Famulatur auf Malta
Innere im St. Luke's Hospital
Kristina Krüger
Organisation und Motivation:
Wie viele MedizinstudentInnen wollte auch ich eine Famulatur im Ausland machen. Da Englisch die einzige Sprache war, mit der ich meiner Meinung nach auch mit Ärzten und Patienten kommunizieren konnte, musste es ein englischsprachiges Land sein.
Da ich bereits zwei Jahre zuvor einen Sprachkurs auf Malta absolviert hatte und gehört hatte, dass es einen guten Austausch für MedizinstudentInnen geben sollte, reizte es mich sehr, diese schöne Insel als Famulantin wieder zu besuchen.
Im Internet konnte ich schon sehr viele Informationen über das Krankenhaus und das Austauschprogramm bekommen, ebenso wie e-mail-Adressen für den direkten Kontakt. Die Bewerbung war unkompliziert und ebenfalls per E-mail möglich. Ich habe mich bei Mrs. Bugeja, der Leiterin des "Student International Office" im Sommer 1999 beworben, und wenig später die Bewerbungsunterlagen zugeschickt bekommen. Diese musste ich zusammen mit Photos und einem "Letter of recommendation" (Empfehlungsschreiben) wieder zurück senden und erhielt wenig später eine Zusage für Innere Medizin im Februar 2000.
Anreise:
Viele Fluggesellschaften bieten Studententarife an und es lohnt sich auch, verschiedene Reisebüros zu vergleichen, da diese wundersamerweise häufig unterschiedliche Preise anbieten. Auch im Internet kann man sich sehr gut und einfach informieren. Leider ist es häufig so, dass die günstigeren Flüge nur einen Aufenthalt von 28 Tagen erlauben, was für mich nicht in Frage kam, da ich noch einen Monat Famulatur benötigt. Reichen einem diese 4 Wochen, so kann man schon Flüge unter 400 DM bekommen. Ich habe für den Flug von Hannover mit Lufthansa hingegen 636 DM bezahlt.
Vom Flughafen wird man dann von einem Taxi kostenlos zur Residence gebracht, nachdem man vorher die Flugdaten per mail an Mrs. Bugeja geschickt hat.
Bei der Abreise hingegen muss man sich selbst um den Rücktransport zum Flughafen kümmern. Es besteht die Möglichkeit mit dem Bus zu fahren, was aber wegen der vollen Busse und langen Fahrt selten von Studenten genutzt wird, oder man leistet sich ein Taxi. Dabei sind die weißen Taxen häufig viel teuerer als die schwarzen, und man muss auf jeden Fall vor der Fahrt den Fahrpreis aushandeln. Anrufe bei verschiedenen Unternehmen lohnen sich auf jeden Fall, ebenso wie der Zusammenschluss mit anderen Studenten. Wir haben zu zweit 5 LM (umgerechnet 25 DM) für den Transport bezahlt.Unterkunft
Die Bewerbungsunterlagen enthielten ebenfalls die Preisliste für die Unterkunft und den Unterricht. Zwar hieß es, dass man diese Unterkunft nehmen müsse, doch war es auch möglich sich privat etwas zu suchen, und somit die recht hohen Gebühren zu umgehen. Nur musste das von Anfang an deutlich sein, denn ansonsten musste man für die ersten drei Wochen bezahlen. Da lohnte sich der Umzug nur noch für PJlerInnen, die dort vier Monate verbringen.
Ich habe in der "University Residence" gewohnt und würde es beim nächsten Mal auch ebenso machen, da man dort sehr viele Leute kennen lernt und immer etwas los ist. Die Unterkunft ist nicht besonders schön, denn der maltesische Standard entspricht nun mal nicht dem deutschen. Die "University Residence" bestand aus vielen Appartements, die jeweils eine Küche mit Wohnzimmer, ein Bad und drei Zimmer mit je zwei Betten enthielten. Es gab die Möglichkeit, einen Einzelzimmer-Aufschlag zu bezahlen oder vorher darum zu bitten mit dem, mit dem man anreist, ein Zimmer zu teilen oder man teilte das Zimmer mit einem Fremden.
In der Residence wohnten vor allem ausländische Studenten, die ein Semester an der Universität in Malta die unterschiedlichsten Fächer studieren. Dabei handelte es sich vor allem um Amerikaner, aber auch Kanadier, Griechen, Afrikaner,... Es war also ein multikulturelles Zusammensein, das mir persönlich sehr viel Spaß gemacht hat. Die Deutschen waren alle ohne Ausnahme Famulanten oder PJler.
Durch einen gemeinsamen Transport zum Krankenhaus am Morgen lernte man diese auch sehr schnell kennen und wurde bei der eigenen Anreise ebenso schnell aufgenommen.
Mein erster Tag im Krankenhaus:
Wie bereits erwähnt, gab es jeden Morgen einen Transport von der Unterkunft zum Krankenhaus. Dabei konnte man zwischen zwei verschiedenen Zeiten wählen: um 7.30 Uhr oder um 8.45 Uhr. Bis auf die "Chirurgen" nahmen fast alle den späteren Bus, da auch vorher nichts Besonderes vor sich ging.
Am ersten Tag musste ich mich zuvor in Valletta, der Hauptstadt Maltas, im "Student Exchange Office" bei Mrs. Bugeja melden, um das Geld zu zahlen und meine "Identity Card", die jeder Angestellte - und ein Großteil der Ärzte - im Krankenhaus trägt, abzuholen. Danach ging es dann ins Krankenhaus, in dem sich auch die "Medical School" befindet. Von dort wurde ich dann zu meinem Team gebracht, das aus meinem Consultant (Chefarzt), Senior Registrar (SR, Oberarzt), Senior House Officer (SHO, Assistenzarzt) und Junior House Officer (JHO, AIPler) bestand.