Internistische Famulatur
Besser als ihr Ruf
Julia Kamin
Wer kennt sie nicht, Aussagen wie: „Innere? Ist ja eklig!“, „Na viel Spaß in GOMER-City!“ oder „Wie kommst Du denn darauf?“ - Ich kannte sie von Kommilitonen, wenn es um Famulaturen in der Inneren Medizin ging. Daß es auch anders gehen und man auf internistischen Famulaturen wertvolle Erfahrungen sammeln kann, möchte ich mit meinem Artikel über eine Innere-Famulatur zeigen. Denn für mich persönlich konnte es im Rückblick nur heißen: Vor Beginn der Zeit war ich skeptisch, doch am Ende sehr begeistert.
Ein Monat voller Einblicke stand bevor
Die Famulatur führte mich in ein kleines Lehrkrankenhaus der Universität Bonn in die Nähe von Koblenz am Rhein. Schon die äußeren Umstände erleichterten es mir sehr, mich im Haus sowie in den Abteilungen schnell wohl zu fühlen. Von drei PJ’ lern abgesehen, war ich die einzige Studentin dort, so daß kein Überdruß des Zeigens oder Erklärens von ärztlicher Seite bestand. Von Anfang an war ich einer Station und der verantwortlichen (Fach-)Ärztin zugeteilt, so daß ich einen festen Ansprechpartner hatte, der sich für mich verantwortlich fühlte. Des weiteren zeigten sich auch die anderen „Kollegen“ der Abteilung (und teilweise sogar darüber hinaus) offen und hilfsbereit. So konnte ich z.B. in den Diagnostik-Ambulanzen jederzeit zuschauen und alles fragen. Ab und zu kam sogar jemand auf die Station, um mir zu sagen, wo es gerade etwas Interessantes zu sehen gab. Hilfreich war zudem die Tatsache, daß ich auf einer „Privatstation“ eingesetzt war, wodurch mir mehr Zeit für meine Verrichtungen blieb. All diese Voraussetzungen stellten also eine hervorragende Grundlage für eine sehr gute Famulatur dar und ich würde jedem empfehlen, auf diese zu achten. So konnte ich in einem Monat einen großen Einblick in die verschiedenen Bereiche der Inneren Medizin bekommen, denn zu meinem Alltag gehörte z.B. die Anwesenheit bei einer großen Zahl von Sonographien, Endoskopien (Gastro-, Koloskopie und ERCP) wie auch Herz-Echos, (Belastungs-) EKG’s, Schrittmacher-Kontrollen, Doppler-Untersuchungen, TEE’s usw. Davon abgesehen gewann ich einen Einblick in die häusliche Notaufnahme und die internistische Intensivstation.Mein persönliches System wurde zusehends routinierter
Natürlich bestand der Großteil meiner Tätigkeit in der Arbeit auf Station. Das Wichtigste für mich stellten die vielen Blutabnahmen (von denen es auf einer Inneren-Station ja zum Glück genug gibt), Zugänge und vor allem die Aufnahmen mit ausführlicher Anamnese und körperlicher Untersuchung dar. In diesem Bereich konnte ich ausgiebig Erfahrungen sammeln und so viel Übung erlangen, daß ich am Ende mein persönliches System recht routiniert (zumindest vom Ablauf her und natürlich noch etwas langsam) anwenden konnte. Sicherlich hilfreich war übrigens, daß ich im ersten klinischen Semester die Einführungsvorlesungen in Innere besucht und auch (noch) am U-Kurs teilgenommen hatte. Andererseits fehlten mir etwas die Pharma-Kenntnisse, doch das war durch die Erläuterungen „meiner“ Stationsärztin nicht wirklich problematisch.