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Uni-Ranking: Präp-Kurs

Wo ist es am besten?

MEDI-LEARN Redaktion

Es wird praktisch...

Von Studienanfängern häufig gleichermaßen herbeigesehnt und gefürchtet, ist der Präp-Kurs wohl einer der bekanntesten vorklinischen Kurse. Aufbau und Strukturen des Menschen am Menschen selber kennenlernen und studieren, das ist faszinierend. Dass dieser Mensch tot ist und seinen Körper wissbegierigen Medizinstudenten zur Verfügung stellt, lässt dann doch gewisse Hemmungen aufkommen. Nicht wenige Studenten fragen sich vor der ersten Stunde im Präp-Saal, ob sie wohl diejenigen sein werden, die umkippen.
Es ist unbestreitbar ein großes Privileg, anatomische Gegebenheiten an einem Präparat zu erforschen. Die Tatsache, dass ein Gefäß nicht immer genau da und genau so verläuft, wie das Lehrbuch es sagt, kombiniert mit der beruhigenden Gewissheit, dass du nichts „kaputt machen“ kannst, erlauben ein tiefgehendes Lernen und Verstehen. Mit eigenen Augen die sonst verborgenen Dinge sehen, ist schon ziemlich beeindruckend.

Leider sind die Bedingungen in deutschen Präp-Sälen aber nicht immer optimal. Wie sollen zwanzig Studenten gleichzeitig an einem Präparat arbeiten und dabei noch etwas lernen? Dazu kommt der große Zeitdruck, denn an den meisten Unis finden die Kurse nur im Winter statt. Unter solchen Bedingungen alle zwei Wochen ein Testat abzulegen kann da schon ganz schön hart sein und herausfordern. Für ein genaueres Bild darüber hat MEDI-LEARN Studierende zu ihrem Präp-Kurs gefragt und ein Uni-Ranking erstellt. Dabei ging es vor allem um die Größe der Präp-Gruppe, aber auch um die Dauer des Kurses.

Insgesamt gaben mehr als 55 Prozent der Teilnehmer an, dass die Gruppen durchschnittlich aus sieben bis zehn Studierenden bestanden. Nur wenig mehr als 17 Prozent berichteten von Gruppen bis zu sechs Studenten, während mehr als 27 Prozent in Gruppen mit mehr als 10 Teilnehmern präparieren mussten. Negativer Spitzenreiter ist dabei laut Uni-Ranking die Universität Franfurt am Main, wo über 85 Prozent sich mit mehr als zehn Kommilitonen am Präp-Tisch drängeln müssen. Ähnlich eng ist es an der Uni Halle-Wittenberg; dort geben mehr als 72 Prozent der Befragten an, mit über zehn Studenten an einem Präparat zu arbeiten.

Weit davon entfernt dürften Studierende der Universität Lübeck sein. Dort gaben fast 97 Prozent der Befragten an, mit vier bis sechs Studenten in einer Gruppe zu sein. Die restlichen drei Prozent der hier Teilnehmenden sind sogar in noch kleineren Gruppen. Unter solchen Umständen ist von einem maximalen Lerneffekt auszugehen. Ähnlich sieht es in Hannover aus, wo 97 Prozent in Gruppen von vier bis sechs Studenten arbeiten. Allerdings finden sich die restlichen drei Prozent hier in größeren Gruppen wieder. Abgeschlagen dahinter, aber immer noch deutlich über dem Durchschnitt findet sich die Uni Regensburg. 72 Prozent der Befragten sprechen von vier- bis sechsköpfigen Gruppen, 23 Prozent von sieben- bis zehnköpfigen.

Die durchschnittliche Dauer des Kurses wird von knapp 48 Prozent aller befragter Studierender mit einem Semester angegeben. Weitere 28 Prozent geben eine zweisemestrige Dauer an und die restlichen 24 Prozent müssen drei bzw. vier Semester im Kurs aushalten. So sind in Greifswald und Hannover die Präp-Kurse zwei Semester lang, während sie sich in Aachen auf vier Semester erstrecken. Unterschiede in der Präpkursdauer ergeben sich wohl vor allem bei den Reformstudiengängen, die eine strikte Trennung der Fächer untereinander aufgehoben haben – für die Uni Witten/Herdecke wird die normale Kursdauer mit vier Semestern angegeben.