „ungenügend“, in Erlangen waren es knapp neun Prozent. Im bundesweiten Mittel gab es die „sechs“ nur von zwei Prozent der Studierenden.
Für die Abstimmung der Lehreinheiten im klinischen Studienabschnitt bekamen die Unis Regensburg und Heidelberg Bestnoten. 23 beziehungsweise 20 Prozent der dort teilnehmenden Studierenden finden die Organisation „sehr gut“. Bundesweit lag der Durchschnitt bei etwa neun Prozent. Bei den Klinikern findet sich die Uni Erlangen-Nürnberg ebenfalls schlecht bewertet, knapp 22 Prozent der dortigen Studierenden vergeben das Prädikat „mangelhaft“. Weitere fünf Prozent sprechen sich sogar für ein „ungenügend“ aus. Überboten wird dies nur von den Bewertungen der Universität Frankfurt am Main: 26 Prozent der Befragten vergeben die Note „mangelhaft“ und knapp acht Prozent die Note „ungenügend“. Damit ist Frankfurt negativer Spitzenreiter, denn bundesweit vergaben lediglich sechs Prozent die Note „mangelhaft“ und nur knapp über ein Prozent ein „ungenügend“.
Wie häufig zeigt sich, dass die weite Mehrheit der Studierenden sowohl der vorklinischen als auch der klinischen Semester mit der Abstimmung der Lehreinheiten aufeinander an ihrer Uni recht zufrieden ist. Wie im Bundesdurchschnitt werden zumeist die Noten „gut“ und „befriedigend“ für diesen Punkt an den verschiedenen Unis vergeben. Von den Vorklinikern werden darüber hinaus die Unis Mannheim und Magdeburg positiv hervorgehoben. Hier ist ihrer Ansicht nach die Abstimmung besonders gut gelungen. Die Kliniker sagen dies von den Unis Regensburg und Heidelberg. Ganz und gar nicht zufrieden sind die Studierenden der Uni Erlangen-Nürnberg. Dort vergeben Studierende vorklinischer sowie klinischer Semester sehr schlechte Noten und rügen die mangelhafte Abstimmung der Lehreinheiten. Es gibt in Erlangen scheinbar noch einiges zu tun, um die Qualität der Lehre und die Zufriedenheit der Studierenden zu erhöhen.