Zufriedenheit überall
Positive Bewertung der Ausbildungsqualität
Redaktion (MEDI-LEARN)
Überall große Zufriedenheit
Wer Arzt werden will, der fängt klein an. Zu Beginn des Studiums stehen naturwissenschaftliche Grundlagenfächer auf dem Lehrplan. Biologie, Physik und Chemie sind noch aus der Schule bekannt. Mit Anatomie, Biochemie und Physiologie wird häufig Neuland betreten. Da ist es umso wichtiger, dass die Dozenten Stoff gut vermitteln können und Kurse nicht überfüllt sind. Praktische Bezüge und die Ermunterung zu Nachfragen können helfen, den theoretischen Stoff zu bewältigen. Für die Universitäten ist die Durchschnittsnote des Physikums der entscheidende Indikator für die Qualität der vorklinischen Ausbildung: Ist die Leistung der Studenten hoch gilt die vorklinische Ausbildung als exzellent.
Für die Studierenden ist das nicht unbedingt der entscheidende Faktor. Für das Physikum benötigtes Wissen kann auch in nächtelanger Anstrengung auswendig gelernt werden, ohne dass genervte Dozenten daran Anteil hätten. Jeder Medizinstudent weiß, dass er ohne die Vorklinik nicht in die Klinik kommt und das muss Motivation genug sein. An der Kursgröße kann von studentischer Seite nichts geändert werden, also Augen zu und durch. Mit solchen Aussagen im Hinterkopf fällt die Qualitätsbeurteilung anders aus, selbst wenn im Physikum eine Bestnote erreicht wird.
MEDI-LEARN hat interessiert, wie die Qualität der vorklinischen Ausbildung aus studentischer Sicht bewertet wird. Dazu wurde eine Umfrage gestartet, an der mehr als 1200 Studierende teilnahmen. Sie sollten die Ausbildungsqualität ihrer Uni auf einer Schulnotenskala von sehr gut („1“) bis ungenügend („6“) bewerten.
Im Bundesdurchschnitt fällt auf, dass weit mehr als die Hälfte der Umfrageteilnehmer, nämlich 57,1 Prozent, mit der vorklinischen Ausbildung zufrieden sind. Sie gaben die Note „gut“ (42,2 Prozent) oder sogar „sehr gut“ (14,9 Prozent). Wird das Prädikat „befriedigend“ mit eingerechnet, beurteilen sogar 84,2 Prozent der Studierenden die Ausbildungsqualität positiv. Das ist schon ein beeindruckendes Ergebnis. Nur 15,8 Prozent der Befragten gaben der vorklinischen Ausbildung ihrer Uni die Noten „ausreichend“ bis „ungenügend“ und können damit als nicht zufrieden gelten.
Abweichungen von diesem Gesamtergebnis zeigen sich bei der Aufschlüsselung der Ergebnisse nach Universität. So geben deutlich mehr als 90 Prozent der Teilnehmer der Unis Lübeck und Greifswald die Ausbildungsqualität mit „sehr gut“ und „gut“ an. Bei den Teilnehmern der Unis Essen und Marburg liegt dieser Anteil bei weniger als 20 Prozent. Für die Unis Heidelberg, Lübeck und Würzburg wurde keinmal eine Note schlechter als „befriedigend“ vergeben, während die Uni Düsseldorf von mehr als 8 Prozent ihrer teilnehmenden Studierenden mit „ungenügend“ bewertet wurde. An den übrigen bewerteten Unis spiegeln die Ergebnisse annähernd den bundesweiten Schnitt wider.
Insgesamt lässt sich also festhalten, dass die an der Umfrage teilnehmenden Studierenden die Ausbildungsqualität ihrer Universitäten nicht so negativ empfinde, wie oftmals verbreitet wird. Zwar gibt es hier und da vereinzelt schlechte Bewertungen, aber das Gros der Studierenden ist mit der Qualität der vorklinischen Ausbildung durchaus zufrieden.